FCK- Hoffenheim (Foto: SWR, Oliver Zimmermann /EIBNER/Michael Taeger)

DFB-Pokal | Hoffenheim - Kaiserslautern Ein Spiel gegen die Sorgen

In der ersten DFB-Pokalrunde zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und der TSG 1899 Hoffenheim treffen zwei Mannschaften mit völlig unterschiedlichen Ausgangslagen aufeinander.

Julian Nagelsmann erhielt in den letzten Tagen mehrere Hiobsbotschaften. Die enorm wichtigen Kerem Demirbay (Außenbandriss) und Nadiem Amiri (Ermüdungsbruch des Mittelfußes) sind die neuesten Ausfälle, dazu wird Andrej Kramaric mit einer Innenbanddehnung ausfallen. Hinter dem Einsatz von Leonardo Bittencourt steht ein Fragezeichen, er hatte am Mittwoch wieder das Training aufgenommen. Weitere Transfers als Reaktion auf die wachsende Verletztenliste schloss Nagelsmann am Donnerstag aber aus: "Einen Spieler zu finden, der uns als Bundesligadritten direkt besser machen kann, ist ein schwieriges Unterfangen. Mit unseren Mitteln verabschieden wir uns da recht schnell."

Nagelsmann mit "extremer Freude" trotz Verletzungssorgen

Trotz aller Sorgen blickt Nagelsmann zuversichtlich auf das erste Pflichtspiel nach einer langen Vorbereitung: "Ich freue mich extrem auf das Spiel, unsere Vorbereitung war gut und positiv. Gegen Lautern muss man den Klassenunterschied sehen, das ist unser Anspruch." Den Gegner sieht Nagelsmann in einer schwierigen Phase: "Sie sind als Favorit in die Liga gestartet mit dem Ziel Wiederaufstieg. Jetzt stimmen die Ergebnisse nach vier Spielen noch nicht, und es ist schon Druck da. Sie haben aber das Spiel gegen Münster, bei dem ich vor Ort war, nur durch zwei ärgerliche Standards verloren." Dennoch will er den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen.

"Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Dafür bin ich auch bereit 6€ ins Phrasenschwein zu werfen."

Julian Nagelsmann

FCK-Coach Frontzeck noch verärgert über Hysterie

Verletzungssorgen hat der 1. FCK nicht ganz so große, dafür allerdings den Druck von außen durch den sehr durchwachsenen Saisonstart. Die Diskussion darüber findet Trainer Michael Frontzeck aber zu übertrieben: "Das hat nach dem Halle-Spiel ja teilweise hysterische Ausmaße angenommen. Ich lasse mir die zehn Wochen Vorbereitung und die ersten Spiele nicht einfach so gegen die Wand klatschen. Auch dass von Arbeitsverweigerung gesprochen wurde, ist Schwachsinn. Wir fahren doch nicht 500 Kilometer mit dem Bus nach Halle, um dann zu sagen: Heute haben wir keine Lust", ärgerte sich der Coach.

Dauer

"Pokalfight" gegen Hoffenheim

Gegen Hoffenheim ist für ihn eines klar: "Wir wollen einen großen Pokalfight liefern und auch eigene Akzente setzen. Gegen Hoffenheim musst gerade gegen den Ball nahezu perfekt spielen." Die lange Verletztenliste auf Seiten der Hoffenheimer ist für kein Thema.

"Wenn man sieht, wer da dann als Ersatz zur Verfügung steht, dann merkt man, dass das eben ein Champions League-Kader ist."

Michael Frontzeck

Und auf die Frage nach der Taktik entgegnete Frontzeck gewohnt launisch: "Meinen Sie, wir könnten das gegen Hoffenheim taktisch lösen? Nein, wir werden uns nicht groß verändern, die Mannschaft hat das abgesehen von den Ergebnissen meistens gut auf den Platz gebracht."

Es werden an die 25.000 Zuschauer auf dem Betzenberg erwartet. Für die einen ist es eine willkommene Abwechslung vom schweren Ligaalltag und der Sorge um den Aufstieg, für die anderen der lang ersehnte Start in die Saison trotz aller Verletzungssorgen.

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