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Beim 4:0-Heimsieg der TSG Hoffenheim am Sonntagabend feierte Neuzugang Georginio Rutter sein Bundesliga-Debüt. Der 18-jährige Neuzugang wurde eingewechselt und schoss sofort sein erstes Tor.

Der junge Mann sticht optisch sofort ins Auge. Ein wilder, an den Spitzen blondierter Haarschopf ziert das Erscheinungsbild des 18-jährigen Neuzugangs der TSG Hoffenheim. Am Sonntagabend bot Georginio Rutter aber mehr als individuelles Äußeres, er setzte auch sportlich bei seinem Bundesliga-Debüt sofort eine beeindruckende Duftmarke. Kaum eingewechselt, erzielte der Franzose mit einem strammen Flachschuss den 4:0-Endstand gegen Werder Bremen. Was ein bemerkenswerter Einstand!

Hoeneß: "Die Kirche im Dorf lassen"

Klar, dass Georginio Rutter euphorisch jubelnd Richtung Eckfahne flitzte und sich beim Vorlagengeber Bogarde bedankte und sich von seinen neuen Mannschaftskollegen kräftig herzen ließ. Klar, dass auch TSG-Trainer Sebastian Hoeneß mit dem ersten spektakulären Kurz-Auftritt seines Jokers einverstanden war. "Georginio hat in der kurzen Zeit, in der er bei uns ist, schon gute Ansätze gezeigt, er hat Spaß und bringt sich gut in die Mannschaft ein, alle haben sich mit ihm gefreut", lobt der Cheftrainer, um im gleichen Atemzug den mahnenden Zeigefinger zu heben: "Wir müssen jetzt aber die Kirche im Dorf lassen, der Junge hat das gut gemacht, aber wir müssen behutsam mit ihm umgehen."

Vertrag bis 2025 in Hoffenheim

Erst zum Ende des winterlichen Transfer-Fensters am 1. Februar war Georginio Rutter vom FC Stade Rennes in den Kraichgau gekommen. Der Transfer des Stürmers war eigentlich erst im kommenden Sommer, mit Ablauf seines Vertrags in Frankreich geplant, wurde dann aber doch schon jetzt vollzogen. Rutter unterschrieb ein Arbeitspapier bis 2025. Vorteil für alle: Rennes bekam doch noch eine Ablösesumme, Sebastian Hoeneß besitzt eine weitere Alternative für seinen Angriff, der junge Profi wiederum kann sich ab sofort schon in das Hoffenheimer Gefüge einfinden.

Sein erster Einsatz für Hoffenheim war letzten Donnerstag für ein paar Minuten in der Europa League gegen Molde, gegen Bremen dann das fulminante Bundesliga-Debüt.

Eines der großen französischen Talente

"Georginio ist ein sehr athletischer und dynamischer Stürmer, der durch seine Zielstrebigkeit und Abschlussstärke besticht", hatte Alexander Rosen, der Direktor Profifußball der TSG, den Neuen bei seinem Amtsantritt beschrieben. Sonntag gegen Bremen hat Rutter genau diese Eigenschaften in wenigen Minuten gezeigt. "Er ist eines der vielversprechendsten Talente des französischen Fußballs und hat sich für seine Weiterentwicklung Hoffenheim ausgesucht", so Rosen weiter. "Die Arbeit hier überzeugt mich sehr", ergänzte Georginio Rutter bei seiner Vorstellung am 1. Februar, "ich bin glücklich, hier in Hoffenheim zu sein. Hier will ich meinen Durchbruch schaffen und mich bestmöglich präsentieren."

Rutter im Kraichgau, das war keine Selbstverständlichkeit, schließlich buhlten dem Vernehmen nach zahlreiche namhafte Klubs aus ganz Europa um die Unterschrift des Top-Talents. Bayern, Dortmund, Leipzig, Arsenal und der AC Mailand sollen den Mittelstürmer unter die Lupe genommen haben.

Mutter aus Reunion, Vater aus Martinique

Georginio Rutter kam in Rennes aus der eigenen Jugendakademie und gab Ende September sein Debüt in der Ligue 1, der ersten französischen Liga. Der Klub aus der Bretagne wollte unbedingt mit ihm verlängern, das Offensiv-Juwel aber suchte eine neue Herausforderung und fand sie jetzt in Hoffenheim. Rutter besitzt französisch-karibische Wurzeln, ist allerdings in der Bretagne aufgewachsen, seine Mutter stammt aus Reunion, der Vater aus Martinique.

21 Tore in 46 Spielen für Frankreich

Ins internationale Rampenlicht der Scouts und Späher rückte Georginio Rutter über seine Einsätze in der französischen Jugendnationalmannschaft: In 46 Spielen schoss er 21 Tore. Spätestens seit der U17-WM 2019, bei der er in fünf Spielen drei Treffer erzielte, war der Angreifer auf dem Transfermarkt heiß begehrt. Jetzt hat ihn Hoffenheim, und nach dem viel versprechenden Einstand darf sich die TSG auf weitere Tore und Taten von Georginio Rutter freuen, den jungen Mann mit dem auffälligen Haarschopf.

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