De Blasis (Foto: Imago, imago/Thomas Frey)

Fußball | Bundesliga Mainz schlägt Freiburg in einem kuriosen Spiel

Ein kurioser Videobeweis, ein Elfmeter in der Halbzeitpause und ein katastrophaler Freiburger Aussetzer haben dem 1. FSV Mainz 05 einen 2:0-Sieg gegen den SC Freiburg beschert.

So wirklich wollten sie es nach dem Abpfiff nicht glauben, die Spieler des SC Freiburg. Zu kurios hatten die Badener den "Abstiegsgipfel" am Montagabend verloren. Nach einer schwachen Vorstellung in der ersten Hälfte wähnte sich das Team von Christian Streich bereits in der Pause - Schiedsrichter Guido Winkmann hatte bereits abgepfiffen - dann plötzlich zeigte der Referee auf den Punkt: Elfmeter. SC-Kapitän Nils Petersen hatte die gesamte Mannschaft bereits in die Kabine geführt. Plötzlich wurde die Elf aus dem Breisgau wieder auf den Platz zurückgerufen. Videoschiedsrichterin Bibiana Steinhaus hatte Winkmann nach dem Pausenpfiff per Funk auf ein Handspiel im Freiburger Strafraum aufmerksam gemacht. Winkmann sah sich die Szene an der Seitenlinie noch einmal an und entschied nachträglich auf Strafstoß. Wenngleich regelkonform - eine mehr als bittere Entscheidung.

Pablo De Blasis ließ sich diese Möglichkeit dennoch nicht nehmen und vollstreckte souverän zum 1:0. Mit viel Kopfschütteln und ungläubigen Fans auf beiden Seiten ging es in die Halbzeitpause.

Protest gegen Montagsspiele sorgt für Verzögerung

Auch der zweite Durchgang startete kurios. Da Mainzer Fans mit Klopapierrollen gegen die Austragung von Montagsspielen protestierten, wurde die Partie erst mit rund 15 minütiger Verzögerung angepfiffen. In der Folge entwickelte sich eine umkämpfte Partie, die auf beiden Seiten von harten Zweikämpfen geprägt war. Nenneswertes Übergewicht erspielte sich keines der beiden Teams.

In der 79. Minute machte dann erneut Pablo De Blasis den Deckel drauf. Und wieder fiel der Treffer kurios. Einen Rückpass von Manuel Gulde wollte SC-Keeper Alexander Schwolow lässig per Außenrist auf Caglar Söyüncü weiterleiten - spielte das Leder aber in die Beine von Mainz-Stürmer Quaison der auf den freistehenden De Blasis ablegte. De Blasis schob den Ball aus 16 Metern auf das leere Freiburger Gehäuse, traf aber nur den Innenpfosten. Von dort trudelte der Ball langsam ins Tor - 2:0.

"Unfassbar", bilanzierte Mainz-Trainer Sandro Schwarz nach der Partie und freute sich auch über die Unterstützung der Fans: "Es ging schon mit der Atmosphäre los. Es war so laut im Stadion, das hat uns am Anfang echt Probleme gemacht", lachte er.

Freiburg und Mainz tauschen die Plätze

Der SC Freiburg mühte sich in der Schlussviertelstunde zwar nach Kräften um den Anschlusstreffer, mehr als ein Schuss ans Lattenkreuz von Petersen (88. Minute) war aber nicht mehr drin.

Sport-Club-Trainer Christian Streich wollte sich nach der Partie nicht zur Elfmetersituation äußern. "Ich sage nichts dazu", sagte der sichtlich zerknirschte Übungsleiter am SWR-Mikrofon. Durch das 2:0 tauschen Mainz und Freiburg in der Tabelle nun die Plätze. Die punktgleichen Mainzer stehen mit 30 Zählern auf dem 15. Rang, Freiburg rutscht auf den Relegationsplatz ab.

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