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Nach dem Sieg gegen Roter Stern Belgrad und dem "Europa-League-Baby" von Florian Grillitsch geht für die TSG Hoffenheim der hektische Alltag weiter - und der heißt Werder Bremen.

Für Sebastian Hoeneß war es als Trainer der TSG 1899 Hoffenheim nach dem erfolgreichen Europa League-Auftakt eine kurze Nacht. "Das Genießen ist mit dem gestrigen Abend abgeschlossen", erklärte der 38-Jährige gut zwölf Stunden nach dem 2:0 (0:0) gegen Roter Stern Belgrad. Als er sich dann in der Pressekonferenz mehrfach räuspern musste, schob er lächelnd hinterher: "Ich hab' nicht durchgefeiert, ich hab' einen Frosch im Hals." Der Blick bei den Kraichgauern ging schnell wieder Richtung Fußball-Bundesliga, wo die TSG am Sonntag (18.00 Uhr) bei Werder Bremen antritt.

Wie gegen den serbischen Meister muss Hoffenheim auch in Bremen auf sein in Quarantäne befindliches Trio um Andrej Kramaric verzichten. Der kroatische Torjäger hat zehn der letzten zwölf Treffer der Kraichgauer in der Liga erzielt und in dieser Spielzeit bereits sechs. Er war vergangene Woche ebenso wie Kasim Adams positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch Pavel Kaderabek ist - wegen eines Falls in der Familie - weiter in Quarantäne.

Papa Grillitsch feiert sein "Europa-League-Baby"

Offen ist, ob Florian Grillitsch zum Einsatz kommt. Der Ex-Bremer und österreichische Nationalspieler ist in der Nacht zum Freitag Vater einer Tochter geworden - so hatten die Hoffenheimer doppelt Grund zum Feiern. Die freudige Nachricht aus dem Hause Grillitsch verkündete Hoeneß so: "Darüber sind wir alle happy. Seinen beiden Mädels geht es gut. Wir haben da jetzt sozusagen ein Europa-League-Baby bekommen."

Der Mittelfeldspieler war in der Halbzeit gegen Belgrad am Donnerstagabend ausgewechselt worden und ins Krankenhaus geeilt, weil seine Frau Hannah in den Wehen lag. Er bekam erstmal trainingsfrei. Weiterhin fehlen den Hoffenheimern die verletzten Abwehrspieler Ermin Bicakcic und Benjamin Hübner.

Welches Gesicht zeigt die TSG Hoffenheim in Bremen?

Nach zuletzt zwei Niederlagen in der Liga bei Eintracht Frankfurt und gegen Borussia Dortmund - anschließend an den 4:1-Triumph gegen den FC Bayern München - hofft Hoeneß nun auf "mehr Kontinuität". Für Kevin Vogt, der in der Rückrunde 2019/2020 an Werder ausgeliehen war, und auch für Grillitsch (2013 bis 2017 in Bremen) ist es eine besondere Partie.

Auch die Bremer haben einen nicht namentlich genannten Corona-Fall in ihren Reihen. Mit dem Gedanken an eine mögliche Spiel-Absage wollte sich Hoeneß aber erst gar nicht beschäftigen. Die Pandemie nötige auch seinem Team eine gewisse Flexibilität ab, "aber da sind wir schon erprobt. Es ist eine Stärke der Mannschaft, dass wir in der Lage sind, schwierige Situationen zu meistern".

Hoffenheim fährt mit Selbstvertrauen nach Bremen

Der Erfolg im ersten Gruppenspiel gegen Belgrad und der zweite Europacup-Sieg der Vereinsgeschichte im 15. Spiel gebe den Profis "wieder Vertrauen und ein gutes Gefühl". Christoph Baumgartner brachte die Hoffenheimer nach 64 zähen Minuten im leeren Sinsheimer Stadion mit 1:0 in Führung. "Der Trainer hat vor dem Spiel gesagt: Heute haust du einen rein!", erzählte der 21-Jährige Offensivmann später begeistert. Und: "Ich habe in der Halbzeit versprochen, dass ich für den Flo einen reinhauen werde." Munas Dabbur machte mit seinem Treffer in der Nachspielzeit alles klar.

"Wir sind total überzeugt, dass wir die Europa League nutzen können, um für uns Werbung zu machen", sagte Hoeneß, der unbedingt im internationalen Wettbewerb überwintern will. Sein Team geht nun als Tabellenführer der Gruppe L am nächsten Donnerstag in die Partie bei KAA Gent.

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