Udo Sopp (Foto: SWR)

Fußball | Personalie Als ein Pfarrer Präsident des FCK war

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Ein Pfarrer als Fußball-Präsident? Das geht vielleicht auf dem Dorf, aber doch nicht in der Bundesliga. Udo Sopp hat diesen Satz oft gehört - schließlich hat er vor 37 Jahren das Gegenteil bewiesen.

Man schrieb das Jahr 1981, da wurde der Pfarrer Udo Sopp aus Kaiserslautern Präsident des FCK. Das ließ sich gut mit seinem Verständnis von Christentum vereinbaren. Schließlich ist Albert Schweitzer eines seiner Vorbilder. Und der hat für ein lebensnahes Christentum geworben. Tätig. Bei den Menschen. Und als Präsident des 1. FC Kaiserslautern ist man ganz nah bei den Menschen.

Rückzug nach vier Jahren

Der Job hat Udo Sopp nicht nur Freunde gemacht. Denn wenn man Entscheidungen treffen muss, kann das auch unpopulär sein. Dann ziehen auch schon mal FCK-Fans vor‘s Haus und rufen: "Sopp, du A…-Loch." Nicht deshalb hat Udo Sopp seinen Posten nach vier Jahren wieder aufgegeben. Er trat nach Querelen im Vorstand zurück.

Doch er blieb dem FCK treu verbunden. Als Fan, der sich bis heute nicht damit abfinden kann, dass die Roten Teufel drittklassig sind - wo sie doch zu seiner Zeit Real Madrid mit 5:0 abgefertigt haben. Und als Seelsorger, wenn er alle Jahre wieder die Ansprache zum Totengedenken an die verstorbenen FCK-Mitglieder hält. Schließlich ist Religion die Hilfe auf dem Weg, dem Leben einen Sinn zu geben. Und dann wird die Liga, in der die Lauterer spielen, irgendwann unwichtig.

Bundesliga? Das würde sich Sopp wünschen. Doch er bekennt: er wird bald 84 Jahre alt, - und er glaubt nicht, dass er es noch erleben wird, dass der FCK wieder gegen Bayern München um Punkte spielt.

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