Sebastian Hoeneß ist nicht mehr Trainer der TSG Hoffenheim (Foto: IMAGO, Imago)

Fußball | Meinung

Sebastian Hoeneß und das Aus bei der TSG Hoffenheim: Bedauerlich, aber richtig

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Die Zeit von Sebastian Hoeneß bei der TSG Hoffenheim ist vorzeitig zu Ende gegangen. Am Dienstag trennte sich der Verein von seinem Cheftrainer. SWR-Fußballreporter Kersten Eichhorn hat dazu eine klare Meinung.

Eins vorweg. Persönlich finde ich das Aus von Sebastian Hoeneß in Hoffenheim sehr bedauerlich. Selten haben ich in meinem Beruf als Sportjournalist einen angenehmeren Trainer erlebt. Sympathisch, authentisch, nie einsilbig, schlecht gelaunt oder gar aggressiv im Gespräch oder in den Pressekonferenzen. Einfach ein angenehmer Zeitgenosse.

Kein Kredit mehr bei vielen Fans

Im schnelllebigen Bundesliga-Zirkus hilft das aber nicht entscheidend weiter. Hier zählt am Ende nur der blanke Erfolg. Auch im idyllischen Kraichgau. Und wer sich am vergangenen Wochenende nach dem 1:5-Debakel in Mönchengladbach einmal die Mühe machte, in Sachen Hoffenheim und Hoeneß durch die sozialen Medien zu surfen, dem wurde schnell klar: Dieser Trainer hat bei vielen TSG-Fans, die sich in den Kommentar-Spalten öffentlich äußern, keinerlei Kredit mehr. "Hoeneß raus!" war nicht erst jetzt zum geflügelten Wort geworden.

Zu groß die Enttäuschung über die Wochen mit neun sieglosen Spielen, einer nicht existenten Defensive und dem Rutsch von Champions-League-Platz vier auf Rang neun ins Niemandsland der Tabelle.

Nicht mit Belastung in die neue Saison

Jetzt also hat auch die Vereinsführung in Hoffenheim die Reißleine gezogen und sich tatsächlich vorzeitig von Sebastian Hoeneß getrennt, dessen Beschäftigungspapiere ursprünglich noch bis Sommer 2023 datiert waren. Auch Alexander Rosen, dem Direktor Profifußball der TSG und lange Zeit Förderer und Stütze des jungen Trainers mit dem berühmten Namen, dürfte am Samstag endgültig klar geworden sein, dass die Vorbelastung für Trainer und Verein zu groß geworden wäre, mit der die Kraichgauer in die kommende Saison gestartet wären. Ein, zwei Niederlagen zum Start und die Trainerdiskussion um Hoeneß wäre sofort wieder hochgekocht.

Die Trennung ist die richtige Entscheidung

Deshalb auch meine Meinung: Die Trennung von Sebastian Hoeneß zu diesem Zeitpunkt ist richtig. Zumal auch zu viele, zu große sportliche Fragezeichen in den vergangenen erfolglosen zwei Monaten aufgetaucht sind. Unerklärlich der krasse Leistungsabfall seit dem begeisternden Auftritt noch im März beim 1:1 gegen den FC Bayern. Unfassbar die Defensivschwäche und Gegentorflut einer Mannschaft, die - trotz zahlreicher personeller Ausfälle - dank des auch qualitativ breiten Kaders immer wieder eine namhafte Elf auf dem Rasen hatte.

Konstant war nur die Inkonstanz

Und so stand die Achterbahn-Rückrunde der Hoffenheimer stellvertretend für die zwei Jahre unter der Trainerarbeit von Sebastian Hoeneß: Konstant war nur die Inkonstanz. Rauschende Siegesserien mit munterem Offensivfußball wechselten mit frustierenden Erfolglos-Wochen. Letztlich ist es dem 40-Jährigen einfach nicht gelungen, um es metaphorisch auszudrücken, die Hoffenheimer PS dauerhaft auf die Straße zu bringen. Die Plätze elf und neun sind am Ende zu wenig, um die gestiegenen Erwartungen und Sehnsüchte nach Europa, auch von Gesellschafter Dietmar Hopp, zu befriedigen.

Hoeneß machte sich um die jungen Spieler verdient

Was aber bleibt, ist das ausgezeichnete Händchen von Sebastian Hoeneß in der Entwicklung junger Spieler. Ex-Zweitliga-Verteidiger David Raum zum Beispiel wurde zum Bundesliga-Shooting-Star und Stammspieler der Nationalmannschaft, Ex-Bayer Angelo Stiller zum wichtigen Teil des Mittelfelds, das französische Sturm-Juwel Georginio Rutter zum besten Torschützen der Mannschaft.

Am Ende war das aber zuwenig, um unbelastet in die neue Saison zu gehen, die Trennung unvermeidlich. Schade drum.

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