Die Spieler des Karlsruher SC bejubeln das 1:0 gegen den SV Waldhof Mannheim (Foto: picture-alliance / dpa)

Fußball | BFV-Pokal KSC schlägt Waldhof im Hochrisikospiel klar

Der Drittligist Karlsruher SC schlug den SV Waldhof Mannheim im Halbfinale des BFV-Pokals mit 4:0 (1:0). Rund um das Hochrisikospiel blieb es weitgehend ruhig.

Beide Teams begannen vor 14.264 Zuschauern im Karlsruher Wildparkstadion abwartend, keine der beiden Mannschaften wollte dem Gegner zu offen begegnen. Torchancen waren in der Anfangsphase deshalb Mangelware.

KSC schlägt eiskalt zu

Mit der ersten richtigen Gelegenheit ging der Drittligist KSC dann gegen den Regionalligisten in Führung. Eine Flanke von der rechten Seite von Marco Thiede kam über Umwege zu Marvin Wanitzek, der aus 16 Metern unhaltbar links unten zum 1:0 einschoß (22. Minute).

Im Anschluss kontrollierte der KSC das Spiel, während die Mannheimer offensiv weiter keine Akzente setzen konnten. So ging es mit der verdienten Führung für Karlsruhe in die Pause.

Die zweite Hälfte lief erst drei Minuten, da musste das Spiel unterbrochen werden, weil im Mannheimer Block Pyrotechnik gezündet wurde. Auf dem Platz tat sich weiter wenig.

Schulz scheitert - Pourie trifft

In der 65. Minute hatte dann auch der SV Waldhof seine erste echte Torchance. Michael Schulz scheiterte nach einem Freistoß am stark parierenden KSC-Keeper Benjamin Uphoff. Im direkten Gegenzug dann das 2:0 für Karlsruhe. Marvin Pourie war nach einem Mannheimer Abwehrfehler zur Stelle und erzielte auch acht Metern den zweiten Treffer für die Badener.

Schleusener schlägt per Fallrückzieher zu

Der KSC war auch im Anschluss klar tonangebend. In der 70. Minute traf Fabian Schleusener per Fallrückzieher zum 3:0 - ein echtes Traumtor des Angreifers.

Im Endspiel gegen Pforzheim

In der 90. Minute setzte dann Pourie mit dem 4:0 nach Pass von Schleusener den Schlusspunkt. Karlsruhe steht damit im Finale des BFV-Pokals und trifft dort auf den Oberligisten 1. CfR Pforzheim.

Das brisante Duell war gleichzeitig ein Großeinsatz für die Polizisten aus Mannheim und Karlsruhe. Für beide Fanlager war es das "Spiel des Jahres".

900 Mannheimer Fans waren mit dem Zug angereist. Am Hauptbahnhof Karlsruhe zündeten sie Pyros in den Mannheimer Vereinsfarben schwarz und blau. Vereinzelt flogen Flaschen, ein Wasserwerfer fuhr vor.

Wegen Verzögerungen beim Transport der Waldhof-Anhänger begann das Spiel erst um 17:40 Uhr. Rund um das Stadion herrschte Sicherheitsstufe eins. Hubschrauber kreisen über der Arena.

Alkoholverbot rund um den Wildpark

Polizisten sichern das Gelände rund um das Stadion. (Foto: picture-alliance / dpa, Helge Prang;)
Polizisten sichern das Gelände rund um das Stadion. Helge Prang;

Schon im Vorfeld wurden Präventivmaßnahmen ergriffen und zum Beispiel Verhaltensregeln an alle Fanbeauftragten verteilt. Ziel war die strikte Trennung beider Lager. Außerdem galt im und rund um das Wildparkstadion ein absolutes Alkoholverkaufsverbot. Die strengen Maßnahmen erwiesen sich als richtig - in Karlsruhe blieb es weitgehend ruhig. Insgesamt wurden acht Polizeibeamte leicht verletzt.

Es kam zu acht vorläufigen Festahmen aufgrund von Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz und wegen Sachbeschädigungen. Bei den Festnahmen kam es zu einer Widerstandshandlung und einer Beleidigung zum Nachteil von Polizeikräften. Außerdem wurden Ermittlungen wegen zwei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und zwei Körperverletzungsdelikten eingeleitet. Acht Personen wurden Platzverweise erteilt.

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