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Die vergangene Saison hat selbst Optimisten in Hoffenheim überrascht. Trotz Trainerwechsel wird die TSG Tabellen-Sechster. Und Alexander Rosen wird immer wichtiger für den Verein.

Obwohl gleich vier Leistungsträger und der Trainer, Medienliebling Julian Nagelsmann, vor der letzten Saison gegangen sind, gelingt in Hoffenheim der Umbruch. Ein Wort, das der Direktor Profifußball Alexander Rosen nicht mag. Er spricht lieber von einer stetigen Entwicklung. Und diese Entwicklung endete 2020 mit dem wirtschaftlichen und sportlichen Erfolg und einem Europa-Leagueplatz. Das Erfolgsrezept: Spieler entwickeln und hohe Transfersummen erlösen. Beispielhaft für diese Entwicklung ist Kerem Demirbay, einst für 4,7 Mio. Euro gekauft und für 32 Mio. Euro nach Leverkusen verkauft.

Demirbay ist nicht der Erste, der sich im Kraichgau extrem gut entwickelt hat und teuer verkauft wurde. Alexander Rosen hat ein Auge für Spieler mit Potential. Sebastian Rudy, Niklas Süle, Sandro Wagner, Nico Schulz und Serge Gnabry wurden in Hoffenheim zu Nationalspielern, bevor sie zu großen Clubs wechselten. Und jedes mal verdiente Hoffenheim. Der Transferüberschuss von 2019, 86 Mio. Euro ist wichtiger Bestandteil für den Erfolg. Verkäufe gehören zum Geschäft von "Mr. Hoffenheim", dessen größte Qualität Gelassenheit zu sein scheint.

„Ich hab kein schlechtes Gefühl wenn ich weiß, die spielen jetzt woanders. Es ist ein bisschen Stolz und große Freude.“

Alexander Rosen in SWR Sport 27.10.2019

Aber der Umbruch im Erfolgsjahr 2019/20 verlief nicht ganz geräuschlos. Kurz vor Saisonende trennte sich Hoffenheim von Trainer Alfred Schreuder und Rosen rückte noch näher an die Mannschaft. Er stellte sich vor das Trainerteam der "Namenlosen". Auf Pressekonferenzen sprach nur er. Mit 41 Jahren ist er der Macher von Hoffenheim. Ein Macher, der wieder vor einer Herausforderung steht: Wer wir der neue Trainer in Hoffenheim?

„Ruhe ist ein wirklich wertvolles Gut in diesem Geschäft.“

Alexander Rosen, in SWR Sport 27.10.2019

Die Suche gestaltet sich wieder schwierig. Es gibt Parallelen zum Vorjahr, als Wunschkandidat Marco Rose nach Gladbach abbog. Diesmal bleibt Wunschkandidat Florian Kohfeldt in Bremen. Im Jahr zwei nach Nagelsmann gestaltet sich die Suche offenbar schwierig. Skeptiker sagen, Alexander Rosen hat vielleicht zu viel Macht. Selbst ein gewisser Hansi Flick habe sich "unter" Rosen in Hoffenheim nicht etablieren können. Wenn dem so ist, dass der sympathische, gelassene Rosen auch ein Machtmensch sein kann, dann wird es spannend zu sehen, wer demnächst unter ihm neuer Chefcoach in Hoffenheim wird. Und ob die Erfolgsgeschichte dann weiter geschrieben wird.

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