Videobeweis (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa)

Kreisliga | Videobeweis Mit Handyvideo zum Sieg in der Kreisliga

Bei einem Kreisligaspiel hat ein Handyvideo zum Sieg geführt. Der Schiedsrichter entschied auf Tor, nachdem er sich während der Partie die strittige Szene angeschaut hatte - auf dem Handy eines Zuschauers.

Es ist wohl die vielleicht kurioseste Szene der Kreisliga. Bei der Partie der Kreisklasse B Kaiserslautern/Donnersberg Süd zwischen dem SV Mölschbach und der SG Hochspeyer ist es zu einem besonderen Videobeweis gekommen.

Der Unparteiische revidierte nach Ansicht des von einem Zuschauer gemachten Videomaterials, dem 2. Vorsitzenden des Gastgebers, eine Tatsachenentscheidung und ermöglichte den Gastgebern dadurch den Siegtreffer zum 3:2 (1:1).

Symbolbild: Der Schiedsrichter bei der Kreisligapartie verließ sich auf den Handy-Videobeweis. (Foto: Imago, imago/GlobalImagens)
Symbolbild: Der Schiedsrichter bei der Kreisligapartie verließ sich auf den Handy-Videobeweis. Imago imago/GlobalImagens

"Diese Derbys, die sind schon nicht einfach zu pfeifen. Es steht 2:2, es ist eine gewisse Drucksituation, eine ganz enge Entscheidung: Ist der Ball im Aus oder nicht. Da hat er sich wohl irgendwie dazu verleiten lassen, sich das Video anzuschauen. Er hat im Unterbewusstsein gewusst, was ich da mache ist nicht korrekt, aber ich gucke es mir trotzdem mal an", sagte Dirk Leibfried, Stellvertretender Vorsitzender des Südwestdeutschen Fußballverband, Kreis Kaiserslautern-Donnersberg, der SWR-Sportredaktion.

Entscheidung führt zu Protest

Die Entscheidung des Schiedsrichters veranlasste den Spielertrainer der SG Hochspeyer, dem Schiri mitzuteilen, dass seine Mannschaft das Spiel unter Protest fortsetzen und nach Spielschluss offiziell Protest einlegen werde. "Aufgrund dieser Situation und wie sich der Sachverhalt letzten Endes auch wirklich darstellt, gab es für uns gar keine andere Möglichkeit, als Protest gegen die Spielwertung einzulegen", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des Vereins.

Der bis dahin vom Handy-Videobeweis profitierende Verein SV Mölschbach 1948 e.V. bestreitet hingegen, das Video während des Spiels gezeigt zu haben.

Schiedsrichter seit knapp 20 Jahren im Amt

Leibfried betont, dass der Schiedsrichter ein erfahrener Unparteiischer sei und seit knapp 20 Jahren im Amt ist. Nach dem Vorfall haben der Verband den 62 Jährigen, auch zu seinem eigenen Schutz, allerdings für mindestens zwei Wochen von seiner Funktion entbunden.

In knapp zwei bis drei Wochen werden beide Vereine Klarheit haben, ob sich die Gebietsspruchkammer für eine Wiederholung entscheiden wird. Leibfried geht davon aus, dass "das Spiel zu 98 Prozent wiederholt werden muss."

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