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Schmähplakate gegen Dietmar Hopp, den Mäzen der TSG Hoffenheim, sorgten am Wochenende gleich bei mehreren Spielen für Unterbrechungen. Das Spiel der Kraichgauer gegen den FC Bayern (0:6) stand sogar kurz vor dem Abbruch. Frank Briel, TSG-Geschäftsführer Finanzen und Organisation, sprach mit dem SWR darüber, wie solche Banner eigentlich ins Stadion kommen.

"Man kann in gewissen Bereichen aus gutem Grund keine Kontrollen durchführen. Und das sind genau diese Bereiche, in denen solche Plakate ins Stadion geschmuggelt werden. Da stoßen Kontrollen an ihre Grenzen", sagte Briel dem SWR und verdeutlichte: "Das ist beispielsweise im Intimbereich oder in Bereichen, die nicht ohne einen entsprechenden Vorverdacht und polizeiliche Hinzuziehung kontrolliert werden dürfen."

Dauer

"In Einzelteilen ins Stadion"

Einmal drinnen, würden die Plakate und Banner dann erst montiert, so Briel weiter: "Da werden Dinge, teilweise auch in Einzelteilen, ins Stadion geschmuggelt. Die werden dann in den Blöcken wieder zusammengesetzt."

Die Kontrolle der Kontrolleure sei auch ein wichtiger Punkt, an dem die Vereine gefragt seien, so Briel. Entsprechend qualifiziertes und geschultes Personal könne helfen, dass gewisse Banner und Gegenstände gar nicht erst ins
Stadion gelangten. "Da gibt es unter anderem ein Akkreditierungssystem und eine verpflichtende DFB-Schulung für alle Mitarbeiter der Security. Darüber hinaus machen wir Stichprobenchecks mit diesen Personengruppen", sagte Briel.

Personalisierte Tickets in Deutschland keine Lösung

Personalisierte Tickets hält der Funktionär indes nicht für die optimale Lösung, um der Problematik Herr zu werden. "Das ist ein Thema, das schon lange im Rahmen von Großveranstaltungen diskutiert wird", sagte der TSG-Geschäftsführer: "In England ist das relativ gut einsetzbar, weil es dort keine Stehplätze gibt. Bei uns ist es schwierig aufgrund der Stehplätze, weil die Fans da natürlich mobil sind. Aber die Diskussion 'Abschaffen der Stehplätze - ja oder nein', die wollen wir ja eigentlich gar nicht führen."

Überhaupt müsse man aufpassen, dass man in der ganzen nun entfachten Diskussion nicht überdrehe, sagte Briel weiter: "Es geht uns ja nicht darum, Kritik im Stadion abzuschaffen. Kritische Debatten gehören sowohl zum Profifußball als auch zu anderen gesellschaftlichen Bereichen in einer Demokratie." Aber: "Wir haben eine Punkt der negativen Qualität erreicht, also eine Aggressivität in der Kritikäußerung, die jedes normale Maß überschreitet."

Briels Vorschlag: "Wir müssen zurück zum sachlichen Dialog und diesen wiederaufnehmen - auch wenn dieser schon seit Jahren geführt wird." Sprich: Die Kommunikation zwischen Vereinen und Fans war schon mal besser - und zurück zu diesem Zustand, das wäre ein erster Schritt!

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