Torjubel nach dem 1:0 gegen Hannover (Foto: Imago, imago/Sportfoto Rudel)

Bundesliga | VfB Stuttgart Erik Thommy: von fast Null auf Hundert

Als Erik Thommy im Januar als Winterneuzugang in Stuttgart vorgestellt wurde, kannten den 23-Jährigen nur Wenige. Das hat er in kürzester Zeit eindrucksvoll geändert.

Es klang vielversprechend, was der junge Mann bei seiner Präsentation in Stuttgart über sich erzählte. "Ich komme über meine Schnelligkeit und gerne über die Flügel", sagte Erik Thommy. "Ich suche den Abschluss und will die anderen bedienen." Das klang ein bisschen nach Bayern-Star Arjen Robben. Der 23-jährige sagte es mit einem fast schon schüchternen Grinsen. Bezeichnend. Denn abseits des Platzes tritt der gebürtige Ulmer bescheiden und bodenständig auf.

10 Mal Startelf, zwei Tore: Volltreffer!

Auf dem Rasen dagegen zeigt sich ein ganz anderer Erik Thommy. Selbstbewusst und fokussiert tritt er hier auf. Seit Tayfun Korkut das Zepter als Cheftrainer beim VfB Stuttgart übernommen hat, steht Erik Thommy in der Startelf. Ununterbrochen. Und zurecht, finden seine Teamkollegen. "Mit seiner Schnelligkeit, seinem Dribbling und der Unbekümmertheit tut er uns im Spiel gut", lobt Stürmer Daniel Ginczek.

Wie Robin Hood

Thommy ist ein wichtiger Aktivposten im Mittelfeld, mit Auge für die Mitspieler. Sein erstes Bundesliga-Tor war ein extrem wichtiges. Es war der entscheidende Treffer beim 1:0-Heimsieg gegen Frankfurt. Sein Jubel im Robin-Hood-Style: Griff zum Rücken, imaginärer Pfeil mit imaginärem Bogen in die Luft geschossen. Große Geste. Aber nur kurz. Danach gab er sich wieder geerdet. Kommentar: "Wir müssen demütig und bodenständig bleiben!"

"Ich bin jeden Tag dankbar, dass ich diesen Job machen darf!"

Der gebürtige Ulmer ist in der Jugendabteilung beim FC Augsburg ausgebildet worden. Wurde von dort in die 2. Liga zum 1. FC Kaiserslautern ausgeliehen, stieg in der nächsten "Leih-Station" mit Jahn Regensburg von der Dritten in die Zweite Liga auf. In dieser Saison bestritt er für den FCA in der Hinrunde sechs Bundesliga-Spiele. Ein Syndesmosebandriss stoppte ihn. Bis er in Stuttgart seine Chance zum Neustart nutzte. "Jeden Tag, wenn ich aufstehe, bin ich dankbar, dass ich diesen Job ausführen darf", sagt einer, der auch schon die Schattenseite seines Berufs kennengelernt hat.

Ein Glückstreffer?

Aber das hat ihn reifer gemacht. "Für sein Alter ist er schon sehr professionell und macht viel dafür, dass er fit ist", sagt Teamkollege Timo Baumgartl. Der Vorzeigeprofi Thommy. Ein ruhiger und bodenständiger Arbeiter. Einer, der auch nach dem Training noch gerne Distanzschüsse trainiert. Gegen Hannover hat er mit einem solch fulminanten Schuss getroffen. Es war kein Glückstreffer von Erik Thommy. Aber Erik Thommy scheint ein Glückstreffer für den VfB Stuttgart zu sein.

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