Pavard gegen Kramaric (Foto: Imago, Imago)

Fussball | WM 2018 Das Spiel ihres Lebens

Da sind es nur noch zwei Mannschaften: Frankreich und Kroatien spielen den 21. Fußball-Weltmeister aus. Mit Benjamin Pavard und Andrej Kramaric kommen zwei Protagonisten aus dem Südwesten.

Am 16. Spieltag der abgelaufenen Bundesliga-Saison gewann die TSG 1899 Hoffenheim mit 1:0 gegen den VfB Stuttgart. Im Rückspiel, am 33. Spieltag, setzte sich der VfB Stuttgart durch zwei Gomez-Tore durch. In beiden Spielen mit dabei: Benjamin Pavard und Andrej Kramaric. Nun kommt es im WM-Finale zum dritten Duell zwischen den Südwest-Kickern. Diesmal wird es das Spiel ihres Lebens sein.

Rückrunden-Duell zwischen Benjamin Pavard (2. v. rechts) und Andrej Kramaric (mitte). Am Ende siegte der VfB Stuttgart mit 2:0. (Foto: Imago, Imago)
Rückrunden-Duell zwischen Benjamin Pavard (2. v. rechts) und Andrej Kramaric (mitte). Am Ende siegte der VfB Stuttgart mit 2:0. Imago Imago

Vom Backup zum Shooting-Star

Pavard ist eine der großen Entdeckungen bei der WM in Russland. Vor dem Turnier galt der Stuttgarter lediglich als Ersatzmann für Rechtsverteidiger Djibril Sidibé. Weil dieser jedoch vor der WM zunächst lange ausfiel und dann in der Vorbereitung patzte, bekam Pavard seine Chance. Bei seinen beiden Einsätzen in der Gruppenphase spielte er solide– im bedeutungslosen dritten Vorrundenspiel schonte ihn Trainer Didier Deschamps.

Sein erstes Tor für die Nationalmannschaft, er erzielte es im Achtelfinale gegen Argentinien, ist in Frankreich jetzt schon legendär. Die Franzosen haben Pavard sogar ein Lied gewidmet. Im Viertelfinale trumpfte der 22-Jährige dann so richtig auf. Pavard hatte zusammen mit Mittelfeld-Star Paul Pogba die meisten Ballkontakte (100) und gewann 90 Prozent seiner Zweikämpfe. Ohnehin weisen seine Statistiken im bisherigen Turnier Top-Werte auf. Er gewann 60,3 Prozent seiner Zweikämpfe, 85 Prozent der Zuspiele fanden den Mitspieler.

Von der zweiten Liga ins WM-Finale

Diese Entwicklung beeindruckt. Noch keine zwei Jahre ist es her, als Pavard mit dem VfB Stuttgart in der 2. Bundesliga bei Dynamo Dresden eine 0:5-Klatsche einstecken musste. Der VfB und Pavard erholten sich gut von der Niederlage und stiegen in die erste Bundesliga auf. Die Schwaben wollen alles dafür tun, dass das Talent auch noch in der kommenden Saison in Stuttgart spielt. Mit seinen Leistungen hat sich der Abwehrspieler längst in den Fokus von Europas Top-Klubs gespielt.

Kein Spiel ohne Kramaric

Neben Pavard steht ein zweiter Südwest-Kicker im WM-Finale. Der Hoffenheimer Andrej Kramaric ist der einzige Bundesliga-Spieler, der bei der Weltmeisterschaft in allen sechs Partien zum Einsatz gekommen ist. Drei Mal davon als Joker von der Bank.

In der Vorrunde gehörte der Hoffenheimer zum offensiv kaum ausrechenbaren kroatischen Team, das mit drei Siegen gegen Nigeria, Argentinien und Island Gruppensieger wurde. Im Achtelfinale gegen Dänemark behielt Kramaric die Nerven und verwandelte im Elfmeterschießen eiskalt. Im darauffolgenden Viertelfinale rettete er sein Team mit dem wichtigen 1:1 gegen Russland in die Verlängerung und sorgte so mit dafür, dass der Balkan-Staat ins Halbfinale einzog. Gegen England wurde er in der Verlängerung für Ante Rebic eingewechselt. Mit seinen Leistungen hatte Kramaric gehörigen Anteil am größten Erfolg der kroatischen Fußballgeschichte. 

Nagelsmann verhalf Kramaric zu alter Form


Der Stürmer spielt nun seit zweieinhalb Jahren in Hoffenheim. Die TSG ließ sich die Künste des vielseitigen Angreifers elf Millionen Euro kosten – Vereinsrekord. 33 Tore und 20 Vorlagen in 83 Bundesligaspielen stehen in seiner Statistik. Trainer Julian Nagelsmann baute ihn in der letzten Spielzeit nach einer schwachen Vorrunde wieder auf. Ein verschossener Elfmeter im Hinspiel der Champions-League-Qualifikation gegen den FC Liverpool setzte Kramaric zu, nur zwei Tore gelangen ihm in der letzten Vorrunde.

Der 27-Jährige fühlt sich wohl bei den Hoffenheimern, die in der kommenden Saison Champions League spielen. Doch der unberechenbare Dribbler steht längst im Fokus größerer Vereine. Vor der WM erklärte er, ein möglicher Wechsel beschäftige ihn erst nach dem Turnier. In Hoffenheim wollen sie ihn unbedingt halten – eine Parallele zu Pavard beim VfB.

Wiedersehen mit einem Weltmeister

Am 9. Spieltag der neuen Bundesliga-Saison kommt es zum Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und der TSG 1899 Hoffenheim. Möglicherweise stehen sich Benjamin Pavard und Andrej Kramaric dann erneut auf dem Feld gegenüber. Doch nur einer von ihnen wird sich Weltmeister nennen dürfen.

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