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Sami Khedira hat seine erfolgreiche Profi-Karriere beendet. Nach einer Zeit der Ruhe und Besinnung will der ehemalige Nationalspieler in der Fußball-Branche weiter mitmischen - in welcher Form auch immer.

Kaum waren die Tränen des Abschieds bei Sami Khedira getrocknet, da kündigte der Weltmeister von 2014 schon seine Rückkehr in den Profifußball an. "Ich werde definitiv zurückkommen, denn der Fußball ist mein Leben. In welcher Rolle, wird man sehen", sagte der 34-Jährige nach seiner emotionalen Verabschiedung beim 1:2 von Hertha BSC in Hoffenheim.

Zunächst freut sich der 77-malige Nationalspieler aber auf viel Freizeit ohne Training und Wettkampfstress. Das Angebot von Hertha-Trainer Pal Dardai, den Berlinern ein weiteres Jahr als Stand-by-Profi zur Verfügung zu stehen, lehnte Khedira dankend ab.

"Erst einmal Abstand gewinnen"

"Ich möchte erst einmal Abstand gewinnen. Es sind viele Dinge passiert, positiv wie negativ. Die möchte ich jetzt erst einmal sacken lassen und verarbeiten", verkündete er.

Sami Khedira feiert die Meisterschaft mit dem VfB (Foto: Imago, IMAGO / Sportfoto Rudel)
Sami Khedira. Der Weltmeister selbst war es, der den VfB 2007 als 20-Jähriger mit einem wuchtigen Kopfball zum Titel köpfte. Sein Tor gegen Energie Cottbus zum 2:1 brachte dem VfB die fünfte Meisterschaft ein. Anlässlich seines Karriereendes im Sommer blickt SWR Sport auf die Meistermannschaft von 2007 zurück. Imago IMAGO / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Timo Hildebrand. Beendete seine aktive Spielerkarriere 2015 bei Eintracht Frankfurt. Hildebrand hält bis heute den Bundesliga-Rekord für den längsten Zeitraum ohne Gegentor: In der Stuttgarter Meistersaison ließ er insgesamt 885 Minuten lang keinen Treffer zu. Der mittlerweile 42-Jährige eröffnete dieses Jahr ein veganes Restaurant in Stuttgart. Imago IMAGO / Sven Simon Bild in Detailansicht öffnen
Michael Langer. Der damalige Back-Up von Hildebrand (rechts) kam ob seines starken Konkurrenten nur zu einem Einsatz in der Meistersaison. Der 36-Jährige kickt heute noch. Als Ersatztorwart stieg Langer diese Saison mit dem FC Schalke 04 aus der Bundesliga ab. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Imago IMAGO / Passion2Press Bild in Detailansicht öffnen
Fernando Meira. Der Innenverteidiger machte in der Meistersaison 20 Spiele und schoss drei Tore. Der Portugiese war es, der als VfB-Kapitän die Meisterschale in die Höhe streckte – falsch herum. Auch er hat seine Spielerkarriere inzwischen beendet. Sein letztes Spiel machte Meira 2012 für den spanischen Verein Real Saragossa. Imago IMAGO / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Matthieu Delpierre. Der Franzose (Mitte) verpasste als Innenverteidiger in der Meistersaison nur ein Spiel. Er beendete seine aktive Karriere in Australien bei Melbourne Victory. Mittlerweile wohnt Delpierre mit seiner deutschen Frau in Stuttgart. Er half 2017 als Übersetzer beim VfB aus und ist seit letztem Jahr ehrenamtlicher Athletiktrainer in der U15 des Klubs. Imago IMAGO / Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Serdar Tasci. Gleich in seiner ersten Profisaison wurde er als 20-Jähriger Meister mit dem VfB – und machte 31 Spiele. Der Esslinger (links) spielte zuletzt beim Istanbuler Klub Basaksehir und ist seit Sommer 2019 vereinslos. Imago IMAGO / Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Arthur Boka. Der 1,66m-große Linksverteidiger kam vor der Meistersaison aus Straßburg zum VfB. Spielte in 85 Länderspielen für die Elfenbeinküste und blieb noch bis 2014 bei den Stuttgartern. Beendete 2017 seine aktive Karriere. Imago IMAGO / Camera 4 Bild in Detailansicht öffnen
Ludovic Magnin. Steuerte als Linksverteidiger vier Torvorlagen zum Titel bei. Beendete seine aktive Karriere 2012 beim FC Zürich, wo er zwischen 2018 und 2020 als Cheftrainer aktiv war. Magnin spricht vier Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch) und ist heute noch mit Sami Khedira gut befreundet. Imago IMAGO / Geisser Bild in Detailansicht öffnen
Ricardo Osorio. Der mexikanische Rechtsverteidiger kam vor der Meistersaison als No-Name nach Stuttgart. Startete am Neckar direkt durch und beackerte die rechte Seite in 27 Bundesligaspielen. 2016 beendete er seine aktive Karriere in seiner Heimat Mexiko. Imago IMAGO / Eisele Bild in Detailansicht öffnen
Andreas Beck (r.). Rückte als 19-Jähriger vor der Saison zu den Profis und macht in der Meistersaison vier Bundesligaspiele. 2008 wechselte er nach Hoffenheim. 2017 kehrte Andreas Beck zurück zum VfB, mit dem er 2019 in die zweite Liga abstieg. Becks auslaufender Vertrag wurde daraufhin nicht verlängert. Der Rechtsverteidiger spielt seither beim belgischen Verein KAS Eupen. Imago IMAGO / Belga Bild in Detailansicht öffnen
Thomas Hitzlsperger (links). Er beendete 2013 seine aktive Karriere. "Mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft 2007 verbindet uns ein großartiges Erlebnis, dem Sami im Laufe der Jahre viele weitere Highlights hinzugefügt hat", würdigte Hitzlsperger Sami Khedira nach dessen Karriereende. Hitzlsperger, heute Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart, bezeichnete Khedira als "ein leuchtendes Vorbild für alle Nachwuchsspieler". Imago IMAGO / HochZwei/Christians Bild in Detailansicht öffnen
Pavel Pardo (links). Auch er kam wie sein mexikanischer Landsmann Ricardo Osorio (rechts) vor der Meistersaison nach Stuttgart. Nach drei Jahren wechselte der defensive Mittelfeldspieler zurück in seine Heimat, wo er immer noch ein gefeierter Star ist. Mittlerweile arbeitet der 44-Jährige als Spielerberater. Imago IMAGO / HJS Bild in Detailansicht öffnen
Christian Gentner. Der Spieler aus der eigenen Jugend machte in der Meistersaison 15 Spiele für den VfB und wechselte danach zum VfL Wolfsburg. Gentner kehrte 2010 zum VfB zurück und wechselte 2019 zu Union Berlin. Der 35-Jährige wird dort seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern und möchte noch einmal woanders kicken. Imago IMAGO / Bernd König Bild in Detailansicht öffnen
Roberto Hilbert: Ein weiterer Jungspund im damaligen Meisterteam, der vor der Titelsaison zum VfB kam. Hilbert kam in allen 34 Saisonspielen zum Einsatz und schaffte es noch während der Saison zum deutschen Nationalspieler (8 Länderspiele). Bei Greuther Fürth beendete Hilbert 2019 seine aktive Karriere und ist dort derzeit Co-Trainer der zweiten Mannschaft. Imago IMAGO / Zink Bild in Detailansicht öffnen
Antonio da Silva (rechts). Er legte in der Meistersaison sieben Treffer auf. Nach dem letzten Spiel gegen Energie Cottbus verpasste da Silva seinem Trainer Armin Veh eine Bierdusche. Mit Dortmund wurde da Silva zwei weitere Male Deutscher Meister. Spielte zuletzt beim MSV Duisburg, ehe er 2013 seine Fußballschuhe an den Nagel hing. Der gläubige Brasilianer hält heute Vorträge vor Schulklassen und Sportlern. Imago IMAGO / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Mario Gomez. Er schoss den VfB mit 14 Toren zum Deutschen Meister. Zwei Jahre später wechselte er für 30 Millionen Euro zum FC Bayern. In seiner letzten Mission für den VfB schaffte er 2020 den Wiederaufstieg in die erste Liga und beendete danach seine aktive Karriere. Sein damaliger Sturmpartner war... Imago IMAGO / HJS Bild in Detailansicht öffnen
...Cacau. Mit 13 Toren in der Meistersaison bildete er das perfekte Sturmduo mit Mario Gomez. Nachdem Cacau deutscher Nationalspieler wurde, verpassten ihm seine Teamkollegen den Spitznamen "Helmut". Es war die Idee von Spaßvogel Ludovic Magnin. Claudemir Jerônimo Barreto, wie Cacau eigentlich heißt, beendete 2016 seine Karriere, nachdem er zuvor noch für die zweite Mannschaft des VfB aktiv war. Bis Anfang 2021 war Cacau Integrationsbotschafter des Deutschen Fußball-Bunds. Imago IMAGO / Jan Huebner Bild in Detailansicht öffnen
Marco Streller. Als Joker gelangen dem Stürmer in der Meistersaison fünf Tore. Auch der Schweizer hat inzwischen seine Karriere beendet. Streller ist Mitglied im Vorstand des FC Basel, wo er zwischen 2017 und 2019 schon als Sportdirektor tätig war. Imago Publication not in SUI Bild in Detailansicht öffnen

Mit dem VfB Stuttgart gewann Khedira 2007 die Meisterschale, mit Real Madrid 2014 die Champions League, mit Juventus Turin diverse Titel in Italien. Doch über allen Erfolgen steht der WM-Triumph mit der DFB-Auswahl in Brasilien.

"Das Größte und Emotionalste, was ich erlebt habe"

"Den Weltpokal in die Höhe zu heben - das war das Größte und Emotionalste, was ich erlebt habe. Für sein Land auflaufen zu dürfen, war für mich immer die größte Ehre", sagte Khedira.

Dass es im Saisonfinale der Bundesliga nicht noch einmal zu einem Erfolgserlebnis reichte, konnte der Mittelfeldspieler verschmerzen. Nachdem die Berliner den Klassenerhalt vorzeitig gesichert hatten, durfte er die Mannschaft am Samstag sogar als Kapitän aufs Feld führen.

Große Emotionen bei der Auswechslung

"Ich bin sehr froh, dass ich noch einmal spielen durfte und mir mein Körper den Einsatz auch erlaubt hat", sagte Khedira. Bei seiner Auswechslung in der 74. Minute wurde es dann richtig emotional. Alle Mitspieler umarmten Khedira und bildeten ein Spalier, durch das dieser mit feuchten Augen ein letztes Mal vom Platz ging.

"Ich habe zwar nur fünf Monate mit den Jungs erlebt, kann aber sagen, dass sie ein großes Herz haben", sagte Khedira. Auch Dardai nahm den 34-Jährigen an der Seitenlinie in den Arm. "Wir sind sehr froh, dass er hier gewesen ist. Der Sportler und der Mensch Khedira haben Großartiges geleistet, dafür bedanken wir uns", hatte der Hertha-Coach schon vor dem Spiel gesagt.

"Sami ist einer der professionellsten Sportler"

Ähnliche Lobeshymnen waren von Sportdirektor Arne Friedrich zu vernehmen gewesen: "Sami ist einer der professionellsten Sportler und Fußballer, die ich so miterlebt habe. Er hat jeden Tag alles gegeben und großen Anteil daran, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben."

Während die Hertha-Verantwortlichen um den neuen Geschäftsführer Fredi Bobic in der Sommerpause viel Arbeit vor sich haben, um die Weichen für eine bessere Zukunft beim selbst ernannten Big-City-Club zu stellen, kann Khedira entspannt seine Fußball-Rente genießen und zufrieden auf seine Karriere zurückblicken. "Ich bin überwiegend dankbar für die Erlebnisse in den vergangenen 15 Jahren", sagte er. "Es war mein Traumjob."

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