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Der Vorstand des Südwestdeutschen Fußballverbands (SWFV) hat lange Argumente abgewogen, seine Vereine befragt und am Ende dann doch entschieden, was er zuerst nicht wollte: Die Saison 2019/2020 wird nicht zu Ende gespielt.

Es war eine Hängepartie in mehreren Stufen. Am 13. März setzte der SWFV coronabedingt den Spielbetrieb aus. Mit sofortiger Wirkung wurde dieser in allen Ligen bis zum 31. März abgesagt. Nur wenige Tage später dann wurde in einer Video-Präsidiumssitzung beschlossen, die Zwangspause bis zum 20. April zu verlängern.

Mitte April verkündete der Landesverband durch seinen Präsidenten Dr. Hans-Dieter Drewitz, dass er die Vereine befragen und so eine Entscheidung über Abbruch oder Fortführung der unterbrochenen Spielzeit herbeiführen will. Der Verband betonte dabei, dass dem Präsidium eine Fortführung der Saison 2019/2020 am liebsten wäre, im Idealfall ab dem 1. September 2020.

Die Vereine votieren klar für einen Abbruch

Bis zum 5. Mai bekamen die Klubs Zeit zur Abstimmung. Mit einer Rückmeldung von über 81 Prozent der am Spielbetrieb teilnehmenden Vereinen ergab die Auswertung, dass 77 Prozent der abstimmenden Vereine keine Fortführung der laufenden Saison möchten. 23 Prozent stimmten für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs, idealerweise im September. Das Präsidium des SWFV tagte, um das Resultat der unverbindlichen Vereinsumfage zu bewerten und die daraus folgenden Maßnahmen zu beschließen. Das Ergebnis: Die Saison wird abgebrochen,

Von der Oberliga bis zu den Bambinis

Damit endet nach langem Hin und Her eine Zeit der Ungewissheit für die Vereine. Egal ob Oberliga im Herrenbereich oder Bambinis bei den Kindern, die Klubs wussten einfach nicht genau, wie ihre Zukunft aussehen wird. Vereinswechsel stehen bevor, Wechselfristen müssen beachtet werden. Und vor allem bei den kleinen Vereinen, die Jahr für Jahr Probleme haben, Trainer für ihre Jugendteams zu finden, kann jetzt begonnen werden, seriös die Zukunft zu planen.

Detailfragen, wie es weitergeht, sind noch offen

Das Präsidium des SWFV hat mit seiner Entscheidung des Abbruchs jetzt die spieltechnischen Ausschüsse bei Männern, Frauen und im Juniorenbereich gebeten, unter Bewertung aller Spielklassen zeitnah einen Vorschlag für die Spielwertungen 2019/20 zu finden und für die Spielzeit 2020/21 Regelungen zu erstellen. Heißt Antworten auf die Fragen zu finden: Wer steigt auf? Wer steigt ab? Soll es überhaupt Aufsteiger geben, aber keine Absteiger? Wie werden diese ermittelt?

Viele Fragen, auf die jetzt die Spielausschüsse schnell Antworten finden müssen. Im Juni dann will dann das Präsidium über eine Entscheidung beraten. Dies hat für Teile der Vereine wiederum zur Folge, dass sie bis dahin immer noch nicht richtig planen können, in welcher Liga sie nächste Saison spielen.

Ein Beispiel: Der TSV Schott Mainz steht aktuell auf Platz eins in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saarland, würde also in die Regionalliga aufsteigen. Oder am Ende vielleicht doch nicht? Für den TSV eine Hängepartie, denn sowohl Kader- als auch Etatplanung lässt sich so nicht wirklich zu 100 Prozent umsetzen. Geduld ist als nach wie vor gefragt.

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