Sandro Wagner (hier im Länderspiel der DFB-Auswahl gegen Brasilien im März 2018) (Foto: Imago, Sven Simon)

Nationalmannschaft | WM 2018 Joachim Löw kritisiert Sandro Wagner

Sandro Wagner ist mit einem lauten Knall aus der Nationalmannschaft zurückgetreten und hat Bundestrainer Joachim Löw dabei scharf kritisiert. Der hat am Freitag zurückgegiftet.

Weil Bundestrainer Joachim Löw den FC-Bayern-Stürmer Sandro Wagner nicht für die WM nominierte, will der nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen: "Ich trete hiermit sofort aus der Nationalmannschaft zurück. Für mich ist klar, dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse", sagte der 30-Jährige am Donnerstag der "Bild"-Zeitung.

Einen Tag später schoss Löw zurück: "Er stellt manche dar, die bei uns schon ewig spielen, die zu den Führungsspielern gehören, als wären sie ausgemachte Vollidioten", sagte Löw am Freitag. "Als ob sie nur deswegen bei uns sind, weil sie nicht ihre Meinung sagen. Was sollen Jerome Boateng, Mats Hummels denken? Das ist ja völlig hanebüchen."

"Ich kann auch irgendwo verstehen, dass er enttäuscht ist, das ist ja klar", betonte Löw. "Ich finde seine Reaktion ein bisschen überzogen", fügte er hinzu, denn: "Jeder, der uns kennt, weiß, wie wir die Spieler immer anhalten, ihre Meinung zu sagen, offen und ehrlich zu sein, uns kritisch gegenüberzutreten. Diese Dinge werden bei uns groß geschrieben." Wagner hatte das ganz offensichtlich anders gesehen.

Löw beruft Petersen in den vorläufigen Kader

Anstelle des Bayern-Stürmers hatte Löw am Dienstag den Freiburger Nils Petersen in den 27 Spieler umfassenden vorläufigen WM-Kader für das Turnier vom 14. Juni bis 15. Juli in Russland berufen.

Wagner hatte vor ein paar Wochen noch betont, es wäre "Wahnsinn", wenn er nicht mit nach Russland fahren würde. Nach seiner starken Rückrunde mit acht Toren in 14 Spielen für den deutschen Meister hatte der Confed-Cup-Sieger fest mit dem Turnier geplant. Nun folgte die Ausbootung - und nun der Rücktritt.

STAND