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Beim 1:3 gegen den SC Freiburg erlebte die TSG Hoffenheim einen gebrauchten Nachmittag. Zur sportlichen Misere gesellten sich auch noch Verletzungsprobleme.

Diesen frostigen Samstag im leeren Sinsheimer Stadion wird Sebastian Hoeneß wohl seine ganze Trainerlaufbahn nicht vergessen. Der Bundesliga-Neuling auf der Bank der TSG Hoffenheim muss sich vorgekommen sein wie ein Schüler, dem eine Ohrfeige nach der anderen verpasst wird.

Hoeneß: "Drehbuch eines Horrorfilms"

"Der Verlauf der ersten Halbzeit passt perfekt zum Drehbuch eines Horrorfilms", bekannte der 38-Jährige nach dem 1:3 (0:3) gegen den SC Freiburg beim völlig vermasselten Jahresauftakt. Hoeneß hat schon einiges mitgemacht in seiner kurzen Amtszeit im Kraichgau, aber das sei "brutal" gewesen.

Bitteres Jubiläum für Sebastian Rudy

Der Spielfilm muss die Hoffenheimer Fans vor dem Fernseher erstarrt haben lassen. 7. Minute: Baptiste Santamaria trifft zum 1:0 für den Sport-Club. Beim Versuch, SC-Kapitän Christian Günter beim Flanken zu stören, verdreht sich Nationalspieler Sebastian Rudy das linke Knie und muss mit einem dicken Verband in die Kabine geführt werden - ausgerechnet in seinem 300. Bundesliga-Spiel. Die Diagnose steht noch aus, aber die TSG befürchtet eine längere Ausfallzeit. Hoeneß und Hoffenheim hatten sich davon noch nicht ansatzweise erholt, da musste in Abwehrspieler Kevin Akpoguma der Nächste vom Platz - Muskelverletzung im Oberschenkel.

34. Minute: Vincenzo Grifo erhöhte vom Punkt, nachdem Bogarde den Ball an die Hand bekommen haben sollte. Später belegten Bilder in der ARD-Sportschau, dass Schiedsrichter Robert Hartmann mit seiner Strafstoß-Entscheidung falsch lag. Bogarde hatte sich bei Nicolas Höflers Ballverlängerung im Anschluss an einen Eckball weggedreht und den Ball leicht mit Gesicht und Nase berührt. Die Videoschiedsrichter im Kölner Keller korrigierten die Fehlentscheidung allerdings nicht. Grifo ließ sich die Chance zum richtungsweisenden 2:0 für die Gäste indes nicht nehmen. 42. Minute: Kasim Adams lenkt den Ball ins eigene Tor - 0:3. Völlig konsterniert trotteten die Hoffenheimer in die Kabine.

Streich hat Mitleid mit Hoffenheim

Auf die Frage, ob er Mitleid mit Hoeneß habe, sagte Freiburgs Chefcoach Christian Streich später: "Ja, total! Das ist eine ganz schwere Phase im Moment für Hoffenheim, aber sie werden sich da rauskämpfen." Tröstend umarmte er seinen Kollegen nach dem Abpfiff.

Viele Ausfälle für die TSG Hoffenheim

Rudy und Akpoguma waren die derzeitigen Ausfälle Nummer neun und zehn für Hoeneß, der im Herbst schon mehrere Coronafälle im Team hatte. "Wir haben uns den Start ins neue Jahr ganz anders vorgestellt", sagte der 38-Jährige. Pures Pech? Seine Profis zeigten auch viel Unvermögen: keine einzige Chance im ersten Durchgang, "fahrig am Ball" (Hoeneß), zu offen auf den Außenbahnen.

Deshalb war Torhüter Oliver Baumann "total angefressen: Es geht so nicht, wie wir verteidigen. Wir bekommen extrem viele einfache Gegentore". Auch der österreichische Nationalspieler Christoph Baumgartner haderte: "Das war nicht der Start, den wir haben wollten, weder im Spiel noch im neuen Jahr. Wir haben dann viel versucht nach dem Wechsel, aber es war nicht genug."

Die Hoffenheimer dümpeln nach der Pleite weiter im grauen Mittelfeld der Tabelle herum. In der Europa League steht der Klub zwar in der K.o.-Runde, doch im Alltagsgeschäft hat Hoeneß den Erfolgsweg noch nicht gefunden. Dabei wollte die TSG nach dem 2:1 in Mönchengladbach kurz vor der Winterpause eigentlich eine Aufholjagd starten - muss nun aber erstmal diesen rabenschwarzen Tag verarbeiten.

Da helfe nur eines, so Hoeneß: "Training! Training! Training!" Schließlich will man sich am kommenden Samstag nicht als Aufbaugegner des chronisch sieglosen FC Schalke 04 zur Lachnummer der Liga machen.

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