Der FC Ente Bagdad bekommt den Julius-Hirsch-Preis des DFB (Foto: Imago, imago/Martin Hoffmann)

Integration | Hintergrund Preis für Mainzer und Stuttgarter Antisemitismus-Kämpfer

Für ihren Einsatz gegen Antisemitismus bekommen der Mainzer Fußball-Klub Ente Bagdad und eine Stuttgarter Schul-Initiative gemeinsam mit dem Kickers-Fanprojekt den Julius-Hirsch-Preis 2019.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zeichnet den Mainzer Sportverein FC Ente Bagdad und das Gemeinschaftsprojekt der Stuttgarter Friedrich-Johann-von-Cotta-Schule und des Kickers-Fanprojekts mit dem "Julius-Hirsch-Ehrenpreis 2019" aus. Die Auszeichnung findet an diesem Montag, den 18. November im "Gesellschaftshaus" des Frankfurter Palmengartens statt. Dort werden auch die beiden weiteren Wettbewerbsgewinner - das Bündnis "Tradition lebt von Erinnerung" um den VfL Osnabrück und die Düsseldorfer Punkband "Die Toten Hosen" gewürdigt.

Mit dem seit 2005 jährlich verliehenen Preis zeichnet der DFB Vereine und Initiativen aus, die sich öffentlich für Demokratie und Menschenwürde sowie gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung einsetzen.

Der FC Ente Bagdad unterstützt seit Jahren die Initiative "!Nie Wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball". Die Initiative erinnert jedes Jahr in Stadien und auf Fußballplätzen rund um den 27. Januar an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 1945. Für die von-Cotta-Schule und das Kickers-Fanprojekt suchen Schülerinnen, Schüler und Fans seit 2017 in Workshops, Exkursionen und Gedenkveranstaltungen nach den Spuren jüdischer Pioniere in Stuttgart.

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Ente Bagdad

Der FC Ente Bagdad hatte bereits 2018 den DFB-Integrationspreis bekommen. Gemeinsam mit ihrem Dachverein "Vitesse Mayence e.V." leisten sie auch abseits des Fußballfeldes ihren Beitrag dazu, Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund den Weg in die Gesellschaft so einfach wie möglich zu gestalten.

Dazu gehören Angebote wie Deutsch- und Schwimmkurse oder das gemeinsame Kochen. Als legendär bezeichnen die Enten selbst außerdem ihre "Kultur-Kick-Reisen" in die Herkunftsländer der Mitspieler. Dort werden die verschiedenen Kulturen erlebt und gelebt.

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Wer war Julius Hirsch?

Julius "Juller" Hirsch zählte vor dem Ersten Weltkrieg zu den bekanntesten Fußballern in Deutschland. Der deutsche Nationalspieler jüdischen Glaubens wurde mit dem Karlsruher FV und der Spielvereinigung Fürth Deutscher Meister. 1943 wurde Julius Hirsch in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und kehrte nicht mehr zurück. Der DFB verleiht den Julius-Hirsch-Preis seit dem Jahr 2005.

REDAKTION
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