Trainer-Legende Rudi Gutendorf ist tot (Foto: Imago, imago/Eduard Bopp)

Fußball | Personalie Trainer-Legende Rudi Gutendorf ist tot

Rudi Gutendorf war Trainer-Legende und Weltenbummler. In der Nacht auf Samstag ist der gebürtige Koblenzer im Alter von 93 Jahren gestorben - und hinterließ einen Weltrekord.

Rudi Gutendorf hielt es nicht lange an einem Ort. 55 Trainer-Stationen in 32 Ländern auf fünf Kontinenten sprechen da eine deutliche Sprache. Seine Spieler-Karriere begann er beim TuS Neuendorf. Für den Koblenzer Fußball-Klub schoss er 46 Tore in 86 Spielen und spielte 1948 sogar im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Nach der aktiven Karriere heuerte er von 1955 bis 1960 als Trainer beim FC Luzern an.

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Die fünf Jahre in der Schweiz waren die längste Station seiner beispiellosen Trainer-Karriere. Er wurde mit dem Meiderichen SV in der ersten Bundesliga-Saison 1963/-64 Vizemeister. Mit gerade einmal 36 Gegentoren stellte das Gutendorf-Team die beste Abwehr der Liga. Gutendorf bekam daraufhin den Spitznamen "Riegel-Rudi" verpasst. Ein Jahr später führte er den VfB Stuttgart zum Klassenerhalt. In der Bundesliga-Saison 1968/69 führte er Schalke 04 in der Rückrunde vom vorletzten Tabellenplatz noch auf Platz sieben und trotz der 1:2-Niederlage im DFB-Pokalfinale gegen Meister Bayern München sogar in den Europacup.

Anschließend tingelte "Rudi Rastlos" durch die Weltgeschichte. Zuletzt war Gutendorf 2003 Trainer der U23-Nationalmannschaft von Samoa. Am 30. August 2016 feierte er seinen 90. Geburtstag in seiner Heimatstadt Koblenz.

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Aufgrund seiner Verdienste bekam er 1997 das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2006 den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz und 2011 das Bundesverdienstkreuz verliehen. "Rudi Gutendorf hat als Weltenbummler und Botschafter des Fußballsports in einem über 50 Jahre währenden Einsatz einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet", begründete der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck die Ehrungen. In der Nacht auf Samstag ist der gebürtige Koblenzer im Alter von 93 Jahren gestorben. Er schlief am Freitag im Beisein seiner Familie friedlich ein. "Wir verlieren in ihm jemanden, der uns durch sein großes Herz und Positivität jeden Tag bereichert hat", schrieb Gutendorfs Familie am späten Samstagabend in einer Mitteilung.

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Auch der DFB trauert um Rudi Gutendorf

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kondolierte am Sonntagmorgen via Pressemitteilung: "Rudi Gutendorf war weltweit ein herausragender Botschafter des deutschen Fußballs, was er für das Ansehen des deutschen Trainerwesens in mehr als 30 Ländern auf fünf Kontinenten geleistet hat, ist einzigartig", wird DFB-Vizepräsident Rainer Koch zitiert. Koch würdigte Gutendorf als "eine kluge, humorvolle und lebensfrohe Persönlichkeit, der DFB wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren". Er habe auch in Deutschland "seine Spuren hinterlassen, als Riegel-Rudi hat er ein Stück Bundesliga-Geschichte geschrieben", fügte Koch an.

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