Steven Zuber, Vincenzo Grifo und Alexander Esswein sind die bisherigen Neuzugänge der Bundesligisten aus dem Südwesten. (Foto: Imago, Pressefoto Rudel/Robin Rudel; Hansjürgen Britsch; Pressefoto Rudel/Robin Rudel;)

Bundesliga | Transfermarkt Die schwierige Suche nach dem "Kracher"

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Das Transferfenster ist in der Bundesliga noch bis zum 31. Januar geöffnet. Doch eine echte Verstärkung im Winter zu verpflichten, ist eine fast unlösbare Aufgabe.

Der Winter-Transfermarkt ist wahrlich kein einfaches Pflaster, hochkarätiges Spielermaterial zu vernünftigen Preisen ist kaum zu finden. Die meisten Vereine geben im Winter nur äußerst ungern Leistungsträger ab. Denn es bleibt zu wenig Zeit, um adäquaten Ersatz zu finden. Klubs, die dennoch Bedarf sehen, sich im Winter zu verstärken, bleibt oft nur ein Leihgeschäft. Einen echten "Kracher" kann man auf dem Wintertransfermarkt nur selten landen. Das bekommt derzeit vor allem VfB-Sportvorstand Michael Reschke zu spüren.

Trotz aller Schwierigkeiten gab es in den letzten Jahren auch immer wieder erfolgreiche Wintertransfers. Beim SC Freiburg waren es beispielsweise Papiss Cissé oder Nils Petersen, die beide im Winter verpflichtet wurden. Bei der TSG Hoffenheim kam im Winter 2011 der spätere Top-Star Roberto Firmino in den Kraichgau (für 40 Millionen Euro zum FC Liverpool), 2016 ein Klassestürmer wie Andrej Kramaric. Und auch in Stuttgart kann man sich bestens an erfolgreiche Wintertransfers erinnern: 2012 wechselte Vedad Ibisevic von der TSG Hoffenheim zu den Schwaben, der Bosnier knipste anschließend in 15 Rückrundenspielen acht Mal. Und auch Mario Gomez wechselte im letzten Winter zurück zu seinem Ausbildungsverein und schoss den VfB mit seinen Toren zum Klassenerhalt.

Dieses Jahr wird man beim VfB wieder darauf hoffen, dass sich einer der bisherigen Wintertransfers, Alexander Esswein und Steven Zuber, als echter "Kracher" herausstellt.

Die bisherigen Wintertransfers der Südwest-Bundesligisten

SC Freiburg: Beim SC Freiburg ist die Liste der Neuzugänge kurz. Bisher wurde lediglich Vincenzo Grifo vom Liga-Konkurrenten aus Hoffenheim ausgeliehen. Aus Sicht der Breisgauer ein Top-Transfer. Der gebürtige Pforzheimer fühlt sich wohl in Freiburg, spielte bereits von 2015 bis 2017 unter Christian Streich. Nun die vorübergehende Rückkehr an alte Wirkungsstätte. Nach der Saison wird Grifo wohl zur TSG zurückkehren.

TSG 1899 Hoffenheim: In Hoffenheim hat man sich bewusst dazu entschlossen, in diesem Winter keine neuen Spieler zu verpflichten. Vielmehr sollte der große Kader verkleinert werden. So verließen Vincenzo Grifo, Kevin Akpoguma, Steven Zuber, Felipe Pires und Gregor Kobel den Kraichgau. Auffallend: Alle fünf Spieler wurden vorerst nur verliehen und nicht verkauft. Über einen Verbleib im Kraichgau soll der neue Trainer im Sommer entscheiden.

1. FSV Mainz 05: In Mainz hielt man, zumindest was den Wintertransfermarkt angeht, bis jetzt die Füße still. Die Mainzer spielten eine gute Hinrunde, belegen mit 21 Punkten den zwölften Tabellenplatz. Rouven Schröder und Sandro Schwarz haben volles Vertrauen in ihre Mannschaft. Folgerichtig gab es weder Zu- noch Abgänge bei den Rheinhessen.

VfB Stuttgart: Beim abstiegsbedrohten VfB sieht das anders aus. Nach der enttäuschenden Hinrunde steht Sportvorstand Michael Reschke in der Kritik. Nun wurden mit Alexander Esswein und Steven Zuber zwei Spieler ausgeliehen. Esswein steht bei Hertha BSC Berlin unter Vertrag, wo er in dieser Saison in der Bundesliga noch nicht zum Einsatz kam. Steven Zuber bringt es in dieser Saison auf immerhin neun Bundesliga-Einsätze für 1899 Hoffenheim, ist aber aktuell noch verletzt (Kapselverletzung im Sprunggelenk). Dabei soll es jedoch nicht bleiben, jedenfalls, wenn es nach VfB-Sportvorstand Michael Reschke geht: "Wir haben noch ein, zwei Ideen", sagte der 61-Jährige am Sonntag bei Sport im Dritten. Möglicherweise verpflichtet der VfB in diesen Tagen noch den 18jährigen türkischen Abwehrspieler Ozan Kabak von Galatasaray Istanbul.

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