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Thomas Broich galt einst als Deutschlands größtes Fußball-Talent. Wenn er an seine Einstellung von damals denkt, spricht er im Gespräch mit SWR Sport von einem schwerwiegenden Fehler.

In seiner aktiven Zeit spielte der heute 40-Jährige bei Borussia Mönchengladbach, dem 1. FC Köln und dem 1. FC Nürnberg. Horst Köppel, Udo Lattek und auch Berti Vogts hielten große Stücke auf ihn. Dem hochgelobten Talent sagten viele Experten eine große Karriere voraus. Diese Erwartungen hat er damals falsch interpretiert, sagt Thomas Broich rückblickend in SWR Sport. "Das Schlimmste für mich war, dass ich geglaubt habe, dass mein Weg dadurch vorgezeichnet war." Er habe als kleines Kind unheimlich hart an dem Traum, in der Bundesliga zu spielen, gearbeitet. Aber:

"Als ich dann endlich da angekommen bin, habe ich dummerweise bisschen den Fuß vom Gaspedal genommen."

"Das war mein Kardinalfehler"

Er habe gedacht, sein Weg nach oben würde jetzt so weiterlaufen, erzählt er. "Weil alle um mich herum dieses Loblied gesungen haben. Das war mein Kardinalfehler, glaube ich."

Er habe nicht begriffen, dass es leichter ist irgendwo hinzukommen, als auf diesem Level zu bleiben. "Das habe ich dann später sehr leidvoll erfahren müssen." Aus heutiger Sicht, hätte er mehr auf gestandene Personen in seinem Umfeld hören sollen, gibt er zu. Von den älteren Spieler, die mehr Erfahrung haben, mehr mitnehmen, das ist sein Tipp an den jungen Thomas Broich von damals. "Die Gefahr, glaube ich, die als junger Kerl oft besteht ist, dass man ein bisschen zu schlau ist für sich selber."

"Man denkt, jetzt habe ich Erfolg, jetzt weiß ich, wie es geht. Nein, man ist immer noch sehr, sehr jung."

In Australien aufgeblüht

2010 wechselte Thomas Broich nach Australien zu Brisbane Roar. Mit dem Team von der Ostküste wurde er dreimal Meister und 2014 zum Fußballer des Jahrzehnts in Australien gewählt, blieb insgesamt sieben Jahre dort. Der Trainer Ange Postecoglou habe ihm damals dann die Flausen aus dem Kopf getrieben. Es seien Kleinigkeiten gewesen, die Thomas Broich damals geprägt haben. Zum Beispiel, als der Trainer ihn auf sein ständiges Meckern, seinen Fokus auf die wenigen Kleinigkeiten, die gerade nicht klappen, ansprach. "Wenn du jetzt noch jammerst, dann ist dir nicht mehr zu helfen", habe er damals zu Thomas Broich gesagt. Diese neue Perspektive auf sein eigenes Verhalten, hat ihm damals gut getan.

Anfang August 2017 beendete Broich seine aktive Karriere. Seit 2018 betreibt er einen Fußball-Blog, ist ARD-Fußball-Experte und analysiert Spiele für die Sportschau. Außerdem trainiert er die U15 von Eintracht Frankfurt.

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