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Die Profis dürfen spielen, die Jugendlichen noch nicht mal miteinander trainieren - ein Zustand aufgrund der Corona-Pandemie, den die Fußball-Vereine im Land bislang größtenteils klaglos hingenommen haben. Doch die Ungeduld wächst - bei Klubs, Trainern, Eltern und vor allem bei den Kids selbst. Diese Woche wird auf oberster Ebene erneut beraten. Der Präsident des Fußball-Verbandes Rheinland hofft auf Lockerungen.

"Zuallererst: die Gesundheit steht über allem", sagt Walter Desch mit Bestimmtheit. Für den obersten Funktionär des Fußballverbandes Rheinland heißt das: Kein unnötiges Risiko eingehen, wenn es um Lockerungen für den Spiel- und Trainingsbetrieb geht. "Denn wir wollen ja keine Treiber sein, schon gar nicht bei Kindern und Jugendlichen."

"Kinder brauchen Auslauf, wollen sich bewegen"

Der FVR-Präsident hofft dennoch auf Signale der Entspannung, wenn diese Woche die Bund-Länder-Beratungen stattfinden. "Kinder brauchen Auslauf, wollen sich bewegen", sagt Desch. Deshalb appelliert er an die Entscheidungsträger: "Wir wollen die Jugend wieder auf den Platz bringen und hoffen, dass wir eine Genehmigung von der Politik kriegen, dass wir spätestens Mitte April mit der Jugend wieder anfangen. Dann schaffen wir es auch, in allen Staffeln eine Vorrunde durchzuspielen und diese Vorrunde kann mit Auf- und Abstiegen eine Grundlage für die neue Saison sein."

Ortswechsel: ein Bolzplatz im rheinhessischen Bodenheim. Ben, zwölf Jahre alt, kickt mit seinem siebenjährigen Bruder Tom. Vor den Toren steht knöcheltief das Wasser, der Boden ist überall matschig und rutschig. Die Jungs vermissen aber nicht nur einen passablen Untergrund, sondern vor allem das Mannschaftstraining in ihren Vereinen.

"In diesem Alter ist es wichtig, dass man rausgeht"

"Es fehlt halt der Trainer", sagt Ben. "Wenn man nur auf dem Bolzplatz ist, entwickelt man sich nicht weiter." Sein Bruder schlägt in die gleiche Kerbe: "Macht halt keinen Spaß, immer nur zuhause zu spielen." Papa Andreas Werner, selbst ein fußballbegeisterter Jugendtrainer, bringt es auf diesen Punkt: "In diesem Alter ist es wichtig, dass man rausgeht, spielt, sich mit anderen misst." Und das funktioniert nun mal am besten im Vereinstraining und im Liga-Betrieb. Werner: "Die Jungs verlieren auf jeden Fall ein Jahr in ihrer Entwicklung."

"Eine Alternative bieten"

Viele Vereine sind kreativ, bieten Online-Training an. So wie Martin Imruck, der Jugendleiter beim 1. FC Nackenheim. In seiner Wohnung bietet er gerade digitale Koordinations-Übungen an für Fünf- bis Siebenjährige, die Älteren sind anschließend an der Reihe. "Der Vorteil vom Online-Training für uns ist, dass wir den Kontakt zu unseren Spielern halten und trotz der Situation, dass wir seit November nicht auf den Platz können, eben den Kindern eine Alternative anbieten können," erklärt Imruck. Gibt es denn auch Vereins-Austritte? "Bei uns eigentlich nicht", sagt der engagierte Jugendtrainer: "Aber klar: im Sommer werden wir mal durchzählen müssen."

Die Sorgen sind groß bei den Vereinen. Walter Desch will sie sich anhören und hat deshalb mit dem Fußballverband Rheinland einen mehrteiligen digitalen Meinungsaustausch gestartet. Über 125 Klubs haben sich angemeldet, der Redebedarf ist also spürbar groß. Wie geht es weiter? Desch: "Die Mehrheit der Vereine möchte eigentlich liebend gern wieder spielen. Aber: ohne Risiko!"

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