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Die Fußball-Bundesliga plant schon den "Tag X" - der Tag, an dem der Ball wieder rollen wird. Eine mögliche Wiederaufnahme der Saison wurde von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zuletzt für Anfang Mai avisiert. Der Rest der Gesellschaft unterliegt allerdings noch strengen Restriktionen, daher wären selbst "Geisterspiele" ein fatales Signal, findet SWR-Sportreporter Detlev Lindner.

Alle sollen weiter Abstand halten. Nur die Fußball-Bundesliga rückt wieder zusammen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: mit Zweikämpfen, Torjubel-Umarmungen oder Abklatsch-Orgien. Das geht gar nicht. Andere werden in ihren Berufen so stark eingeschränkt, dass es ihnen an die Existenz geht. Nur bei Profi-Kickern soll es anders sein?

Ein Schicksal, das nicht nur dem Profi-Fußball droht

Klar könnte es sein, dass Vereine in Richtung Zahlungsunfähigkeit schlittern, wenn die Saison weiter ausgesetzt oder gar abgebrochen wird. Na und? Dann ist es eben so. Dieses Schicksal trifft zur Zeit viele andere Unternehmer und Unternehmen, die um ihr berufliches Überleben kämpfen.

Risiken werden in Kauf genommen

Die Fußball Bundesliga könnte ein Zeichen setzen und Solidarität mit der Gesellschaft zeigen. Stattdessen will sie vorpreschen, um sich in Sicherheit zu bringen. Sie nimmt in Kauf, dass die Infektionsgefahr der Fußballer, Trainer oder Betreuer stark zunimmt. Oder wird dann etwa mit Handschuhen und Mundschutz gespielt?

Tausende von wiederholten Corona-Schnelltests sind von der DFL für die noch ausstehen neun Spieltage vorgesehen. Genau diese Tests fehlen an anderer Stelle. Oder hat die DFL etwa eine geheime Quelle für Schnelltests erschlossen?

Solange das tägliche gesellschaftliche Leben nicht zur Normalität zurückkehren darf, ist die Fortführung des Profi-Fußballs in stimmungsloser Geisterumgebung für mich deshalb ein "No Go". 

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