Ermin Bicakcic, 1899 Hoffenheim in der Reha (Foto: TSG 1899 Hoffenheim freie Verwendung)

Fußball | Bundesliga

Ermin Bicakcic: Kühlgerät am Knie statt Ball am Fuß

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Ermin Bicakcic von der TSG Hoffenheim hat nicht umsonst den Spitznamen "Eisen-Ermin". Hart (aber fair) auf dem Platz, zäh und ehrgeizig auf dem Weg zurück.

Fast schon demonstrativ präsentiert sich Ermin Bicakcic in einem T-Shirt mit dem Aufdruck "No Bad Days". Frei übersetzt: schlechte Tage gibt's nicht! Und trotzdem war dieser 27. September 2020 so einer. Obwohl der Nachmittag für Ermin Bicakcic eigentlich richtig gut losging. Im Bundesligaspiel gegen die Bayern köpfte der Bosnier in der 16. Minute nach einer Ecke das 1:0. Gut Zwanzig Minuten später musste er mit einem Innenmeniskus- und Kreuzbandriss verletzt raus. Es war der Anfang auf dem langen Weg zurück.

Gut fünf Monate später ist das T-Shirt also kein Zufall: "Ich bin aufgestanden und habe gedacht, das brauche ich heute", begründet der 31-Jährige, seine Kleiderwahl, "das hat mir ein Lachen ins Gesicht gegeben". Als sein Trainer Sebastian Hoeneß die schwere Verletzung kommentierte, sagte er auch: "Ermin ist ein Kämpfer!"

Der Kämpfer muss knabbern

Aber auch der Kämpfer musste erstmal knabbern: "Ich habe zwei Wochen gebraucht, das emotional und mental zu verarbeiten", erzählt er und erinnert sich, wie er dachte, er, der Kämpfer könne die Prognose von sechs bis neun Monaten Pause unterbieten. Um dann schnell zu lernen, dass das bei einem Kreuzbandriss nicht geht. "Das zu Lernen und damit umzugehen war Neuland für mich!" Eine lehrreiche Zeit, in der er dann in den Angriffsmodus umgeschaltet hat. Den Rückschlag als Chance zu sehen, "um zurück zu kommen, als die beste Version von mir!"

#comebackstronger

Nach wochenlangem Ackern in der Reha hat Bicakcic Anfang Feburar mit leichten Laufeinheiten angefangen. Der Weg zurück zur Mannschaft, ist noch ein langer. Obwohl die Reha-Einheiten nur einen Steinwurf vom Trainingsplatz entfernt stattfinden, liegen gefühlt Welten dazwischen.

"Der Abstand tut auch gut", sagt der Defensivspezialist, wenn er darüber nachdenkt, nicht Teil des täglichen Mannschaftslebens zu sein. Und wenn er sich daran erinnert, wie er beim Zuschauen am Fernseher ziemlich emotional wurde, bis das Kühlgerät neben dem Knie ihn in die Realität zurück geholt hat.

Ermin Bicakcic ist kein Träumer. Sollte er einer gewesen sein, dann hat ihn diese Verletzung, seine schlimmste bislang, mit einem Schlag zum Realisten gemacht. "Wenn ich jetzt ein Ziel definieren würde, dann wäre es, in dieser Saison noch ein paar Spiele zu machen." Dass es bei aller Arbeit, bei aller Disziplin eng werden könnte, weiß Bicakcic. Aber ganz ohne Träume können eben auch keine Ziele erreicht werden!

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