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Sie ist eine Allroundwoman: Nicole Billa ist nicht nur österreichische Fußball-Nationalspielerin und Top-Torjägerin der Frauen-Bundesliga – die 25-Jährige arbeitet auch als Erzieherin und war mehrfache Kickbox-Weltmeisterin.

Ein kleines idyllisches Bergdorf mitten in Tirol – Nicole Billa ist dort aufgewachsen, wo andere Urlaub machen. Mittendrin ihre große Leidenschaft: der Fußballplatz. Mit 15 Jahren hatte sie bereits zwei Drittel ihres Lebens auf dem Rasen verbracht. Doch es gab bis dahin etwas, das für sie über dem Fußball stand: "Wenn Kickbox-Training war, war das im Vordergrund", sagt sie im Gespräch mit SWR Sport.

Voller Fokus auf den Fußball

In ihrer Kampfsportart hat sich Billa bis an die absolute Spitze durchgeboxt: Unzählige Male gewann sie die österreichische Meisterschaft, war jeweils dreimalige Welt- und Europameisterin im Juniorinnenbereich. "Doch wer Leistungssport machen möchte, muss sich auf eine Sache konzentrieren", sagt die 25-Jährige. Ihre Entscheidung fiel schließlich auf den Fußball.

Mit 15 Jahren zog sie von Zuhause aus und ging nach St. Pölten ins Internat der ersten Akademie für Mädchen- und Frauenfußball in Österreich. "Die Situation war am Anfang nicht immer leicht. Aber für mich war klar: Ich will dort hingehen", erinnert sich Billa. Ihr Wunsch sei es immer gewesen, "in eine Schule zu gehen, in der Leistungssport und Schule kombiniert werden". Das habe ihr die Möglichkeit gegeben, ihrem Traum ein Stück näher zu kommen: "Mein Ziel war es, im Fußball sehr weit zu kommen", blickt Billa zurück. "Dabei habe ich von meiner Familie auch immer Rückhalt und Unterstützung bekommen."

"Es ist Leidenschaft pur"

Ihr Erfolg ist nicht von der Hand zu weisen. Billa wurde Meisterin, Pokalsiegerin und Torschützenkönigin der österreichischen Liga, debütierte mit 17 Jahren in Österreichs A-Nationalmannschaft. 2019 wurde sie in ihrem Heimatland zur Fußballerin des Jahres gewählt. Seit nun bald sechs Jahren beweist sie auch regelmäßig, dass sie sich mit der TSG Hoffenheim bis ganz nach oben durchboxen will.

"Es ist die pure Leidenschaft, die mich antreibt. Ich liebe es, auf dem Platz zu stehen und Spaß zu haben."

Nicole Billa, Fußballerin (TSG Hoffenheim)

Vor der Corona-Pandemie kam ihre Mutter zu fast jedem Heimspiel aus Österreich angereist und drückte von der Tribüne die Daumen. 66 Tore in 125 Spielen hat ihre Tochter mittlerweile für die Kraichgauer erzielt, in der laufenden Saison ist sie mit 18 Toren aus 15 Spielen die mit Abstand erfolgreichste Stürmerin der Frauen-Bundesliga. Doch Nicole Billa blickt bescheiden auf ihre Leistung: "Ich versuche, die Mannschaft mitzureißen. Für mich ist es das Wichtigste, dass Fußball Spaß macht. Die Tore passieren nicht nur, weil eine Stürmerin dasteht. Da gehört das ganze Team dazu." Das Ziel der Mannschaft sei es, den dritten Platz zu sichern und sich damit für die Champions League zu qualifizieren.

Vielseitigkeit auf und neben dem Platz

Für das Kickboxen bleibt zwar kaum noch Zeit, doch die Erfahrungen von damals helfen Billa auch oft im Fußball. "Man lernt im Kampfsport ein Stück weit Selbstdisziplin. Und auch wenn Kickboxen ein Einzelsport ist, hattest du trotzdem immer dein Team rundherum. So ist es im Fußball eigentlich auch", zieht die Stürmerin die Parallelen zu ihrer heutigen Karriere. "Du hast dein Team rundherum, aber trotzdem musst du auch ein Stück weit auf dich schauen, dass du auf dem Platz deine Aufgaben erledigst, dass du als Team noch stärker sein kannst." Inzwischen hat sie einen festen Platz in Hoffenheim gefunden und ihren Vertrag vor kurzem vorzeitig um zwei weitere Jahre verlängert.

Wenn Nicole Billa mal nicht auf dem Fußballplatz steht, arbeitet sie als Erzieherin in einem Kindergarten. "Während meiner Ausbildung habe ich fast 40 Stunden gearbeitet. Die habe ich vor einem Jahr abgeschlossen. Jetzt arbeite ich noch 16 Stunden in der Woche", sagt Billa. Sie sei sehr glücklich darüber, ihre Fußball-Karriere und die Arbeit im Kindergarten vereinbaren zu können. "Ich habe einen sehr flexiblen Kindergarten. Es ist für mich eine Bereicherung, weil ich gerne mit Kindern und Menschen arbeite", sagt die 25-Jährige.

Im DFB-Pokal gegen Bayern München

Am Freitag (18:30 Uhr) steht wieder der Fußball im Fokus. Dann treffen die TSG-Frauen im Viertelfinale des DFB-Pokals auf den Spitzenreiter aus München. Auch wenn die Statistik bei diesem Aufeinandertreffen klar gegen Hoffenheim spricht, geht Billa optimistisch in die Partie. "Jeder weiß, dass es unangenehm ist, ins Dietmar-Hopp-Stadion zu kommen. Wir haben uns mittlerweile auch Respekt erarbeitet und werden versuchen, unseren Plan umzusetzen. Dadurch wollen wir Bayern ärgern", sagt die Stürmerin vor dem Aufeinandertreffen.

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