Tor zum 2:0 durch Munas Dabbur (TSG 1899 Hoffenheim, 10) TSG 1899 Hoffenheim vs. FC Slovan Liberec (Foto: imago images, Eibner)

Fußball | Europa League

Vorsicht statt Vorfreude: TSG-Tross als "Berufspendler" nach Tschechien

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Die TSG Hoffenheim kann am Donnerstag erstmals den Einzug in die K.o.-Runde eines Europacup-Wettbewerbs perfekt machen. Das beherrschende Thema ist allerdings die Corona-Problematik.

Das Gefühl beim "gebrannten Kind" ist derart mulmig, dass die Grenze zu Tschechien erst so spät wie möglich überschritten werden soll. Statt der Vorfreude auf den greifbar nahen Premieren-Einzug in die K.o.-Runde eines Europacup-Wettbewerbs, regiert bei der TSG Hoffenheim nach den jüngsten Erfahrungen die Corona-Furcht. Deshalb wird der Tross des Bundesligisten am Donnerstag erst unmittelbar vor dem Anpfiff zum Europa-League-Spiel bei Slovan Liberec (18:55 Uhr) anreisen.

Von einem Tageshotel in Bautzen geht es für die "Berufspendler" in den 75 Kilometer entfernten Spielort jenseits der Grenze. Als Spitzenreiter der Gruppe L würde der TSG am vierten Spieltag bereits ein Remis zur Qualifikation für die Zwischenrunde reichen.

Hoffenheim gibt Liberec keine Schuld

Der Grund für die Vorsichtsmaßnahme der Hoffenheimer, die alle drei bisherigen Gruppenspiele gewonnen haben, liegt auf der Hand: Nach dem Hinspiel (5:0) ging die Corona-Misere bei den Kraichgauern los. Vor drei Wochen waren die Tschechen mit einer Notelf aufgelaufen, weil sich 15 Spieler mit dem Virus infiziert hatten. An den folgenden Tagen erkrankten sechs TSG-Profis, ein Betreuer sowie ein Mitglied des Trainerteams. Und auch wenn ein Verdacht nahe liegt und der Anreiseplan Bände spricht, verzichten die Hoffenheimer auf Schuldzuweisung in Richtung Liberec. "Man kann nicht sagen, dass da ein Zusammenhang besteht. Ich halte es für hochgefährlich, Spekulationen anzustellen oder mit dem Finger auf jemanden zu zeigen", sagte Sportchef Alexander Rosen: "Generell glaube ich, dass die Spiele in der Europa League bisher kein Treiber der Pandemie waren. Es reist eine Gruppe, die ständig zusammen ist, zu einer anderen, die ständig zusammen ist - es ist wie ein Ligaspiel."

Erkrankte kehren zurück

Rein sportlich wäre das allerdings kein gutes Omen für die Hoffenheimer. Schließlich stecken die Europacup-Seriensieger in der Bundesliga in der Krise. In den zurückliegenden sechs Partien ohne Sieg verbuchte der Klub des Mehrheitseigners Dietmar Hopp nur zwei Punkte. Immerhin kann Trainer Sebastian Hoeneß für das Spiel bei den Tschechen, bei denen alle Infizierten zurück sind, wieder auf einen größeren Kader zurückgreifen. Die erkrankten Sebastian Rudy, Ishak Belfodil, Munas Dabbur, Robert Skov, Kevin Vogt und Jacob Bruun Larsen stehen nicht mehr auf der COVID-Liste. Einzig der Armenier Sargis Adamjan fehlt weiterhin.

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