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Nach zuletzt fünf sieglosen Spielen gewann die TSG Hoffenheim gegen Borussia Mönchengladbach mit 3:2. Matchwinner war Torjäger Andrej Kramaric mit zwei Treffern.

Endlich strahlte er mal wieder übers ganze Gesicht. Glücklich und zufrieden herzte Andrej Kramaric nach dem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach seine Mitspieler. Der 3:2-Erfolg sorgte für spürbare Erleichterung im Kraichgau. Der Sieg gelang nach einem Zwei-Tore-Rückstand.

"Bin stolz auf das Team"

Der furiose Umschwung nach der Pause geschah vor allem auch dank der beiden Treffer von Andrej Kramaric: "Das waren große drei Punkte, die Mannschaft hat Charakter gezeigt", freute sich der Torjäger im Gespräch mit SWR Sport, "ich bin stolz auf das Team und richtig glücklich".

Problematische Saison auch für Andrej Kramaric

Das war in den vergangenen Wochen und Monaten nur selten der Fall. Nach dem phantastischen Saisonstart und sechs Kramaric-Treffern in den ersten vier Bundesligaspielen wurde der quirlige Torjäger hart vom Corona-Virus erwischt. Quarantäne, über sechs Wochen Spielpause, Trainingsrückstand, Top-Form verloren.

Dazu kamen immer wieder ärgerliche Verletzungen. Wie ein roter Faden zogen sich seit der Infektion im Oktober die Negativerlebnisse durch die Saison des kroatischen Vize-Weltmeisters. Quasi stellvertretend für die gesamte Mannschaft, die, von zahlreichen Coronafällen und dauerndem Verletzungspech gebeutelt, von der Tabellenspitze bis in die Nähe der Abstiegszone durchgereicht wurde.

Erlösender Dreier gegen Gladbach

Umso erlösender - nach zuletzt fünf sieglosen Bundesligaspielen mit nur zwei Hoffenheimer Toren - dieser Dreier gegen Borussia Mönchengladbach, der nach zwei unnötigen Gegentreffern und dem 0:2 zur Pause so nicht mehr unbedingt zu erwarten war. Trotz guter Leistung bereits vor dem Seitenwechsel: "Das war nicht einfach, aber sehr wichtig. Wir mussten gewinnen", verdeutlichte Andrej Kramaric gegenüber SWR Sport die Dringlichkeit des Erfolgserlebnisses. Denn an diesem 30. Spieltag gewann auch die Konkurrenz aus Köln, Mainz und Bielefeld ihre Partien, der Aufstand im Keller wird im Saisonendspurt immer bedrohlicher.

Andrej Kramaric: "Mutige Leute haben Glück"

Und wie überlebenswichtig ein Andrej Kramaric für ein erfolgreiches Spiel der TSG Hoffenheim ist, zeigte sich gegen Mönchengladbach geradezu beispielhaft. Zweimal setzte der Schlüsselspieler der Kraichgauer den Ball in seinem faszinierend-abgezockten Stil eines Toremachers ins Borussen-Netz. Trotz der problematischen letzten Monate erzielte der 29-Jährige bereits seine Saisontore 15 und 16.

"Vor allem beim ersten Tor habe ich auch ein bisschen Glück gehabt", so der verschmitzt lächelnde Stürmer über das kleine Kunststück beim Anschlußtreffer, und mit geradezu philosophischem Unterton: "Mutige Leute haben Glück."

Rekordtorschütze im Kraichgau

Längst ist Kramaric auch der Bundesliga-Rekordtorschütze der Kaichgauer, traf in 156 Spielen satte 78 Mal. Im Januar 2016 hatte ihn Alexander Rosen, der Direktor Profifußball, für geschätzte zehn Millionen Euro von Leicester City losgeeist.

Bis heute ist der Stürmer jeden Cent wert: "Andrej ist vielleicht der beste Spieler, der jemals das Trikot der TSG Hoffenheim getragen hat", so die für viele unstrittige Meinung von Alexander Rosen. "Unser Lewandowski", so der letztjährige Trainer Alfred Schreuder in einem bis heute passenden Vergleich mit dem Weltfußballer des FC Bayern.

Am Samstag das Baden-Derby beim SC Freiburg

Mit jetzt 35 Punkten konnten sich die TSG vorerst richtig Luft verschaffen im Kampf gegen die drohende Abstiegsnot. Am Samstag beim badischen Duell in Freiburg (15:30 Uhr, live in SWR1 Stadion) könnten sich Andrej Kramaric und seine Mitspieler mit einem weiteren Erfolgserlebnis aller Abstiegssorgen entledigen und eine verkorkste Saison einigermaßen versöhnlich zu Ende spielen.

Und falls Toremacher Andrej Kramarics Formkurve weiter so steil nach oben steigt wie gegen Borussia Mönchengladbach, dann sollte das auch machbar sein.

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