Mann am Steuer: Christian Heidel auf seinem Schalker Balkon (Foto: Imago, imago/Team 2)

Bundesliga | FSV Mainz 05-Schalke 04 Büro mit Südbalkon und viel Arbeit

Nach 24 Jahren in Mainz wechselte Christian Heidel vor eineinhalb Jahren auf den Chefsessel bei Schalke 04. Am Freitag (20:30 Uhr) treffen beide Vereine in der Bundesliga aufeinander.

Das Büro von Christian Heidel bei Schalke 04 liegt direkt am Trainingsplatz der Königsblauen. Der Sportvorstand kann die Profis beim Training jederzeit beobachten, die Sonne scheint, dazu strahelnd (königs-) blauer Himmel. Doch Christian Heidel hat wenig Zeit den Frühling zu genießen: Heidel baut auf Schalke um. Die Infrastruktur war nicht mehr zeitgemäß. Neben den Baumaßnahmen rund um die Schalke Arena hat der 54-Jährige auch sportlich viel zu tun. Die Mannschaft steht aktuell auf Platz zwei der Tabelle, zwar 20 Zähler hinter den allen enteilten Bayern, aber als "best of the rest" auf dem Weg in die Championsleague.

"Man muss in die Nachhaltigkeit investieren, wir müssen auf Schalke in die Jugend investieren und trotzdem schauen, dass das Tagesgeschäft läuft. Dann kannst du hier machen was du willst, wenn das aber nicht läuft, dann bekommst du hier auf die Mütze", sagt Heidel im SWR Interview. "In Mainz ist ähnlich, aber eben nicht in dieser Dimension".

Übertriebene Erwartungshaltung in Mainz

Christian Heidel fällt es ein bisschen schwer über Mainz zu reden. Er beobachtet die Situation in seiner Heimatstadt ganz genau. "Wenn wir eines in diesen vielen Mainzer Jahren gelernt haben, dann ist es, dass insbesondere in schwierigen Zeiten, der Verein immer im Vordergrund stehen muss, dass alle zusammenhalten müssen mit dem einen Ziel". Christian Heidel meint natürlich den Klassenerhalt und ist auch davon überzeugt, dass Mainz 05 es packt. Für Heidel hat der Spielplan der Bundesliga ein wenig Einfluss darauf: "Wir spielen mit Schalke noch gegen alle da unten drin, bis auf Bremen, da hat es leider nicht geklappt. Wir werden uns viel Mühe geben."

Mainz bleibt die Heimat

Christian Heidel beobachtet Mainz 05 ganz genau. Er ist noch oft in der Stadt, hat nach wie vor eine Wohnung dort. Er hält sich aber zurück. "Ich bin jetzt hier zu Hause auf Schalke, aber die Heimat wird immer Mainz bleiben". Christian Heidel kennt natürlich immer noch fast jeden Mitarbeiter im Verein. Wenn der königsblaue Manager in Mainz ist, lässt er sich es auch nicht nehmen im "Hasekaste", der Vereinsgaststätte am Stadion, vorbei zu schauen und über alte Zeiten zu reden: "Ich hab es immer gesagt, dass es außergewöhnlich für Mainz ist, Mainz hat nicht die wirtschaftlichen Möglichkeiten wie andere Klubs, obwohl jetzt viel erarbeitet wurde, man muss das durch andere Dinge ausgeglichen, das ist uns immer wieder gelungen".

"Die packen das", sagt Heidel über die 05er

Um den Club ist ihm nicht bange. "Die packen das", sagt er. Zwar hofft Heidel, dass seine Schalker am Freitag gewinnen, "Ich werde mich beim Torjubel aber zurückhalten und anschließend wünsche ich Mainz acht Siege". Seine 24 Jahre am Rhein kann er nicht einfach streichen. Will er aber auch gar nicht. Man merkt Christian Heidel an, dass zwei Herzen in seiner Brust schlagen. Ein rot-weißes und ein königsblaues.

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