Chrisitan Streich und Matthias Ginter starten mit dem SC Freiburg nach der langen Winterpause wieder in die Bundesliga.  (Foto: IMAGO, IMAGO / Eibner)

Fußball | Prognose

Südwest-Klubs starten in die Bundesliga: Vier spannende Fragen, vier Antworten

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Michi Glang

Endlich wieder Bundesliga! Am Wochenende starten die vier Südwest-Klubs wieder in den Liga-Alltag. Spannende Fragen gibt es beim SC Freiburg, dem VfB Stuttgart, dem 1. FSV Mainz 05 und der TSG Hoffenheim zu beantworten. Vier Fragen, vier Prognosen von SWR Sport-Redakteur Michael Glang.

Die bisherige Bundesliga-Saison ist für die Vereine aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sehr unterschiedlich verlaufen. Champions-League-Träume in Freiburg, Abstiegssorgen in Stuttgart. Mainz und Hoffenheim finden sich im Mittelfeld der Tabelle wieder. Spannende Fragen gibt es aber bei allen vier Klubs zu beantworten.

Rettet Bruno Labbadia den VfB Stuttgart erneut?
Starten die Mainzer Talente durch?
Erreicht der SC Freiburg die Champions League?
Schießt Kasper Dolberg die TSG Hoffenheim noch nach Europa?

Rettet Bruno Labbadia den VfB Stuttgart erneut?

Die Ausgangslage: Der VfB Stuttgart steckt nach einer turbulenten Vorrunde inklusive der Trennung von Trainer Pellegrino Mattarazzo und Sportdirektor Sven Mislintat mitten im Abstiegskampf. Mit Bruno Labbadia soll es ein alter Bekannter beim VfB richten. Der 56-Jährige stand bereits von 2010 bis 2013 bei den Schwaben in der Verantwortung. Damals rettete er den VfB vor dem Abstieg, führte den Klub in den Folgejahren in den Europapokal und ins DFB-Pokalfinale.

Meine Prognose: Ja. Der VfB hält unter Labbadia die Klasse und wird auch in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen. Neben der Erfahrung des neuen Trainers ist die Mannschaft auch individuell besser besetzt als die Konkurrenz im Abstiegskampf. Kombiniert mit der Disziplin, die Labbadia einfordern wird, reicht das, um die Schwaben aus dem Tabellenkeller zu bugsieren.

Starten die Mainzer Talente durch?

Die Ausgangslage: Die erhofften Neuzugänge in der Offensive sind beim 1. FSV Mainz 05 ausgeblieben. Stattdessen stieß mit dem Norweger Andreas Hanche-Olsen ein routinierter Innenverteidiger zu den 05ern. Durch die Ausfälle von Jonathan Burkardt und Delano Burgzorg bot sich in der Vorbereitung einigen Offensivtalenten die Chance, sich im Profikader von Trainer Bo Svensson zu präsentieren. Und die Jungen haben die Möglichkeit genutzt. Sowohl Brajan Gruda als auch Nelson Weiper (17) und Bob Bobzien (19) hinterließen einen guten Eindruck beim Trainerteam. "Wir werden den Talenten die Zeit geben, aber auch den Druck und sie so fördern, oben anzukommen. Die brauchen nicht nur Zeit, sondern auch Raum, um sich entfalten zu können", hatte FSV-Sportdirektor Martin Schmidt bereits im Dezember im Interview mit SWR Sport gesagt.

Meine Prognose: Einen Stammplatz zu ergattern wird schwer. Doch die Talente werden der restlichen Bundesliga-Saison der Rheinhessen in einer sonst sehr erfahrenen Mannschaft ihren Stempel aufdrücken. Ein Vorteil: Alle drei kommen auf unterschiedlichen Positionen zum Einsatz (Gruda Rechtsaußen, Bobzien Linksaußen, Weiper Mittelstürmer), stehen also nicht in direkter Konkurrenz zueinander. Bobzien und Gruda stehen voraussichtlich zum Auftakt beim VfB bereits im Kader und dürfen auf einen ersten Einsatz hoffen.

Erreicht der SC Freiburg die Champions League?

Die Ausgangslage: Der SC Freiburg hat als Tabellenzweiter überwintert. Und das ist mehr als nur das Abbild einer starken Vorrunde. Im gesamten Kalenderjahr 2022 holten die Breisgauer 56 Punkte, nur vier Klubs waren besser. Es wird also schon länger auf Champions-League-Niveau gepunktet beim SC. Und die Vorzeichen stehen nicht schlecht, dass es auch so weitergeht. Mit Kevin Schade haben die Freiburger zwar einen Rekord-Abgang zu verzeichnen, der aber aufgrund von Schades überschaubarer Rolle in der Hinrunde kaum ins Gewicht fällt. Stattdessen machen sie im Breisgau denselben Eindruck wie eigentlich immer: ruhig, fokussiert und bodenständig. Viel wird vom Start abhängen, in den ersten vier Spielen trifft der SC unter anderem auf die direkten Konkurrenten Eintracht Frankfurt (25.1.) und Borussia Dortmund (4.2.), zum Auftakt schon auf den lauernden VfL Wolfsburg.

Meine Prognose: Es wird knapp, aber letztlich nicht ganz reichen. Die Konkurrenz wird den SC noch abfangen, die Freiburger landen auf Platz fünf, sage ich. Grund zur Trauer ist das jedoch nicht. Die erneute Teilnahme an der Europa League wäre für den SC Freiburg ein toller Erfolg.

Schießt Kasper Dolberg die TSG Hoffenheim noch nach Europa?

Die Ausgangslage: Aus den letzten fünf Spielen vor der WM-Pause holte die TSG Hoffenheim gerade einmal einen Punkt. Damit rutschten die Hoffenheimer auf Platz elf ab, zwischenzeitlich hatte die TSG sogar Rang vier belegt. Die Sommer-Euphorie um den neuen Trainer André Breitenreiter war damit verflogen. Da kam der Königstransfer im Winter gerade recht: Ab sofort stürmt der Däne Kasper Dolberg für die TSG. Der 25-jährige Angreifer kam vom OGC Nizza und wurde zu seinen besten Zeiten bei Ajax Amsterdam gar mit Zlatan Ibrahimovic verglichen.

Meine Prognose: Das wird nicht klappen. Dolbergs Qualitäten sind unbestritten. Doch einerseits geht die TSG schon mit einem ordentlichen Rückstand ins Rennen. Andererseits kam Dolberg nach seinem Schlüsselbeinbruch im vergangenen Juli bei seiner Leihe zum FC Sevilla nicht recht in Schwung. Er kam vier Mal in der Liga und vier Mal in der Champions League zum Einsatz, ein Treffer gelang ihm dabei nicht (eine Vorlage). Für eine echte Aufholfjagd wird es nicht reichen. Zudem drängen die punktgleichen Leverkusener von hinten. Die TSG landet in der oberen Tabellenhälfte, zu mehr reicht es für die Kraichgauer aber nicht.

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