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Auch die TSG Hoffenheim stellt sich mit allen Konsequenzen der Corona-Krise. In Zeiten großer Verunsicherung in der Bundesliga können die Kraichgauer aber auf ihre wirtschaftliche Stärke bauen.

Es ist still geworden auf den in diesen Tagen sonnenüberfluteten Trainingsplätzen der TSG Hoffenheim in Zuzenhausen. Nur ein Platzwart dreht auf dem Rasen einsam seine Runden. Auch im großen benachbarten Verwaltungsgebäude wird aktuell auf Sparflamme gearbeitet. Gerade einmal 20 Personen sind noch im Haus.

"Wir haben das Geschehen extrem zurückgefahren, wir sind im Spar-Modus", beschreibt Alexander Rosen, Direktor Profifußball die aktuelle Szenerie im Vereinszentrum in Zuzenhausen in einer Telefon-Konferenz. Viele Mitarbeiter wechseln sich ab, arbeiten im Home Office oder bauen Urlaubstage oder Überstunden ab, "alles ist sehr reduziert, aber wir halten auch alles am Laufen". Kurzarbeit ist aber aktuell kein Thema in Hoffenheim.

Erst nächste Woche wieder im Mannschaftstraining

Für die Hoffenheimer Bundesliga-Profis gilt entsprechend dasselbe: Sie versuchen überwiegend von zuhause aus, ihre Form zu halten. Ein gemeinsames Mannschaftstraining wird es auch in der laufenden Woche nicht geben. Dennoch werden verletzte Spieler zeitversetzt in Zuzenhausen behandelt. Kleinstgruppen an Spielern absolvieren vor Ort, auch hier in verschiedenen Zeitfenstern, Laufeinheiten oder Krafttraining, "wir organiseren das aber sehr gewissenhaft und der Situation angemessen", betont Rosen.

Rosen: "Wissen nicht, was auf uns zukommt"

Die Belastungssteuerung ist allerdings sehr schwierig zu handhaben: "Belastungsphase oder ein Herunterfahren", so Rosen, das ist die Frage, die momentan keiner beantworten kann, weil keiner weiß, wann es im Wettkampfmodus weitergeht. Klar ist jedoch, das weiß man auch im Kraichgau, dass der zunächst avisierte 2. April als Neu-Start der Bundesliga nicht zu halten sein wird. "Wir wollen aber auch nicht hektisch betriebsam agieren", sagt Rosen, "weil sich die Lage täglich ändert. Wir wissen aktuell nicht, was auf uns zukommt".

Hoffenheim ist wirtschaftlich gut aufgestellt

Umso beruhigender ist es für die TSG Hoffenheim, dass der Verein "wirtschaftlich sehr gut aufgestellt ist", so Rosen. Gerade auch dank der satten Millionenüberschüsse der vergangenen Transferperioden. Dennoch wäre auch für Sportdirektor Rosen ein Abbruch der aktuellen Bundesliga-Saison das Worst-Case-Szenario für die Liga: "Das Ausmaß wäre nicht absehbar, der finanzielle Schaden für jeden Klub im hohen Millionenbereich. Wir tun aber alles dafür, dass es nicht soweit kommt, natürlich unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation. Wir haben zwar einen langen Atem, aber keinen unendlichen". Der aktuelle Zustand sei notwendig, irgendwann aber, hofft Rosen, werde wieder "ein Stück Normalität zurückkehren". Und dann könne der Fußball "Zuversicht und Freude geben auf das Leben nach dem Lockdown".

Rosens Verantwortung als Familienvater

Auch persönlich sieht Hoffenheims Fußball-Boss die weltweite Corona-Krise als sehr "anspruchsvoll und herausfordern". Speziell als Familienvater mit zwei kleinen Kindern "trägt man besondere Verantwortung". Der jüngere Sohn frage natürlich auch nach, warum er nicht in den Kindergarten gehen darf, verrät ein schmunzelnder Alexander Rosen, der kleine Mann sorgte allerdings auch - bei aller Ernsthaftigkeit für die Situation - für ein liebenswertes Bonmot im Familienkreis: "Er sagt, er muss sich wegen des ´Cola-Sirups` jetzt immer die Hände waschen..."

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