Florian Grillitsch bejubelt sein Tor in Köln.

Fußball | Bundesliga

"Wird in Erinnerung bleiben": Blitz- und Traumtor machen Hoffenheim in Köln zum Party-Crasher

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dpa
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Patrick Stricker

Frühe Führung und ein Traumtor von Florian Grillitsch: Die TSG Hoffenheim gewinnt beim 1. FC Köln und wird so zum Party-Crasher.

Mit einem Blitz- und einem Traumtor aus der eigenen Hälfte hat die TSG Hoffenheim dem neuen Lieblings-Gegner 1. FC Köln die 100-Jahr-Feier seines Stadions verdorben und sich erst einmal in den oberen Tabellenregionen festgesetzt. Die Hoffenheimer blieben durch das 3:1 (2:0) zum achten Mal in Folge in der Bundesliga in Köln ungeschlagen und holten dabei den fünften Sieg.

Andrej Kramaric mit einem Treffer nach 50 Sekunden und Florian Grillitsch mit einem Schuss aus 55,6 Metern (28. Spielminute) legten den Grundstein für den dritten TSG-Sieg im vierten Saisonspiel. Maximilian Beier, der im dritten Spiel in Folge traf, legte nach (52.).

Die Kölner, denen durch Davie Selke noch das Ehrentor gelang (61.), haben derweil nur einen Punkt auf dem Konto und stecken erst mal im Tabellenkeller fest. Rasmus Carstensen sah wegen Foulspiels in der Nachspielzeit auch noch Gelb-Rot.

Matarazzo: Drei Tore in Köln, das schafft nicht jeder

"Es tut gut, nach 50 Sekunden in Führung zu gehen – das nimmt ein bisschen die Emotionen raus", sagte TSG-Trainer Pellegrino Matarazzo. "Wir haben in Köln drei Tore geschossen, das schafft nicht jeder. Und drei Siege in Folge tun auch gut."

Bei der letzten Hoffenheimer Niederlage in Köln 2015 traf noch der später lange für Köln stürmende Anthony Modeste für die Kraichgauer, auf der Bank saß der spätere FC-Coach Markus Gisdol. Die Kölner feierten rund um das Spiel "100 Jahre Müngersdorf": Am 16. September 1923 war das Müngersdorfer Stadion feierlich eröffnet worden, an jener Stelle, an der seit 2004 das Rhein-Energie-Stadion steht.

Choreo in Köln, Tor für Hoffenheim

Die Choreo, die Idole wie Heinz Flohe oder Lukas Podolski zeigte, war noch komplett ausgerollt, als die Hoffenheimer durch Kramaric früh in Führung gingen. Der Kroate nutzte einen Schnitzer von Timo Hübers nach Flanke von Pavel Kaderabek.

Später traf Grillitsch sehenswert: Kölns Torhüter Marvin Schwäbe war nach einem Fehlpass weit aus seinem Tor gekommen und hatte zunächst gerettet, doch Grillitsch hielt aus der eigenen Hälfte drauf und mit viel Effet drehte sich der Ball im letzten Moment ins leere Tor. Für den Österreicher, der in diesem Sommer nach einem Jahr bei Ajax Amsterdam zurückgekehrt war, war es der erste Bundesliga-Treffer seit fast drei Jahren.

"Es war mehr intuitiv. Der Ball kam zu mir, und dann war die einzige Idee in meinem Kopf, dass ich den aufs Tor bringe", sagte Grillitsch. "Zum Glück ging er dann so rein. Ich dachte, dass vielleicht noch ein Verteidiger hinkommt. Aber am Ende des Tages war es ein schönes Tor, das wird in Erinnerung bleiben."

Und ein kurioses zugleich, ein Wirkungstreffer, der FC taumelte nun in die Pause. Und kam forsch und mutig wieder heraus: Erst köpfte Selke knapp vorbei (46.), dann bugsierte TSG-Stürmer Wout Weghorst einen Schuss von Kölns Kapitän Florian Kainz per Kopf von der Linie (48.).

Hoffenheim hat in Köln auch Glück

Wenige Sekunden später hatte Hoffenheim Glück, dass es nach Weghorsts Handspiel nach einem Schuss von Kainz keinen Elfmeter gab. Dann zeigten sich die Gäste wieder eiskalt und sorgten durch Beiers sehenswerten Schuss in den Winkel für die Vorentscheidung.

Die Kölner bewiesen immerhin Moral: Selkes Treffer hätte Jubilar Baumann aber verhindern müssen, ihm rutschte der Ball durch die Beine. 

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