Trainingsauftakt: Hoffenheims Trainer Andre Breitenreiter (l) lacht zusammen mit Spielern. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Uwe Anspach)

Fußball | Bundesliga

Trainingsauftakt mit Glücksgefühl: Breitenreiters Start bei der TSG Hoffenheim

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Ann-Kathrin Rose

Die TSG Hoffenheim ist mit dem neuen Trainer André Breitenreiter in die Saisonvorbereitung gestartet. Bei seiner ersten Einheit sorgte der Coach für Euphorie und ist nicht nur bei den Fans beliebt.

"Direkt Stimmung reinbringen", ruft André Breitenreiter seinen Spielern zu. Der neue Trainer der TSG Hoffenheim blickt auf seine Stoppuhr, drückt und wirft dann doch noch mal einen Blick auf den kleinen Zettel in der anderen Hand. "Drei mal drei Minuten." Die Stimmung zum Start in die Sommervorbereitung an diesem Sonntag aber hält länger als jene vom Coach vorgegebenen drei mal drei Minuten. Das spürt auch Breitenreiter, der sich schon bei seiner offiziellen Vorstellung am Freitag bemüht hatte, Aufbruchstimmung zu verbreiten.

Die Fans hat er damit schon einmal überzeugt - rund 400 sind nach Zuzenhausen gekommen, um ihrem Team an einem schwülen Sonntagnachmittag zuzujubeln. Viele von ihnen freuen sich über den neuen Trainer. "Guter Mann", raunen sie im vorbeigehen. Im direkten Gespräch mit dem Coach klingt das nach der ersten Einheit dann ein wenig euphorisch. "Alles Gute - und, können die Jungs und ich noch ein Foto mit dir machen?" Können sie. Breitenreiter, oder "der André", wie die Fans ihn nennen, ist nahbar. Einer von ihnen. 

"Viele strahlende Gesichter"

Für den Trainer ist das wichtig, es gehört zu seinen Überzeugungen. "Ich habe heute in viele strahlende Gesichter gesehen", schwärmt Breitenreiter im Gespräch mit SWR Sport und scheint selbst nicht weniger glücklich. Breitenreiter wischt sich den Schweiß von der Stirn. Denn - bei aller Euphorie, bis zum Saisonstart gibt es viel zu tun für den Coach. Die Fans will er nicht nur an den Trainingsplatz, sondern dann auch wieder ins Stadion locken. "Und es vielleicht auch mal wieder voll machen", sagt er. Das aber ist in Hoffenheim auch vor der Pandemie eher selten gewesen. An Breitenreiters Ambitionen aber ändert das nichts.

Er will ein Team formen, das kämpft, sich aufreibt, und dem so auch Fehler verziehen werden. Der Trainer ist ein Arbeiter, mit Liebe zum Fußball, und einer, der weiß, dass beides nicht ausreicht, um in der Bundesliga zu bestehen. "Das geht nur mit positiver Ausstrahlung", sagt er, mit Leichtigkeit. Und mit Punkten, möchte man ergänzen. Auf dem Platz ist der Wunsch nach Leichtigkeit schon in der ersten Einheit zu sehen. Er flachst mit den Spielern, scherzt und versetzt Ihlas Bebou, den er einst in Hannover zum Bundesligaspieler machte, schon bei den ersten Übungen einen Klaps. 

"Einfach alle mitnehmen"

"Er ist ein kommunikativer Typ und will einfach jeden mitnehmen", fasst Bebou dieses Seite des Trainers zusammen. Die andere aber kennt er auch. "Er hat mich besser gemacht." Und so könnte der Trainerwechsel in Hoffenheim nicht nur für die TSG zum richtigen Zeitpunkt gekommen sein. Auch Bebou, der in der vergangenen Spielzeit seine Stärke aufblitzen ließ, dem es aber allzu oft an Konstanz fehlte, könnte von Breitenreiter profitieren. Für den aber ist erst einmal etwas Anderes wichtig: "Der Junge muss gesund bleiben."

Motiviert ist "der Junge" jetzt schon. Und ist damit offenbar nicht allein. "Wir hatten heute einen fixen Treffpunkt und viele Spieler waren schon früher da", erzählt Breitenreiter nicht ohne Stolz. "Ich beobachte natürlich sehr genau, aber man merkt, dass jeder Spieler motiviert ist und sich auf den Start freut." Das gilt auch für die Neuzugänge. Denn auch die standen, wie der Trainer, am Sonntag das erste Mal mit der Mannschaft auf dem Platz. "Es hat heute unglaublich viel Spaß gemacht", sagt Prömel, der von Union Berlin zu seinem Ex-Club Hoffenheim zurückkehrte. "Ich bin gekommen, um Spiele zu gewinnen. Dafür bin ich hier." Und der neue Trainer? "Macht einen guten Eindruck."

David Raum: Geht er oder bleibt er? 

So sehen das auch die Fans, die an diesem Nachmittag aber auch noch ein anderes Thema haben: "Den David." David Raum, der nicht mit dem Team auf dem Platz steht, weil er - wie alle Nationalspieler - noch Urlaub hat. Mit großen Bechern perlender Kaltgetränke in der Hand analysieren die Anhänger die Wechselambitionen des Nationalspielers. Ob er geht? Steht noch nicht fest, aber: "Hauptsache nicht zu Dortmund." Das ist ihnen wichtig. 

Ein paar Minuten später ist die Diskussion um David Raum vergessen. Das Training ist zu Ende, die Fans applaudieren und André Breitenreiter hat sein erstes Ziel erreicht und mal ein bisschen Stimmung reingebracht, in die TSG Hoffenheim.

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Ann-Kathrin Rose

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