Der FCK-Fußballprofi Lutz Eigendorf auf dem Platz im Trikot (Foto: Imago, imago images / Ferdi Hartung)

Fußball | Historie Es bleibt ein Rätsel - wieso starb Ex-FCK Profi Lutz Eigendorf?

Trug der ehemalige DDR-Fußballprofi Lutz Eigendorf selbst Schuld daran oder hatte das Ministerium für Staatssicherheit der ehemaligen DDR bei seinem Unfall die Hände im Spiel? Auch nach Jahrzehnten bleiben nur Indizien, keine Beweise.

Eigendorf galt als großes Talent im Fußball, war Mitglied der Pionierorganisation und der Freien Deutschen Jugend und spielte letztlich sogar für den BFC Dynamo. In seiner Jugend besuchte er die Kinder- und Jugendsportschule "Werner Seelenbinder", die als Kaderschmiede des Ost-Sports bekannt war.

1970 wechselte er zur Jugendabteilung des DDR-Vorzeigeklubs BFC Dynamo. Für den Verein absolvierte der Mittelfeldspieler 100 Spiele in der Oberliga. Außerdem gehörte er zu Auswahl der Nationalmannschaft und bestritt sechs Spiele für die DDR. Der erst 22-Jährige hatte eine große Karriere im Ost-Fußball vor sich.

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Freundschaftsspiel mit Flucht

Das war aber nicht der Plan von Eigendorf. Am 20. März 1979 spielte der BFC Dynamo gegen den 1. FC Kaiserslautern. Das Freundschaftsspiel zwischen den beiden Mannschaften endete mit einem 4:1 für die Pfälzer. Nun hätte Eigendorf mit seiner Mannschaft wieder in den kommunistischen Osten zurückkehren sollen, doch es kam anders. Am Folgetag besuchte die Auswahl des BFC Dynamos Gießen für einen Einkaufsbummel. Die Gelegenheit nutzte Eigendorf, um sich mit einem Taxi abzusetzen. Die Flucht in den Westen war für den Vorzeigespieler der DDR geglückt.

Neues Leben im Westen

Als Folge seiner Flucht war Eigendorf für ein Jahr von der FIFA gesperrt worden. Anstatt also für den 1. FC Kaiserslautern auf dem Platz zu stehen, saß er für die Roten Teufel nur auf der Tribüne. Es gelang dem Republikflüchtling, sich im Westen ein neues Leben aufzubauen: Eigendorf heiratete erneut und wurde nochmals Vater, er absolvierte für den FCK 57 Spiele und wechselte 1982 zu Eintracht Braunschweig. Dabei äußerte er sich immer wieder kritisch über die DDR und das Fußballsystem im Osten.

Unfalltod oder Mord?

Die Flucht brachte seinen ehemaligen Vereinspräsidenten Stasi-Chef Erich Mielke gegen ihn auf. Die Staatssicherheit hatte rund 50 Agenten auf Eigendorf angesetzt und beschäftigte "Inoffizielle Mitarbeiter", um das Leben des Fußballprofis auszuspionieren. Dann ereignete sich am 5. März 1983 ein Autounfall, dessen Begleitumstände nie abschließend geklärt werden konnten. Eigendorf erlag zwei Tage später seinen Verletzungen. Hinweise führten zum Ministerium für Staatssicherheit als möglichen Auftraggeber eines Mordes. So sei Eigendorf geblendet und möglicherweise mit Alkohol vergiftet worden.

Mehrmals wurde der Unfall untersucht, doch es fanden sich keine abschließenden Beweise für einen Mordauftrag durch die Stasi. Der Tod des Lutz Eigendorfs wird ein ungelöstes Rätsel bleiben.

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