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Fußball | Historie

Kiefers Salto und Briegels rote Karte - vor 42 Jahren verliert der FCK bei Südwest Ludwigshafen

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Am 2. Dezember 1978 gastierte der 1. FC Kaiserslautern als Bundesliga-Tabellenführer im DFB-Pokal bei den Amateuren von Südwest Ludwigshafen. Ein denkwürdiges Spiel.

Glaubt man den umfassenden Statistiken, dann hat Hans-Peter Briegel in seiner langen und erfolgreichen Karriere, also in 414 Liga- und Pokalspielen sowie bei den 72 Einsätzen im Nationaltrikot nur eine einzige rote Karte bekommen. Die kassierte die "Walz von der Pfalz" nicht etwa bei einem der internationalen Turniere, in der Champions League, der Bundesliga oder der italienischen Serie A in Verona oder Genua. Es war am 2. Dezember 1978, keine 50 Kilometer Luftlinie vom heimischen Betzenberg entfernt. Im Ludwigshafener Südweststadion musste der damals 23-Jährige nach einer halben Stunde vorzeitig vom Platz. Da lagen die favorisierten Roten Teufel in der dritten DFB-Pokalrunde beim Oberligisten Südwest Ludwigshafen bereits mit 0:1 zurück. Günter Becker hatte in der 1. Minute getroffen - gegen den FCK-Kult-Torhüter Ronnie Hellström.

Der große Auftritt von "Salto-Kiefer"

Als Werner Melzer für den damaligen Bundesliga-Tabellenführer FCK trotz Unterzahl nach 70 Minuten das 1:1 erzielte, dachten die meisten der 17.000 Fans im Südweststadion, dass jetzt alles den erwarteten Lauf nehmen würde. Doch dann kam der Auftritt von Willi Kiefer. Der Südwest Stürmer traf nicht nur zum 2:1 Siegtreffer, sondern machte mit seinen beiden Salti auch die neue, akrobatische Form des Torjubels bekannt. Ganz Fußball Deutschland war begeistert, Kiefer wurde am Tag nach dem Pokaltriumph des Außenseiters in die ARD Sportschau eingeladen und glänzte auch hier mit der turnerischen Showeinlage. Kleine Anekdote am Rande, zu lesen in der Ludwigshafener "Rheinpfalz": Die Einladung ins ZDF Sportstudio am Vorabend, wo die komplette Mannschaft der Ludwigshafener zu Gast war, verpasste der feierfreudige Pokalheld Kiefer. "Er ist indisponiert", entschuldigte ihn vor laufenden Kameras sein damaliger Sturmpartner Günter Becker.

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Willi Kiefer, 1978. imago images/ WEREK

Früher Tod Kiefers

Während für den SV Südwest das Pokal-Abenteuer in der Saison 1978/79 mit einer 0:2 Niederlage im Viertelfinale beim 1.FC Nürnberg endete, zog es "Salto" Willi Kiefer nach einer Zwischenstation beim SV Waldhof Mannheim in die USA und danach für acht Jahre nach Frankreich. Nach seiner Rückkehr in die Pfalz trainierte er einige Jugendmannschaften. Am 1. März 2010 starb Willi Kiefer im Alter von nur 54 Jahren überraschend an Herzversagen. Sein artistischer Salto Torjubel aber bleibt unvergessen - und hat, nicht erst durch Weltmeister Miroslav Klose, längst zahlreiche prominente Nachahmer gefunden.

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