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Wenn Michael Stahl von dem schönsten Tor seiner Karriere erzählt, kann er sich das Lächeln nicht verkneifen. Zehn Jahre ist es mittlerweile her, als der damals 23-jährige Abwehrspieler der TuS Koblenz den Ball 61 Meter durch den Nachthimmel des Stadion Oberwerth drischt. Der eigentliche Befreiungsschlag landet im Tor und Stahl kurze Zeit später in den Geschichtsbüchern des deutschen Fußballs. Ein Drehbuch zu diesem Tor des Monats im Oktober 2010 hätte wohl nicht schöner geschrieben werden können.


Von der Bezirksliga in das DFB Pokal Achtelfinale

Denn ein Jahr zuvor spielt "Stahli", wie sie ihn in Koblenz nennen, noch in der Bezirksliga bei der zweiten Mannschaft. Da der Verein nach dem Abstieg aus der 3. Liga ein Jahr zuvor in finanzielle Schwierigkeiten gerät, werden vier Spieler aus der zweiten Mannschaft hochgezogen. Einer davon steht einige Wochen später im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten Hertha BSC in der Startelf - Michael Stahl.

In der 60. Spielminute will "Stahli" eigentlich nur den Zweikampf gewinnen. Doch er trifft bei dem Befreiungsschlag den Ball so perfekt, dass dieser über den halben Platz im Tor landet. Ein Traumtor mit dem Stahl die spätere Sensation einleitet und mit der TuS Koblenz nach einem 2:1 Erfolg gegen Hertha BSC das Achtelfinale des DfB-Pokals erreicht. Die Szene ist für Stahl "der schönste Zweikampf seiner Karriere".

In einer Reihe mit Raúl und Zlatan Ibrahimovic

Dass es an diesem Abend zu dem Moment seiner Fußballerkarriere kommen sollte, hätte sich Stahli nicht erträumen lassen. Er wird über Nacht berühmt. In Koblenz feiern die Menschen den "61-Meter-Strahl", es werden T-Shirts gedruckt und Lieder komponiert. Stahls Welt ist auf den Kopf gestellt, doch das Märchen ist noch nicht zu Ende.

Obwohl - oder gerade weil - "Stahli" keinen Hehl daraus macht, dass er den Ball eigentlich nur weghauen wollte, wird sein Tor kurze Zeit später zum Tor des Jahres gewählt. Seitdem steht sein Name zwischen den größten der Fußballgeschichte, in einer Reihe etwa mit Raúl und Zlatan Ibrahimovic.

Ein Befreiungsschlag ins Glück

Immer noch schnürt er seine Fußballschuhe für die TuS Koblenz - mittlerweile in der Oberliga Rheinland. Seit über zehn Jahren ist er dem Verein treu geblieben, auch in schwierigen Zeiten. Er hat über 260 Pflichtspiele absolviert, davon fünf Zweitliga-, und 33 Drittligaspiele. Für den ganz großen Durchbruch hat es zwar nicht gereicht, aber zusammen um Punkte kämpfen oder Niederlagen verarbeiten, das fasziniere ihn auch in der Oberliga am Fußball.

An die glorreichen Zeiten erinnert er sich gerne zurück. Für ihn ist das Tor "ein Moment, der in die Geschichtsbücher eingegangen ist". Bis heute sagen die Leute zu ihm "er solle doch mal wieder einen raushauen", doch das lehnt der inzwischen 33-jährige dann ab. Für ihn soll sein Befreiungsschlag ins Glück ein Unikat bleiben.

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