Baumann im Pokalspil gegen Fürth (Foto: imago images, imago images/Jan Huebner)

Fußball | Bundesliga

"Am Anschlag": Hoffenheims Dauerspieler mit Frust in die kurze Pause

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Latte, drüber, gehalten: Das Elfmeterschießen von Sinsheim wird zum Drama, vor allem für die gescheiterten Hoffenheimer. Trainer Hoeneß ist froh, dass nun zumindest mal ein paar Tage Ruhe einkehrt.

Dieses filmreife Jahresende hat der TSG 1899 Hoffenheim gerade noch gefehlt. 18 Elfmeter, ein großes Fußballdrama und zum Schluss nur noch Enttäuschung und Frust: Das Pokal-Aus gegen den couragierten Zweitligisten Greuther Fürth tut den überspielten TSG-Profis und Sebastian Hoeneß besonders weh. "Wir konnten heute nicht performen. Das, was wir uns vorgenommen haben, nochmal Leistung zu bringen: Da waren wir leider zu weit weg", sagte der Trainer. 

Baumann: "Jahresabschluss stört mich extrem"

Beim WM-Zweiten Andrej Kramaric war der Ärger besonders sichtbar, er sprintete nach dem 6:7 im Elfmeterschießen (2:2, 2:2, 1:1) mit vollem Tempo und gesenktem Kopf in die Kabine. Die verdiente Niederlage gegen die Franken fügt sich in ein durchwachsenes Bild, das die Hoffenheimer in dieser Hinserie zumindest in den nationalen Wettbewerben abgegeben haben. In der Liga stehen trotz erneuter Europa-Ambitionen nur 15 Punkte in 13 Spielen, im Pokal wurde am Dienstagabend eine Pflichtaufgabe gegen ein Zweitligateam nicht erfüllt. "Fürth hat es verdient, man muss das auch anerkennen. Der Jahresabschluss stört mich extrem", monierte Torhüter Oliver Baumann, der in den vergangenen Monaten schon häufiger bessere Defensivarbeit des Teams gefordert hatte.

Zahlreiche Ausfälle begleiten Hoffenheimer Hinserie

Die großen Themen der Hoffenheimer Halbserie waren das Personal und die zahlreichen Ausfälle - begründet durch Verletzungen, Sperren und zahlreiche Corona-Fälle. Gegen Fürth musste Chefcoach Hoeneß auf die drei zentralen Mittelfeldspieler Florian Grillitsch (Verletzung im Bauchmuskelbereich), Diadié Samassékou und Dennis Geiger (jeweils muskuläre Probleme) verzichten. Abwehrspieler Havard Nordtveit verletzte sich dann auch noch, der überspielte Christoph Baumgartner wurde ebenfalls vorzeitig ausgewechselt. "Die Jungs sind am Anschlag - und teilweise darüber hinaus. Baumi ist sowas von auf der letzten Rille gegangen. Er hat die meisten Minuten in den Beinen. Bevor da noch was passiert, haben wir ihn vom Platz genommen", sagte Hoeneß, dessen Team in Liga, Pokal und Europa League seit Monaten im Drei-Tages-Rhythmus spielt. Dazu kommen die vielen Ausfälle, die Hoffenheim nach dem 4:1-Triumph gegen den FC Bayern Ende September spürbar ausgebremst haben.

Baumann hält Elfmeter in 90. Minute

Gegen Fürth reichte es deshalb trotz Toren von Kramaric (13.) und Kevin Akpoguma (49.) nicht. Sebastian Ernst (21.) und Marco Meyerhöfer (46.) trafen für die Franken, die durch einen Strafstoß von Paul Seguin schon in der regulären Spielzeit hätten gewinnen können. "Wir sind mit Glück in die Verlängerung gekommen. Als ich den Elfmeter in der 90. Minute gehalten habe, habe ich gehofft, dass uns das nochmal pusht", sagte Baumann. Doch das klappte nicht. Das Drama endete zugunsten der Fürther, bei denen Trainer Stefan Leitl ankündigte, die Überraschung "mit einem oder auch zwei Bier" zu würdigen.

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