STAND
REDAKTEUR/IN

Am Donnerstag hat der Südwestdeutsche Fußballverband (SWFV) die Saison für alle Spielklassen für beendet erklärt. Heute hat der Fußballverband Rheinland (FVR) nachgezogen. Das Aus der Oberliga wird wohl am Montag besiegelt. In der Regionalliga hingegen soll bis zum Schluss um Auf- und Abstieg gespielt werden - und das sorgt für Ärger.

Die Regionalliga Südwest absolviert aktuell ihren 28. Spieltag. In jeder anderen Saison wären zu diesem Zeitpunkt schon erste Weichen in Sachen Aufstieg, Abstieg oder Klassenerhalt gestellt, doch dieses Jahr ist alles anders. Die Liga besteht nämlich aus 22 Klubs, was 42 Spiele pro Verein bedeutet. Eine echte Marathon-Spielzeit also.

Video herunterladen (5,7 MB | MP4)

Diese Größe ist der Corona-Pandemie geschuldet. Am 13. März 2020 hatte der SWFV nämlich die letzte Regionalligasaison zunächst ausgesetzt, später abgebrochen. Kein Klub musste daraufhin absteigen, allerdings gab es - wie in jeder Spielzeit - vier Absteiger.

Amateurligen vorzeitig beendet

Doch auch diesmal gibt es Komplikationen. Nicht allein wegen des Spielplans, sondern weil die Fußballverbände des Landes Rheinland-Pfalz gerade erst jeglichen Spielbetrieb in den Amateurligen beendet haben. Auch hier ist die Pandemie schuld: Zu wenig verbleibende Zeit für noch zu viele Spiele, die coronabedingt ausgefallen sind.

Eine Entscheidung, die enorme Auswirkungen hat: Von der Verbandsliga abwärts wird es keine Meister, Auf- und Absteiger geben.

Daraus resultiert auf Landesebene ein Ungleichgewicht. Klubs wie Schott Mainz oder der FK Pirmasens sollen die Regionalliga Südwest ganz normal zu Ende bringen. Es werden Auf- und Absteiger ausgespielt. Pirmasens und Schott könnte es erwischen.

Eintracht Trier könnte profitieren

Eine Klasse tiefer, in der Amateur-Oberliga Südwest, könnte indes Eintracht Trier profitieren. Die Moselstädter würden "hochgehen", wenn die Oberliga, wovon auszugehen ist, ebenfalls vorzeitig beendet wird. Und zwar als bester Oberligist, obwohl die Trierer nur achtmal in dieser Saison gespielt haben.

"Das ist natürlich unverständlich"

Eine Regelung, die eine Liga höher auf Unverständnis stößt. Zum Beispiel in Pirmasens. In Pirmasens hat man kein Verständnis für diese Regelung. " Das löst Wut und Ärger aus, wenn man sowas hört", findet Christoph Radtke, Leiter der Geschäftsstelle des FK Pirmasens: "Dann steigt einer auf, der nur acht Spiele gemacht hat, während wir nach 42 Spieltagen absteigen müssten. Das ist natürlich unverständlich." Man werde das daher juristisch prüfen, heißt es in Pirmasens.

Die Diskussionen werden also weitergehen. Klar ist: Den einen Königsweg gibt es nicht, allen kann man es nie recht machen. Dazu kommt: Angesichts steigender Coronazahlen ist es nicht auszuschließen, dass nach dem Amateur- auch noch der Profifussball dicht gemacht wird.

Die meistgeklickten Artikel auf swr.de/sport

Stuttgart

"Einen 1:1-Ersatz gibt es nicht" So will der VfB Stuttgart Silas Wamangituka und Nicolas Gonzalez ersetzen

Der VfB Stuttgart spielt bisher als Aufsteiger eine starke Saison. Doch nun fehlen den Schwaben zwei absolute Leistungsträger in der Offensive. Trainer Pellegrino Matarazzo geht trotzdem optimistisch in die Partie gegen den SV Werder Bremen (Sonntag, 15:30 Uhr).  mehr...

Kaiserslautern

"Wir müssen dieses Spiel gewinnen" Mit dem Rücken zur Wand: Der FCK vor dem ersten "Endspiel" gegen Halle

Sportlich steht der 1. FC Kaiserslautern am Abgrund, abseits des Fußballplatzes herrscht bei den Roten Teufeln Chaos und Uneinigkeit im Klub. Nun wartet mit der Partie gegen den Halleschen FC ein Spiel auf den FCK, in dem ein Sieg fast schon Pflicht ist.  mehr...

Corona | Amateurfußball Jugendfußball: Lockdown mit Folgen

3.000 Jugendmannschaften in Baden-Württemberg weniger als 2010. Auch Südbadens Jugendwart Harald Fengler erlebt einen dramatischen Rückgang beim Nachwuchs in seinem Bezirk. Corona beschleunigt den Prozess zusätzlich.  mehr...

STAND
REDAKTEUR/IN