Munas Dabbur hat die TSG Hoffenheim in der Schlussphase zum Sieg gegen den VfL Bochum geschossen. (Foto: IMAGO, IMAGO / Langer)

Fußball | Bundesliga

Hoffenheim zwischen Zaudern und Zuversicht

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Hoffenheim spielt erst vogelwild, Kramaric verschießt später einen Elfmeter - nach einer erfolgreichen Aufholjagd steht gegen Bochum dennoch der erste Saisonsieg der Kraichgauer.

Am Ende stand André Breitenreiter erstmals vor der Südtribüne in Sinsheim und durfte sich vom harten Kern der nur 17.005 Zuschauer für sein erfolgreiches Heimdebüt bei der TSG 1899 Hoffenheim feiern lassen. Ein mühsames 3:2 (2:2) gegen den VfL Bochum gelang seiner neuen Mannschaft am zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga. Die internationalen Ambitionen des Clubs von Mehrheitseigner Dietmar Hopp sind bekannt. Doch schon nach zehn Minuten versetzte Bochum diesen Ambitionen einen herben Dämpfer: "Es war ein kompletter Fehlstart", ärgerte sich Grischa Prömel im Interview mit SWR Sport. "Die ersten 20 Minuten haben wir nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Folgerichtig wurden wir dann bestraft."

Der Strafende war Bochum-Stürmer Simon Zoller, der Hoffenheim mit seinem Doppelpack (10. & 13.) vor eine immens schwierige Aufgabe stellte. "Nach 20 Minuten habe ich ehrlich gesagt nicht daran geglaubt, dass das heute was mit dem Sieg wird", sagte Hoffenheim-Coach André Breitenreiter. "Wir waren passiv, wir haben nach hinten verteidigt - so sollen wir nicht Fußball spielen."

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Joker Munas Dabbur rettet Hoffenheim

Zoller hatte die TSG-Abwehr mit Kevin Vogt, Stanley Nsoki und Ozan Kabak ordentlich aufgemischt. Breitenreiter musste reagieren: Den vom FC Brügge gekommene Nsoki nahm der Trainer schon zur Pause raus, kurz darauf musste der angeschlagene Vogt ersetzt werden. Bis dahin hatte Hoffenheim aber schon durch die Tore von Christoph Baumgartner (15.) und Ozan Kabak (22.) ausgeglichen. Joker Munas Dabbur köpfte dann in der 88. Minute zum 3:2 ein. "Nach 0:2 auf diese Art zurückzukommen, dann noch einen Elfmeter zu verschießen und trotzdem noch daran zu glauben, bis zur letzten Minute. Das haben die Jungs sehr gut gemacht", sagte Breitenreiter und hofft: "Das kann einiges bewegt haben."

Neues Gefühl in Hoffenheim

Die Erleichterung nach dem Ende von saisonübergreifend zehn sieglosen Liga-Spielen, davon neun unter Breitenreiter-Vorgänger Sebastian Hoeneß, war bei den Hoffenheimern riesig. Dass Andrej Kramaric mit einem Foulelfmeter an VfL-Keeper Manuel Riemann scheiterte, konnte die TSG hinterher gut verschmerzen. Auch dass der aus Leipzig ausgeliehene Angelino wenige Tage nach seiner Verpflichtung einen eher unauffälligen Einstand auf der linken Außenbahn gab. Der von dort verdrängte Däne Robert Skov überzeugte dafür auf der offensiven rechten Seite. "Ich finde, dass er trotz der wenigen Trainingseinheiten gut reingefunden hat", sagte Breitenreiter über den Spanier Angelino.

Hoffenheim hofft auf größeres Publikum

Nach dem 1:3 zum Auftakt in Mönchengladbach sieht der diesjährige Meistertrainer des FC Zürich die Kraichgauer nun auf dem richtigen Weg: "Ich glaube, dass dieser Sieg uns als Brustlöser sehr gut tun wird - und die Überzeugung und der Glaube daran reift, dass wir Großes erreichen können."

Davon muss die TSG nun auch noch die Fans überzeugen. "Die Zuschauer, die heute nach Hause gehen, haben sicher ein attraktives Spiel gesehen. Am besten erzählt das jeder Fan seinem Nachbar, seinem Freund weiter, dass beim nächsten Mal ganz viel Zuschauer mehr kommen", erklärte Breitenreiter.

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