Sandro Schwarz wird von den Mainzer Fans gefeiert (Foto: Imago, Defodi)

Bundesliga | FSV Mainz 05 Jetzt ist Schwarz in der Bundesliga angekommen

Sandro Schwarz hat mit dem FSV Mainz 05 den Klassenerhalt in der Bundesliga geschafft. Und das vorzeitig - nach einem Auswärtssieg bei Borussia Dortmund. Dabei war der junge Coach bei einigen Anhängern recht umstritten. SWR-Sportredakteur Stefan Kersthold kommentiert.

Manchmal ist der Fußball, in diesem Fall die Bundesliga, ein sehr schnelllebiges Geschäft. Da wirst du an einem Wochenende noch gefeiert, um dir dann, ein paar Tage später, die übelsten Beschimpfungen anzuhören. Sandro Schwarz hat diese Abläufe bereits in seiner ersten Saison als Mainzer Trainer intensiv kennengelernt und erlebt.

Denkbar schlechter Start

Mit zwei Niederlagen gegen die beiden Aufsteiger Hannover und Stuttgart begann die Saison für die 05er denkbar schlecht. "Was wollen wir denn mit diesem Abstiegstrainer?", fragten sich nicht wenige Anhänger der Rheinhessen. Schwarz hatte sich zuvor mit der zweiten Mannschaft der Mainzer aus der 3. Liga verabschiedet.

Die Hoffnung kam dann Mitte Oktober zurück. Nach dem Heimsieg über den Hamburger SV kletterten die Mainzer in der Tabelle auf Platz zehn.

Was aber ein einmaliger Ausrutscher nach oben bleiben sollte. Keine Konstanz, wenig Struktur, irgendwie konnte das Team danach nur noch selten überzeugen. Negative Höhepunkte waren die beiden "Nichtleistungen" im DFB Pokal und in der Liga gegen die Frankfurter Eintracht (jeweils 0:3).

Festhalten an Schwarz - auch in der Krise

Der Druck auf Coach Schwarz wurde stärker, aber – auch das ist Mainz 05 - der Vorstand hielt, entgegen jeder Kritik, am gebürtigen Mainzer fest.

Von großem Vorteil hierbei war auch, dass die Spieler immer hinter ihrem Trainer standen. Und so gelang es spät, aber nicht zu spät, den Abstiegsschalter noch einmal umzulegen. 3:0 gegen Leipzig und dann 2:1 in Dortmund, der Klassenerhalt war bereits am vorletzten Spieltag geschafft. Auch weil Schwarz für seinen Mut belohnt wurde – er brachte in beiden Spielen den jungen Ridle Baku aus dem Regionalligateam. Baku dankte es seinem Coach mit zwei Toren.

"Ohne Sandro wären wir gar nicht hier"

Das größte Lob kam dann am Samstag nach der Rückkehr aus Dortmund: "Ohne Sandro wären wir gar nicht hier", ertönte es bei der Ankunft der siegreichen Mannschaft am Bruchwegstadion.

Sandro Schwarz, der, mit ein paar Unterbrechungen, schon immer ein Mainzer war, ist spätestens jetzt auch als Bundesligatrainer in seiner Heimatstadt angekommen. 

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