Grischa Prömel und Andre Breitenreiter beim Training der TSG Hoffenheim in Zuzenhausen. (Foto: IMAGO, IMAGO / foto2press)

Fußball | Bundesliga

Grischa Prömel und der zweite Anlauf bei Hoffenheim

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Luis Bracht

Grischa Prömel kommt aus der Jugend der TSG Hoffenheim, absolvierte aber nie ein Spiel für die Profis. Nach erfolgreichen Jahren bei Union Berlin bekommt er nun ein zweite Chance.

Mit einem breiten Grinsen stellt sich Grischa Prömel den Medien beim Trainingsauftakt der TSG Hoffenheim. Der 27-jährige Neuzugang von Union Berlin antwortet gekonnt auf alle Fragen, auch die nach der richtigen Aussprache seines Nachnamens. "'Prömel', mit einem 'm'", stellt er lachend klar.

Aus sportlicher Sicht geht Prömel ein kleines Opfer ein. Mit Union hätte er in der Europa League gespielt, die TSG hat die Qualifikation für das internationale Geschäft verpasst. Die gute Laune ist ihm trotzdem nicht zu nehmen. "Wir haben viele lachende Gesichter gesehen, das wollen wir mitnehmen", erklärt er im Interview. Mit viel Selbstvertrauen geht Prömel in die Saisonvorbereitung. Man sieht ihm an, dass er seine zweite Chance in Hoffenheim nutzen will.

Von den Kickers über die TSG nach Berlin

Die erste Chance erhielt Prömel zu Beginn seiner Profikarriere. Der gebürtige Stuttgarter, der in Esslingen aufgewachsen ist, wechselte 2013 von der Jugend der Stuttgarter Kickers nach Hoffenheim. 2014 gewann er unter Trainer Julian Nagelsmann die U19-Bundesliga und empfahl sich für größere Aufgaben. Nach dem Sprung in die zweite Mannschaft sollte er an die Bundesliga-Mannschaft herangeführt werden.

Doch es lief alles anders. Ohne einen Profieinsatz wurde Prömel 2015 an den Karlsruher SC abgegeben. Rückblickend ein wichtiger Schritt: Dort konnte er auf sich aufmerksam machen und wurde in das deutsche Olympia-Team 2016 berufen, das sensationell Silber gewann. Nach dem Abstieg der Karlsruher 2017 schloss er sich Union Berlin an. An der Alten Försterei reifte er im Mittelfeld zu einem Leistungsträger. Mit den "Eisernen" schaffte er 2019 den Aufstieg und zwei Mal die Qualifikation für den Europapokal. In der vergagenen Saison erzielte er in 29 Ligaspielen acht Tore. "Das war bislang die schönste und erfolgreichste Zeit in meiner Karriere", stellt Prömel fest.

Grischa Prömel im gelben Trikot der Stuttgarter Kickers (Foto: IMAGO, IMAGO / Zink)
2009 wechselte Grischa Prömel (li.) in die Jugend der Stuttgarter Kickers. IMAGO / Zink Bild in Detailansicht öffnen
2013 wechselte Prömel in die U19 der TSG Hoffenheim. 2014 gewann das Team die A-Junioren-Bundesliga. Einen Profieinsatz bekam Prömel allerdings nie. IMAGO / Schwörer Pressefoto Bild in Detailansicht öffnen
Zur Saison 2015/16 verließ Grischa Prömel die TSG Hoffenheim und spielte beim Karlsruher SC in der 2. Bundesliga. Dort sammelte er seine ersten Spielminuten als Profi und konnte auf sich aufmerksam machen. IMAGO / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Aufgrund seiner guten Leistungen wurde er in das Aufgebot für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro nominiert. Entgegen aller Erwartungen holte das Team die Silbermedaille. IMAGO / Eibner Bild in Detailansicht öffnen
Seine erfolgreichste Zeit hatte Grischa Prömel bei Union Berlin. 2017 wechselte er in die Hauptstadt und feierte dort den Aufstieg in die Bundesliga 2019 sowie zwei Qualifikationen für den Europapokal. In der vergangenen Saison erzielte er in 29 Spielen acht Tore. IMAGO / Nordphoto Bild in Detailansicht öffnen

"Ich bin hergekommen, um erfolgreich zu sein"

Nun kehrt ein reiferer Grischa Prömel nach Hoffenheim zurück und bringt viel Qualität im Mittelfeld mit. Sein Ziel ist klar: "Ich bin hergekommen, um erfolgreich zu sein und Spiele zu gewinnen", betont er mehrfach. Sein Fokus liegt erstmal auf der TSG. Von einer Chance auf die Nationalmannschaft will er nichts wissen: "Man schreibt es nie vollkommen ab. Ich werde jetzt aber nichts ausrufen, sondern will erstmal hier meine Leistungen bringen", stellt Prömel klar.

Eins steht fest: Grischa Prömel brennt auf den Saisonstart mit der TSG. Möglicherweise ist er einer der Gründe, warum viele Fans von Hoffenheim ein mindestens genauso breites Grinsen haben werden wie der Rückkehrer vor seiner zweiten Chance.

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