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In ganz Fußballdeutschland ruht bis auf Weiteres der Ball. Von Telefoninterviews bis zu Geistertickets – die Absagen durch das Coronavirus haben für manche Vereine kuriose Folgen.

Besonders vorsichtig ist man beim VfB Stuttgart: Der Fußball-Zweitligist hatte seine für Freitag, 14.00 Uhr geplante Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim SV Wehen Wiesbaden kurzfristig abgesagt.

Das Skurrile: Bei dem Pressetermin hätte es sich sowieso nur um eine Telefonkonferenz gehandelt, bei der Trainer Pellegrino Matarazzo aus der Ferne Fragen der Journalisten beantworten wollte. Trotzdem könne die Konferenz "aufgrund der dynamischen Entwicklung der Nachrichtenlage im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus" nicht stattfinden, teilte der Aufstiegskandidat mit.

KSC-Fans wollen auf Ticket-Rückerstattung verzichten

Auch die Zweitligapartie zwischen dem Karlsruher SC und dem SV Darmstadt 98, die am Samstag ohne Zuschauer stattfinden sollte, ist jetzt abgesagt. Der Fanclub „Supporters Karlsruhe“ appelliert deshalb an alle KSC-Fans, auf die Rückerstattung der gekauften Ticktes zu verzichten, um so den klammen Verein zu unterstützen. Durch ein Geisterspiel hätten dem Verein rund 500.000 Euro gefehlt – welche Kosten jetzt durch die Spielabsage entstanden sind, ist noch unklar.

Kartenverkauf trotz Spielabsagen

Besonders hart trifft die Unterbrechung des Spielbetriebs die verschuldeten Stuttgarter Kickers. Um die wirtschaftlichen Folgen etwas abzufedern, bietet der Fußball-Oberligist seinen Fans sogenannte "Geistertickets" an. Die Anhänger können einen "Geister-Sitzplatz" für die ursprünglich für Samstag geplante Heimpartie gegen den 1. CfR Pforzheim für 18,99 Euro erwerben.

Symbolische Stehplätze kosten dagegen nur zehn Euro, wie der frühere Bundesligist mitteilt. Wer noch mehr Unterstützung zeigen möchte, kann für 189,90 Euro eine Geisterspiel-Dauerkarte kaufen. Die krummen Preise orientieren sich am Jahr 1899, in dem der schwäbische Traditionsverein gegründet wurde.

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