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Vor zwei Jahren gehörte Ishak Belfodil von der TSG Hoffenheim zu den torgefährlichsten Spielern der Bundesliga. Doch nach einer langwierigen Knieverletzung ist die Leichtigkeit von damals verflogen.

Stürmer werden vor allem an Toren gemessen. So betrachtet ist Ishak Belfodil in dieser Bundesligasaison bisher ein Totalausfall. In 13 Partien hat der Hoffenheimer Angreifer kein einziges Mal getroffen (sieben Mal in der Startelf). Gut eine Handvoll hochkarätiger Chancen ließ der 29-jährige Franko-Algerier ungenutzt. Belfodils Gesichtszüge sprachen dabei Bände. Eine Mischung aus Verzweiflung, Fassungslosigkeit und Sehnsucht. "Er hat natürlich andere Ansprüche, er hat sich selber auch anders in Erinnerung und wünscht sich, das auch so auf den Platz zu bekommen", sagt Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß.

Vor zwei Jahren in der Form seines Lebens

Ishak Belfodil war vor zwei Jahren in der Form seines Lebens. Die Initialzündung war ein Doppelpack im Spiel bei Borussia Dortmund am 9. Februar 2019 (21. Spieltag). Die TSG Hoffenheim lag eine Viertelstunde vor Schluss 0:3 zurück und spielte am Ende 3:3. Belfodil machte zwei Tore und hatte anschließend einen unfassbaren Lauf. In der Rückrunde der Saison 2018/19 traf er insgesamt zwölf Mal, genauso oft wie Bayern-Superstar Robert Lewandowski im gleichen Zeitraum. Was Belfodil auszeichnete, war sein facettenreiches Spiel: stark in der Ballverarbeitung, extrem wendig und fintenreich trotz einer Körpergröße von 1,92 Meter. Dazu ein guter Schuss, auch aus der Distanz.

Rückschlag Kreuzbandriss

Am letzten Spieltag der Saison 2018/19 war es mit der Herrlichkeit um Ishak Belfodil mit einem Schlag vorbei. Der Stürmer der TSG Hoffenheim verletzte sich im Spiel beim FSV Mainz 05 am Knie - das vordere Kreuzband war betroffen. Über die Diagnose der Verletzung und die angemessene Therapie entbrannte wenig später ein Streit zwischen Spieler und Verein, der zwischenzeitlich zum Zerwürfnis führte. Belfodil ließ sich schließlich in seiner Heimat Frankreich operieren und behandeln und war monatelang nicht mehr auf dem Trainingsgelände der TSG Hoffenheim zugegen.

Schwieriger Weg zurück

Erst im Juni 2020 kehrte der Franko-Algerier zurück in den Kraichgau. Die zerstrittenen Parteien versöhnten sich und Ishak Belfodil startete einen Neuanfang bei der TSG Hoffenheim. Richtig in Tritt gekommen ist er bisher allerdings nicht, auch wegen Corona. "In einer Phase, wo er den nächsten Schritt nochmal gemacht hat, wurde er wieder zurückgeworfen", sagt Sebastian Hoeneß. "Sowohl er als auch andere bei uns hatten danach damit zu kämpfen", sagt der Trainer der Hoffenheimer vor dem kommenden Spiel bei Borussia Dortmund (15:30 Uhr, live in SWR 1 Stadion). Hoeneß ist allerdings hoffnungsvoll, dass Belfodil bald wieder Fahrt aufnimmt. "Das wird jetzt einfach das Thema sein, dass er weiter so hart und so gut trainiert, wie er es getan hat. Und sich da nicht von seinem Weg abbringen lässt. Alles andere wird dann von selbst kommen."

Das Spiel in Dortmund wäre die passende Bühne für eine erneute Initialzündung. Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, als Ishak Belfodil gegen den BVB zwei Tore schoss und die TSG Hoffenheim aus einem 0:3 binnen weniger Minuten ein 3:3 machte.

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