TSG-Hoffenheim-Stürmer Andrej Kramaric steht mit entäuschtem Gesicht auf dem Spielfeld. (Foto: imago images, IMAGO / Jan Huebner)

Fußball | Bundesliga

Hoffenheims enttäuschende Saison

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Zu viele Chancen vergeben, zu viele Gegentore: Auf diesen Nenner lässt sich schon jetzt die Saisonbilanz der TSG Hoffenheim bringen. Sportchef Rosen kündigte Konsequenzen an.

Mit hängenden Köpfen standen die enttäuschten Profis der TSG 1899 Hoffenheim nach dem letzten Heimspiel dieser Saison vor ihren Fans. Pflichtgemäß schossen sie noch ein paar Bälle ins Publikum. Die PR-Aktion konnte natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass es beim nordbadischen Fußball-Bundesligisten angesichts des Absturzes in den vergangenen Wochen mächtig viel aufzuarbeiten gibt. "Natürlich muss man eine schärfere Analyse machen nach dem letzten Spieltag", sagte Sportchef Alexander Rosen nach der achten sieglosen Partie in Serie.

Das 2:4 (2:1) am Samstag vor 20.033 Zuschauern in Sinsheim war typisch für eine Runde, die die TSG-Verantwortlichen um Rosen und Trainer Sebastian Hoeneß noch lange beschäftigen wird. "Die Niederlage heute war der Höhepunkt unserer Negativserie. Wir sind alle brutal enttäuscht. Das Spiel war sinnbildlich für die ganze Saison", sagte Christoph Baumgartner, nachdem auch die letzten theoretischen Chancen auf einen Europacup-Platz weg waren.

Hoffenheim will mehr Qualität in der Abwehr

Schließlich hatte die TSG durch den Treffer des Österreichers (36. Minute) und das Tor von Georginio Rutter (22.) zweimal in Führung gelegen. Bei den Gegentreffern durch Torjäger Patrik Schick (34./76.), Moussa Diaby (73.) und Lucas Alario (90.+1) sah die Hoffenheimer Hintermannschaft aber ganz schlecht aus.

55 Tore hat das Hoeneß-Team vor dem letzten Spiel bei Borussia Mönchengladbach kassiert - drei mehr als der Tabellenvorletzte Arminia Bielefeld. Auf die Frage, ob die Abwehr eine große Baustelle sei, antwortete Rosen vielsagend: "Volltreffer!" Das sei ein klares Kaderanlyse-Thema - "da muss mehr Qualität rein".

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Hoffenheim mit vielen Verletzten

Gelitten hat die Defensive auch immer wieder durch Langzeitausfälle wie von Kapitän Benjamin Hübner und Ermin Bicakcic. Zuletzt fehlte auch Florian Grillitsch, der den Verein im Sommer mit unbekanntem Ziel verlässt. Und genau da tut sich das nächste Dilemma auf: Nicht einmal Rosen und Hoeneß sprechen mehr davon, dass die vielen Verletzten - wie schon in der vergangenen Spielzeit - nur Schicksal oder Zufall sind.

"Uns haut's seit drei Monaten wieder 30, 40 Prozent des Kaders einfach weg. Da gibt's tatsächlich ein paar offene Fragen, die dringend kritisch geklärt werden müssen", räumte Rosen ein. Die Frage, ob dies auch Folgen für die medizinische Abteilung haben könnte, wollte Hoeneß verständlicherweise nicht in der Pressekonferenz klären.

Hoffenheim Saisonbilanz: "unzufriedenstellend"

Unterm Strich steht jedenfalls eine enttäuschende Bilanz. Zumal ja Mäzen Dietmar Hopp mitten in der Runde verkündet hatte, dass sein Club "dauerhaft" international spielen solle. "Wir haben zwei Drittel überperformt in dieser Saison", sagte Rosen im Rückblick auf den März, wo die TSG noch im Rennen um die Champions-League-Plätze lag. "Und wir haben ein Drittel mit einer gravierenden Unterperformance. Auf's große Ganze geschaut, ist das jetzt kein Drama", ergänzte der 43 Jahre alte Manager. "Aber die Ausgangsposition und die Chance, die wir hatten, die haben wir liegen gelassen."

Ein achter oder neunter Tabellenplatz am Ende sei natürlich "unzufriedenstellend". Irgendwie auch sinnbildlich für Hoffenheims Bundesliga-Jahr: Vize-Weltmeister Andrej Kramaric, der immer noch bei nur fünf Treffern steht, schoss beim Stand von 2:3 am leeren Tor vorbei. Chancen hatte die TSG meist genügend. Mit dem Kroaten, zum Saisonende von Hoeneß noch zum Kapitän gemacht, hatte der Club kürzlich den Vertrag verlängert - was er zu Beginn des Jahres auch im Fall David Raum (bis 2026) getan hatte. Ob der Nationalspieler angesichts seiner rasanten Entwicklung und der fehlenden internationalen Perspektive im Kraichgau nächste Saison noch für Hoffenheim spielt, ist ungewiss. Rosen kann den Verbleib von Raum jedenfalls «nicht garantieren».

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