Die TSG Hoffenheim bereitet sich im Trainingslager auf die Restrunde vor. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Fußball | Bundesliga

Hoffenheim im Trainingslager: In der Ruhe liegt die Kraft

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Ann-Kathrin Rose

Die TSG Hoffenheim bereitet sich an der Algarve auf die anstehenden Aufgaben in der Bundesliga vor. Trainer André Breitenreiter strahlt Ruhe aus. Und will trotzdem Klartext sprechen.

André Breitenreiter ist schon so lang im Fußball-Business, dass es scheint, als würde ihn so schnell nichts nervös machen - keine ungewöhnlich lange Winterpause, kein Wechselgerücht um einen Leistungsträger und auch keine Anfälligkeit für Gegentore. "Fußball ist ein Fehlersport und wenn keiner einen Fehler macht, dann geht jedes Spiel 0:0 aus", sagt der Trainer der TSG Hoffenheim im Pressegespräch aus dem Trainingslager in Portugal. "Aber wir machen ein paar zu viele davon."

Genau das hat Breitenreiter unter der milden Sonne der Algarve angesprochen. "Die Jungs wissen das und sind auch sehr bemüht und gewillt hier im Training." Denn vor der WM- und Winterpause hatten die Hoffenheimer auch aufgrund eben jener Fehler fünf Spiele in Folge keinen Sieg eingefahren. Eine Serie, die sich, wenn der Ball in der Bundesliga Ende Januar wieder rollt, nach Möglichkeit nicht fortsetzen soll.

Ballverluste als Schwäche ausgemacht

"Wenn ich ein Spiel wie gegen Wolfsburg sehe, wo wir die klar bessere Mannschaft sind, guten Offensivfußball spielen, uns aber durch leichte Ballverluste um den Lohn bringen, dann mache ich das zum Thema", sagt Breitenreiter. Mit dem Spiel gegen Wolfsburg ist nicht das letzte Aufeinandertreffen in der Liga gemeint, sondern das Testspiel am Freitag, das die TSG mit 2:3 verloren hat.

Auch hier, davon ist der Coach überzeugt, sind diese Ballverluste nicht etwa eine Frage der Qualität, sondern der Konzentration. "Das soll auch nicht zu negativ klingen, wenn ich Sachen anspreche. Aber es nervt uns am Ende alle, wenn wir durch leichte Ballverluste Gegentreffer bekommen." Schließlich habe sein Team gegen Wolfsburg "gutes Pressing" und "schönen Kontaktfußball" gezeigt.

Konkurrenzkampf im Sturm

Das betont der routinierte Trainer ebenso wie die gute Stimmung in der Mannschaft. Er bemüht sich um die Balance zwischen Anspannung und Entspannung. "Wir sind auch hier um eine gute Zeit zu verbringen." Dafür hatten die Profis am Samstag einen freien Nachmittag, das Trainerteam hat sich zum gemeinsamen Golf spielen getroffen. Gemeinsame Erinnerungen schaffen - aber: Was auf dem Golfplatz passiert, bleibt auf dem Golfplatz.

Lieber spricht der Coach über das, was auf dem anderen Platz - also dem ohne Löcher - gut läuft. Mit Ihlas Bebou, der wegen einer Knieverletzung fehlte, und Munas Dabbur, den eine Schulterverletzung ausgebremst hatte, sind gleich zwei Leistungsträger zurück. "Es ist erfreulich, dass wir im Sturm wieder eine gute Konkurrenzsituation haben." Denn auch Neuzugang Kasper Dolberg, der im Test gegen Wolfsburg eine Stunde auf dem Platz stand, heizt die noch an. Noch nicht richtig fit ist dagegen Andrej Kramaric, der noch immer mit Luftknappheit zu kämpfen hat.

Wie geht es mit Rutter weiter?

Zur Situation um Georginio Rutter, der mit Premier-League-Club Leeds United in Verbindung gebracht wird, wollte sich Breitenreiter indes nicht äußern. Das, so der Coach, hätte TSG-Direktor Profifußball, Alexander Rosen, bereits übernommen. "Aktuell gibt es mehr als nur einen Club, der sich intensiv um den Spieler bemüht", hatte Rosen am Sonntag betont. "Letztlich müssen wir entscheiden, was für die TSG Hoffenheim unter den gegebenen Umständen das Beste ist." Rutter trainiert aktuell nur eingeschränkt, dürfte auch beim Testspiel gegen Genf am Montag fehlen.

Das ist für Trainer Breitenreiter aber wichtig, um zu sehen, ob und wie seine Mannschaft all das umsetzt, was an der Algarve zuletzt Thema war. "An den kleinen Dingen müssen wir arbeiten und dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir eine richtig gute Rückrunde haben werden", so der Coach betont gelassen. Schließlich dürfte ihn auch das nicht aus der Ruhe bringen.

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Ann-Kathrin Rose

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