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Als Tabellenzwölfter ist Hoffenheim erstmal im grauen Mittelfeld der Bundesliga versackt. Kaum noch etwas erinnert an das triumphale 4:1 gegen den FC Bayern von Ende September. In der Europa League hingegen kann die TSG ihre kleine Erfolgsserie ausbauen.

Der Balance-Akt zwischen Bundesliga und Europa League macht der TSG 1899 Hoffenheim immer mehr zu schaffen. Im Alltagsgeschäft warten die Kraichgauer nach dem ernüchternden 1:3 (0:0) gegen den 1. FC Union Berlin nun seit vier Spielen auf einen Sieg.

Auf internationaler Bühne kann die Mannschaft von Sebastian Hoeneß am Donnerstag (21:00 Uhr) zwar den dritten Erfolg in der dritten Begegnung landen, doch der Trainer hat in der Abwehr nicht mehr viele Alternativen.

"Ich sehe nicht so gravierende Leistungsunterschiede, ich sehe Unterschiede in den Ergebnissen", sagte der 38-Jährige nach dem Rückschlag im Montagabendspiel im leeren Sinsheimer Stadion zu den Auftritten in beiden Wettbewerben.

Hoeneß spricht über "Belastungsgründe"

Hoeneß wollte bisher nicht groß lamentieren angesichts der Corona-Ausfälle von Torjäger Andrej Kramaric, Pavel Kaderabek und Kasim Adams. Er deutete die Folgen der Doppelbelastung auch diesmal nur an: "Vielleicht hat ein bisschen Energie gefehlt. Vielleicht sind das ein bisschen die Belastungsgründe", sagte er. Klar sei aber: "Hinten kommt's gerade knüppeldick."

Die Routiniers Benjamin Hübner und Ermin Bicakcic fehlen ohnehin, gegen die Hauptstädter musste auch Stefan Posch verletzt raus. Der österreichische Nationalspieler knickte in einem Duell mit Matchwinner Max Kruse (ein Tor, zwei Assists) um und zog sich eine Sprunggelenksverletzung zu.

Das Warten auf Andrej Kramaric

Und vorne traf nur Munas Dabbur (80.) für die TSG. Sehnsüchtig warten die Kraichgauer auf die Rückkehr von Kramaric, der sechs der zehn Saisontreffer erzielt hat. Der kroatische WM-Zweite soll aber nach einem positiven Coronatest und zweiwöchiger Quarantäne vorsichtig aufgebaut werden. Hoeneß will sich von Kramaric, Adams und Kaderabek erstmal "ein Bild machen, wie sie körperlich beieinander sind."

Im Angriff beklagte er jedenfalls die fehlende Effektivität. Die Hoffenheimer kassierten auch durch den Platzverweis gegen den Dänen Robert Skov "einen wahnsinnigen Nackenschlag", wie der aufgewühlte und enttäuschte Hoeneß die Rote Karte betitelte.

Grillitsch kritisiert Schiedsrichter Hartmann

Mittelfeldspieler Florian Grillitsch war nach der harten Entscheidung des Unparteiischen Robert Hartmann (Wangen) bedient. "Ich glaube, der Einzige, der kein Bundesliga-Niveau hatte, war der Schiedsrichter. Das war bodenlos für mich", kritisierte der Österreicher im "DAZN"-Interview unmittelbar nach dem Spiel.

"Wir sind natürlich alle enttäuscht. Wir wollten das 2:1 machen, aber vielleicht wollten wir da auch zu sehr den Sieg", sagte der israelische Angreifer Dabbur nach der missglückten Schlussphase und forderte: "Wir müssen daraus lernen."

Optimale Ausbeute in der Europa League

In der Europa League feierte Hoffenheim in zwei Partien zwei Siege. Die TSG startete mit einem Heimsieg über Roter Stern Belgrad in die Gruppenphase, zuletzt gewann die TSG mit 4:1 beim belgischen Vertreter KAA Gent. Mit sechs Punkten aus zwei Spielen ist Hoffenheim Tabellenführer in der Gruppe L.

Nach dem nächsten Gruppenspiel gegen den tschechischen Vertreter Liberec tritt die TSG am Sonntag beim VfL Wolfsburg an, bevor es in die Länderspielpause geht. Bei den Erfahrungen mit Kramaric und Co. aus der vergangenen Abstellungsperiode ist dies aber keine besonders beruhigende Aussicht für den Club.

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