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Beim VfB Stuttgart läuft es aktuell richtig gut - zuletzt gab es die 5:1-Gala in Dortmund. Der ehemalige VfB-Torhüter Eike Immel lobt in der Sendung "SWR Sport BW" die Verantwortlichen und das Team der Schwaben. Mitentscheidend für den Aufschwung sei der Rauswurf von Michael Reschke gewesen.

Geeigneter kann ein Gesprächsgast kaum sein. Eike Immel stand in 534 Bundesligaspielen für Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart im Tor. Beide Vereine verfolgt er nach wie vor mit großem Interesse. Der erfrischende Auftritt beim 5:1-Sieg in Dortmund weckte Begeisterung bei dem Mann, der erst kürzlich seinen 60. Geburtstag feiern konnte. "Ich glaube, dass der VfB fantastisch gespielt hat und einen wunderbaren Matchplan hatte. Sie wussten genau, wo die Schwächen der Dortmunder sind. Das spricht für die Klasse des Trainers."

Am Anfang Bedenken wegen Matarazzo

Vor knapp einem Jahr hatte Pellegrino Matarazzo das Traineramt beim VfB Stuttgart übernommen. Immel gab zu, dass er von dieser Entscheidung zunächst nicht überzeugt war: "Ich hatte am Anfang ein paar Bedenken, weil er ein sehr ruhiger Typ ist." Doch mittlerweile ist er anderer Meinung. Er lobt dabei nicht nur den Trainer und die Mannschaft, sondern bescheinigt dem gesamten Verein eine positive Entwicklung: "Der VfB insgesamt macht einen sensationellen Eindruck, weil auch die sportliche Leitung mit Sportvorstand Thomas Hitzlsperger und Sportdirektor Sven Mislintat viel Fachkompetenz hat. Da steckt ein Plan dahinter, das ist das Wichtigste. Das ist bei anderen Vereinen, ich nenne mal stellvertretend Schalke, nicht erkennbar. Aber hier wusste man ganz genau, welche Spieler man auf welcher Position braucht, und die hat man gefunden."

Immel: "Trennung von Reschke war das Beste, was dem VfB Stuttgart passieren konnte"

Der ehemalige Nationalkeeper ist auch der Meinung, dass der VfB Stuttgart nicht nur Spieler geholt hätte, die zu diesem Plan passen, sondern die Verantwortlichen auch darauf geachtet hätten, dass die Mischung im Kader stimmt. Den richtigen Mix fand der Verein in den Jahren zuvor nur selten. Großen Anteil an der Wende hatte aus seiner Sicht vor allem eine Personalentscheidung aus der Vergangenheit: "Die Trennung von Michael Reschke war das Beste, was dem VfB Stuttgart passieren konnte.“

Reschke war beim VfB Stuttgart bis Februar 2019 als Sportvorstand tätig und wurde daraufhin von Thomas Hitzlsperger ersetzt. Immel ist überzeugt, dass es für den VfB Stuttgart in Zukunft noch weiter nach oben gehen kann: "Als Aufsteiger macht man einen sensationellen Job. Ich glaube, dass diese Mannschaft Zukunft hat und auch in den nächsten Jahren wieder international spielen kann."

Badstubers Degradierung

Ein Spieler, der aktuell nicht zum Erfolg der Stuttgarter beitragen kann, ist Holger Badstuber. Er wurde zu Beginn der Saison von VfB-Trainer Matarazzo in die zweite Mannschaft verbannt. Immel ist sich zwar nicht sicher, ob das schlussendlich die richtige Entscheidung war, doch er gibt auch zu bedenken, dass sich ein Trainer dadurch Respekt verschaffe: "Du musst dein Ding durchziehen und davon auch überzeugt sein. Das sehe ich hier auch, dass man einfach überzeugt von dem sein muss, was man macht. Dann ist man glaubwürdig, dann glaubt einem das auch die Mannschaft und dann gehen die mit dir auch durch Dick und Dünn."

Nach der Karriere geht es für Immel rasant bergab

Auch Eike Immel erlebte in seiner eigenen Karriere eine solche Situation. Trainer Rolf Fringer setzte in der Saison 1995/96 nicht mehr auf ihn als VfB-Torhüter, weshalb er anschließend nach England zu Manchester City wechselte. Dort beendete der gebürtige Hesse 1997 seine Karriere. Danach sorgte er vor allem neben dem Spielfeld für Schlagzeilen. Er lebte über seine Verhältnisse und musste 2008 Privatinsolvenz anmelden. Eine unschöne Situation für den 60-Jährigen: "Ich habe mich geschämt und konnte nirgends mehr hingehen. Es ging dann rasant bergab, das war unglaublich. Ich konnte das gar nicht aufhalten."

Mittlerweile ist Immel wieder im Leben angekommen und als Torwarttrainer bei Regionalligist Eintracht Stadtallendorf tätig.

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