Klaus Toppmöller nach dem DFB-Pokal-Aus des HSV in Paderborn (Foto: Imago, teutopress)

Fußball | DFB-Pokal Als Robert Hoyzer den HSV und Klaus Toppmöller verpfiff

Vor 15 Jahren prägte der größte Wettskandal im deutschen Profifußball das DFB-Pokalspiel zwischen dem SC Paderborn und dem Hamburger SV. Mittendrin damals als HSV-Trainer: Klaus Toppmöller aus Rivenich an der Mosel.

Klaus Toppmöller war fassungslos. Der damalige HSV-Trainer konnte seinen Augen 2004 bei der DFB-Pokal-Erstrundenpleite seiner Mannschaft beim damaligen Drittligisten Paderborn kaum trauen.

Ein "Weltuntergang" für Toppmöller

"Das war ein Weltuntergang für mich", sagt der 67-Jährige beim Gedanken an das Skandalspiel vor fast 15 Jahren. Die schmerzhaften Erinnerungen an Schiedsrichter Robert Hoyzer, der für den größten Wettskandal im deutschen Profifußball gesorgt hatte, quälen Toppmöller noch immer - besonders vor der Neuauflage der Partie zwischen dem SC Paderborn und dem Hamburger SV im Pokal-Viertelfinale (Dienstag, 18.30 Uhr).

"Ich bin einer, der von klein auf an Fußball spielt und fair gewinnen will", so Toppmöller: "Dass dann einer kommt und betrügt, das war für mich unfassbar."

Zwei Monate nach der Pleite war der Job weg

Der Rivenicher erfuhr 2004 die ganze Wucht des Skandals am eigenen Leib. Der HSV schied nach dem von Hoyzer erzwungenen 2:4 beim damaligen Regionalligisten aus, Toppmöller war in der Folge zwei Monate später seinen Job los und floh aus Deutschland.

"Ich war schon mit Hoffenheim einig und hatte eine Anfrage des 1. FC Köln", erzählt er. Der Ausweg war der Wechsel nach Georgien, wo er die Nationalmannschaft übernahm.

Vor der Rückkehr des HSV nach Paderborn kommen nicht nur bei Toppmöller die Gedanken an damals wieder hoch. Es war ein "Tiefpunkt für den deutschen Fußball", sagte der damalige HSV-Stürmer Sergej Barbarez dem "kicker" mit Blick auf jenes Spiel im August 2004. Auch Toppmöller erinnert sich noch, als wäre die Partie gerade erst abgepfiffen. "Ich habe zwei Spieler von Paderborn vorher bei Saarbrücken trainiert, die haben mich immer umarmt", erzählte der Coach. Doch diesmal war etwas anders, die beiden Spieler seien "bedrückt" gewesen, meinte Toppmöller und folgerte: "Die haben also gewusst, dass da irgendwas gegen uns läuft."

Hoyzer betrügt dreist

Hoyzer hatte dem Hamburger Angreifer Emile Mpenza beim Stand von 2:0 wegen Beleidigung die Rote Karte gezeigt und Paderborn anschließend einen fragwürdigen Elfmeter zugesprochen - herausgeholt von Thijs Waterink. Es folgte eine Paderborner Aufholjagd - begünstigt durch Hoyzers Hilfe. Angeblich soll sich der Schiedsrichter nicht einmal Mühe gegeben haben, den Betrug zu verbergen.

"Spieler von uns hatten mitbekommen, wie der Schiedsrichter in der Halbzeit zur (Paderborner, d. Red.) Mannschaft meinte, 'Spielt ihr so weiter, den Rest mache ich'", erzählt Toppmöller. Dass die Manipulation später aufflog, war ein schwacher Trost. Der DFB sprach dem HSV eine Entschädigung von 1,5 Millionen Euro zu. Die Chance im Pokal war allerdings dahin, weil der Wettbewerb bereits bis zum Viertelfinale fortgeschritten war. Und für Toppmöller war der Erstrunden-K.o. der Anfang vom Ende.

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