Andrej Kramaric (TSG Hoffenheim) (Foto: imago images, Imago)

Fußball | Bundesliga

Glückloser Kramaric - trifft Hoffenheims Torjäger im Duell mit Wolfsburgs Weghorst?

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Andrej Kramaric ist mit 82 Treffern der Bundesliga-Rekordtorjäger der TSG Hoffenheim. In dieser Saison aber ist der Kroate noch ohne Torerfolg. Am Samstag (15:30 Uhr) gegen Wolfsburg soll die Ladehemmung enden.

Wenn Sebastian Hoeneß über den Trainingsfleiß von Andrej Kramaric spricht, dann gerät er ins Schwärmen: "In dem Bereich ist er einmalig", sagt der Coach der TSG Hoffenheim gegenüber SWR Sport, "da macht er mehr als andere, legt immer wieder Extraschichten ein."

Auch in dieser Woche vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg schiebt Hoffenheims Top-Torjäger im Trainingszentrum in Zuzenhausen wieder Überstunden, feilt am perfekten Torschuss, lässt die Übungsleiter serienweise Flanken schlagen. Schließlich will Andrej Kramaric endlich seine Torflaute beenden.

Fünf Bundesligaspiele, 19 Schuss, aber kein einziger Treffer - das ist die äußerst ungewöhnliche Negativ-Bilanz für den 30-jährigen Stürmer, der in den vergangenen fünf Jahren als Hoffenheimer Rekorschütze schon 82 Mal ins gegnerische Netz traf. Sein letztes Bundesligator: Am 22. Mai, beim 2:1 daheim gegen Hertha.

Hoeneß: "Kramaric hat sich alles über Fleiß erarbeitet"

In der vergangenen Saison stellte Andrej Kramaric mit 20 Saisontoren einen neuen persönlichen Rekord auf, übertraf damit auch Vedad Ibisevics Hoffenheimer Bestmarke von 2009 (18 Treffer). "Andrej hat sich in seiner Karriere alles mit Fleiß erarbeitet", betont Sebastian Hoeneß bewundernd, "und diesen Fleiß hat er auch in dieser Woche wieder gezeigt."

Vier Assists, aber kein Kramaric-Tor in dieser Saison

Warum Hoffenheims Vorzeige-Profi in dieser Saison noch nicht getroffen hat, dafür gibt es keine exakte Begründung. So ist eben der Fußball. Mal läuft`s, mal nicht. Da da gebe es Spiele wie gegen Mainz, sagt Sebastian Hoeneß eher achselzuckend, "da haben wir uns einfach kaum Chancen erspielt."

Zuletzt beim 0:0 in Bielefeld, so der TSG-Trainer, "da hatte Andrej seine Chancen." Er konnte sie aber nicht verwerten. Immerhin, verweist Hoeneß auf eine andere Statistik, "immerhin hat er schon ein paar Assists geliefert." Insgesamt vier. Allein beim 4:0 zum Saisonauftakt in Augsburg konnte ein famoser Andrej Kramaric gleich drei Tore der Hoffenheimer perfekt auflegen.

Nächster Versuch gegen den VfL Wolfsburg

Dass der "Torjäger außer Dienst" demnächst wieder ins Tor trifft, darüber macht sich Sebastian Hoeneß keine Sorgen: "Wenn wir uns weiter stabilisieren, dann wird er auch wieder seine Tore machen. Chancen hat er ja, und Torgefahr strahlt er auch aus."

Ganz anders Wout Weghorst, Andrej Kramarics Wolfsburger Gegenüber im Angriffszentrum. Der VfL-Torjäger hat in den bisherigen fünf Spielen schon drei Mal getroffen, war in der vergangenen Bundesliga-Saison - wie Kramaric - auch 20 Mal erfolgreich. "Weghorst ist Wolfsburgs zentrale Figur", zeigt Hoffenheim-Coach Hoeneß größte Hochachtung vor dem Mittelstürmer aus den Niederlanden, "sportlich und auch emotional. Er geht immer vorneweg, ist ein Leader."

Und Achtung: Hoffenheim ist der Lieblings-Gegner von Wout Weghorst. In seinen sechs Bundesliga-Partien gegen die TSG erzielte der hünenhafte Angreifer für den VfL Wolfsburg sieben Treffer!

Wer stoppt Wolfsburgs "Wuchtbrumme" Weghorst?

Mit seiner Wucht und seinen 1,92 Metern Körpergröße ist der kopfballstarke Niederländer ein ganz anderer Typ Stürmer als der eher grazile und quirlige Andrej Kramaric. Aber nicht minder effektiv und vor allem im Sechzehner kaum zu bremsen. "Wir müssen gegen ihn kollektiv verteidigen", fordert Sebastian Hoeneß, "wir müssen ihn weg von der Box halten, wo er stark ist. Das müssen wir gemeinsam machen." Wichtig wär`s allemal, denn nach zuletzt drei Spielen mit nur einem Zähler sollte Hoffenheim dringend punkten.

Und dass Andrej Kramaric seinen Torjäger-Job in dieser Saison nicht ganz verlernt hat, das zeigt seine Bilanz im DFB Pokal: Beim 3:2 in der ersten Runde gegen Viktoria Köln schoss der kroatische Vize-Weltmeister Hoffenheim mit zwei Toren in die nächste Runde. Es geht doch...

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