Robin Koch (Foto: Imago, Revierfoto)

Bundesliga | SC Freiburg Robin Koch: Durchstarter beim SC Freiburg

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Wenn man Robin Koch das erste Mal begegnet, dann fällt vor allem eins auf: seine Größe. Der 21-Jährige ist 1,90 Meter groß und damit deutlich länger als die meisten Freiburger Spieler. Nicht zuletzt deshalb ist der Defensivmann bei Standards die Anspielstation vor dem gegnerischen Tor.

In Frankfurt und gegen Leipzig gelang dem gebürtigen Pfälzer so ein Tor: Ecke Christian Günter, Treffer Robin Koch. In Hannover legte er nach einem Günter-Freistoß für Manuel Gulde auf. Somit ist Koch derzeit das heiße Eisen im Angriff der Freiburger, er war an 3 der 9 Freiburger Tore in der Rückrunde beteiligt und liegt in Sachen Abschlussfreude direkt hinter Toptorjäger Nils Petersen. Ein Abwehrspieler mit jeder Menge Offensivdrang also. Dazu kommt Sicherheit im Spielaufbau und Übersicht.

Selbst Spielerverbesserer Christian Streich war im Sommer erstaunt über die Auffassungsgabe seines Neuzugangs.

"Er erkennt im Video sehr viel, eigentlich hätte er das Video selber machen können, er hätte es auch mir erklären können."

Christian Streich

Durchstarter Koch dürfte gegen Wolfsburg sein 21. Spiel für den SC Freiburg bestreiten. Er kam, überzeugte und spielte. Seit seinem Bundesligadebut gegen Hertha BSC am 9. Spieltag, damals für fünf Minuten eingewechselt, spielt der Sohn der Lauterer Legende Harry Koch immer. Er war ein millionenschwerer Transfer aus der 2. Bundesliga, Geld, das bei Koch mehr als gut angelegt scheint. Und Geld, das man in Kaiserslautern brauchte, sonst hätte man ihn wohl kaum abgegeben. Schon dort hatte Koch regelmäßig gespielt, war aber in 27 Partien als Innenverteidiger oder defensiver Mittelfeldspieler an keinem Tor beteiligt.

Mehr als nur der Sohn von Harry Koch

Koch ist klar, offen und für sein Alter in Interviews sehr abgeklärt. Auf den berühmten Vater sollte man ihn nicht reduzieren. Vor dem Beginn der Rückrunde gab Koch dem SWR ein exklusives Interview.

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So wie der junge Koch in die Karriere gestartet ist, würde es nicht überraschen, wenn er dessen Fußstapfen bald füllen könnte. Bei den Bambini der "Roten Teufel" fing alles an. Sein Trainer im Nachwuchs, Tayfun Korkut, der große Stücke auf ihn hält: "Er hat ein gutes Herz, eine gute Härte und ein gutes Tempo. Er hat einfach viele Komponenten für einen Innenverteidiger".

Sein Vorbild ist nicht der Vater, Koch Junior steht auf den Brasilianer Ronaldinho und Sergio Ramos, Innenverteidiger bei Real Madrid. Aber Robin Koch ist mehr als nur ein Innenverteidiger. Auf Schalke spielte er rechts in der Dreierkette, in Stuttgart auf der Sechserposition. Seine Flexibilität ist nur ein Aspekt, der Trainer Christian Streich gefällt. Seine Kopfballstärke ein zweiter. Und zweikampfstark ist der gelernte Industriekaufmann auch noch.

Der Mann für die Standards

Seine Stärke bei Standards wird auch am Samstag gegen Wolfsburg wieder gefragt sein. "Warum sollen wir nicht einen guten Tag haben über die Standards?“ fragt sich Christian Streich. Freiburg gelingt es diese Saison einfach nicht, aus dem Spiel heraus für genug Torgefahr zu sorgen. Deshalb werden die Standards umso wichtiger im Abstiegskampf.

Robin Koch trainiert diese mindestens einmal pro Woche. In dieser Woche dazu noch mit Trainingsvideos und einer klaren Ansage des Trainers: Mut zu haben und sich keinen Druck machen zu lassen. Klar auch die Bitte von Christian Streich an die Fans: "Bitte Ruhe bewahren und Geduld haben, die Spieler mussten schon viel wegstecken in dieser Saison, besonders in der Innenverteidigung."

Der Klassenerhalt mit dem 1. FC Kaiserslautern war bisher das schönste Erlebnis seiner Karriere. Er wird auch 2018 alles daransetzen, das Glücksgefühl mit Freiburg zu wiederholen.

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