harry Koch (Foto: SWR)

2. Bundesliga | 1. FC Kaiserslautern Harry Koch: " Ich hätte ihm das so nicht zugetraut"

Robin Koch startet aktuell beim SC Freiburg durch. Seinen Vater, Ex-FCK-Profi Harry Koch, macht das richtig stolz.

Dünner Schnurrbart und lange, lockige Haare – so kennen die Fans des 1. FC Kaiserslautern Harry Koch. 220 Spiele in der ersten und zweiten Bundesliga hat Koch für die Roten Teufel bestritten, stieg mit ihnen ab - und wieder auf, wurde DFB-Pokalsieger und Deutscher Meister. Publikumsliebling war er auf dem Betzenberg. "Harry, Harry" haben sie gerufen, acht Jahre lang, von 1995 bis 2003. Danach spielte er noch drei Jahre bei Eintracht Trier und beendete dort seine Fußballerkarriere.

Heute ist der 48-Jährige stolz auf seinen Sohn Robin, Profi beim SC Freiburg, der sich anschickt, in die Fußstapfen des Vaters zu treten: "Er macht das hervorragend, hätte ich ihm nicht ganz so zugetraut. Aber die Entwicklung, die er jetzt genommen hat, war schon phänomenal". Nach einer starken Saison beim 1. FC Kaiserslautern ist Robin Koch im August 2017 zum SC Freiburg gewechselt, in die erste Bundesliga. Gegen Eintracht Frankfurt hat er gerade sein erstes Bundesligator gemacht, mit dem Kopf. Nach nur zehn Spieltagen.

Harry Koch selbst hatte dafür 90 Tage gebraucht – und freut sich entsprechend für seinen Sohn: "Für ihn ist das natürlich schön. Ich hab mich auch gefreut vor dem Fernseher. Freiburg hat die Standards aber auch trainiert und Robin ist ein großer Spieler, kopfballstark und von daher war's irgendwann mal Zeit, dass er ein Kopfballtor macht". Der 21-Jährige hat sich im Breisgau schnell durchgesetzt, schneller als viele gedacht haben – zuletzt stand er immer in der Startaufstellung.

Vom Innenverteidiger zum Mittelfeldspieler

Er habe seine Chance gut genutzt, sagt Harry Koch über seinen Sohn: "Es kann ja auch ganz anders laufen, dass er ein schlechtes Spiel macht und dann erst wieder auf der Bank draußen sitzt und sich erst wieder neu beweisen muss. Aufgrund der Verletzungen in der Freiburger Hintermannschaft ist er da eigentlich gut reingekommen und hat seine Leistungen gut abgeliefert und auch konstant so weitergespielt".

Und das, obwohl Robin Koch in Freiburg auf der Sechserposition eingesetzt wird, eine Position, die ihm in Kaiserslautern noch nicht immer gelegen hat. Dort machte er seine stärksten Spiele als Innenverteidiger, bildete zusammen mit Ewerton eine starke Defensive, die ihren Anteil am Klassenerhalt der Roten Teufel hatte. Und jetzt also die Sechserposition im Mittelfeld. Für Vater Harry keine große Überraschung.

"Weil er in der Jugend eigentlich die ganze Zeit auf der Sechserposition oder sogar auf der Zehn gespielt hat und erst später, also in der ersten Mannschaft beim FCK dann auf die Innenverteidigerposition gewechselt hat. Es ist schon ziemlich schnell gegangen, aber er meistert das gut". Der Wechsel vom FCK zu den Freiburgern sei für Robin genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen, sagt Harry Koch – auch, wenn es vorher viele Stimmen gegeben habe, die den Wechsel für zu früh gehalten hätten: "Ich fand es optimal für ihn, weil er sich da weiterentwickeln kann. Und Freiburg ist, wie man weiß, ja nicht die schlechteste Adresse, um junge Leute weiterzubringen". Und vielleicht haben Vater und Sohn dann irgendwann – neben der Zeit bei den Roten Teufeln – auch mal einen Titel gemeinsam.

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