Michael Neubert  (Foto: Michael Neubert)

Fußball | Kreisliga Ost Hochrhein Rassistische Rufe - Team verlässt den Platz

Rassistische Rufe von einem Zuschauer haben in der Kreisliga A zu einem Eklat geführt. Ein Team verließ geschlossen den Platz. Der Südbadische Fußballverband verurteilt den Vorfall.

Es läuft die 85. Minute der Kreisligapartie zwischen dem FC Weizen und dem SC Lauchringen. Die Hausherren aus Weizen führen mit 4:1. Dann wird Kebba Mamadou, ein Spieler des SC Lauchringen, durch einen rassistischen Zwischenruf eines Zuschauers beleidigt. Seine Teamkollegen solidarisieren sich mit Mamadou und verlassen geschlossen den Platz.

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Was war passiert?

Nach einer Grätsche Mamadous soll ein Zuschauer "Hey, du Schwarzer, hör auf!" auf das Spielfeld gerufen haben. Mamadou soll daraufhin weinend den Platz verlassen haben. Nach Diskussionen zwischen den Verantwortlichen beider Teams und dem Schiedsrichter verließen auch die übrigen Spieler des SC Lauchringen das Feld. Das Spiel wurde abgebrochen. Kebba Mamadou äußert sich am SWR-Mikrofon über die geschlossene Aktion der Mannschaft:

Ohne Hintergedanken

Bei dieser Aktion ging es den Spielern des SC Lauchringen überhaupt nicht um einen möglichen sportlichen Vorteil, sagte Tobias Kummer dem SWR. Der Lauchringer Kapitän betonte, man habe bereits beim Südbadischen Verband eine Stellungnahme abgegeben, dass der Sieg des FC Weizen (bei Abbruch führte Weizen mit 4:1) auf jeden Fall Bestand haben solle. Weder eine Spielwertung zu ihren Gunsten noch ein mögliches Wiederholungsspiel hätte bei der Lauchringer Entscheidung, das Spiel nicht mehr fortzusetzen, eine Rolle gespielt.

Vielmehr gehe es darum, ein deutliches Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

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Fremdenfeindliche Töne nach dem Spiel

Laut Kummer soll es nicht nur bei der Beschimpfung während des Spiels geblieben sein. Eine ältere Frau soll den Abgang der Mannschaft sogar mit den Worten begleitet haben: "Warum trägt ein Schwarzer bei euch ein weißes Trikot?".

Südbadischer Fußballverband verurteilt Rassismus

Inzwischen hat auch der Südbadische Fußballverband Stellung zu dem Vorfall bezogen und jegliche Form von Rassismus und Diskriminierungen verurteilt. "Gerade der Fussball steht für ein hohes Maß an Integrationsleistungen für Menschen mit Migrationshintergrund in allen Altersklassen. Wir werden dies nicht durch solche Äußerungen schmälern lassen und werden uns weiter für Toleranz und kulturelle Offenheit einsetzen", wird Thomas Schmidt, Präsident des Südbadischen Fußballverbandes, in der Mitteilung zitiert.

Kebba Mamadou ist nach diesem Vorfall zwar immer noch geschockt, er konnte am Montag aber bereits wieder bei seiner Ausbildungsstelle zur Arbeit erscheinen. Für ihn ist es wichtig, dass die Menschen zusammenhalten und den Rassismus gemeinsam bekömpfen, sagt er im Interview mit dem SWR:

FC Weizen distanziert sich

In der Stellungnahme auf der Webseite des Vereins distanzierte sich der FC Weizen von den Äußerungen der Fans und kündigte vereinsinterne Diskussionen und mögliche Maßnahmen an, um derartige Vorgänge künftig zu verhindern. Man stehe für kulturelle Offenheit und zolle der Mannschaft des SC Lauchringen allen Respekt.

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